Das Abendmahl

A b e n d m a h l

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeichnung macht deutlich, wie eine Tischgemeinschaft  im palästinischen Raum in etwa ausgesehen haben konnte (Zeichnung von Joela Schüle am 7. Februar 2016).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Bibelstudie über das Abendmahl von Paul Schüle

 


I

 


Abendmahl – Einleitung

In nächster Zeit wollen wir uns intensiv mit dem Thema, bzw. der Verordnung unseres Herrn Jesus bezüglich des Abendmahls beschäftigen.

Folgende Fragen oder Themen stehen im Raum und warten auf Beantwortung:

  1. Wann, wo und mit wem fand das erste Abendmahl statt?
  2. Welche Elemente mit Symbolkraft übernimmt Jesus für den Neuen Bund?
  3. Die Testamente von Adam bis Mose
  4. Der Bund am Sinai durch Mose und der Neue Bund durch Jesus
  5. Inhalte des Neuen Bundes – die Vergebung der Sünden
  6. Inhalte des Neuen Bundes – das Gesetz ins Herz geschrieben
  7. Warum setzte Jesus das Abendmahl ein bevor er gestorben war?
  8. Abendmahl – eine Verordnung zum Gedächtnis
  9. Das Brotbrechen in der Zeit der Apostel (Jerusalem, Troja, Korinth)
  10. Wer kann und soll am Abendmahl teilnehmen? Welche Voraussetzungen sind dazu notwendig?
  11. Wie oft soll Abendmahl gehalten werden?
  12. Wer kann das Abendmahl austeilen?
  13. Ab welchem Alter ist die Teilnahme am Abendmahl zu empfehlen?
  14. Kann das Abendmahl auch in einem Hauskreis ausgeteilt werden?
  15. Ist das Abendmahl an die Fußwaschung gekoppelt, wie in Johannes 13,1-17 beschrieben und praktiziert?
  16. Die Symbolelemente von Brot und Wein: Muß das Brot ungesäuert sein? Kann man anstatt Wein auch Traubensaft nehmen?

Durch Kommentare und begründete Hinweise können sie an dieser Bibelstudie mitwirken.

 

1. Teil: Wann, wo und mit wem fand das erste Abendmahl statt?

 

Von Josef und Maria heißt es, dass sie jedes Jahr zum Passahfest nach Jerusalem gingen (Lk 2,41). Zumindest ab dem zwölften Lebensjahr war Jesus bei dem jährlich vorgeschriebenem Passahfest in Jerusalem dabei (Lk 2,42ff). Nicht nur die nächsten 18 Jahre, sondern auch während seiner etwa 3 ¾  Jahre dauernden öffentlichen Dienstes hielt Jesus das jährliche Passahfest (Joh 2,12: 5,1(?); 6,4; 12,1). Das letzte Passahfest, welches Jesus mit seinen 12 Jüngern feierte, wird in allen vier Evangelien bis in die Details genau beschrieben (Mt 26,17-27; Mk 14,17-25; Lk 22,10-20; Joh 13,1-17,24). Nach der Anordnung Gottes an das Volk Israel, war der Monat und der Tag, an dem das Passahlamm geschlachtet werden mußte festgelegt. So steht in 3Mose 23,5: „Am vierzehnten Tage des ersten Monats gegen Abend ist des HERRN Passa.“ Das Passahlamm (männlich, einjährig und fehlerlos) wurde also am 14. Tag des ersten Monats gegen Abend geschlachtet (2Mose 12,1-14; 4Mose 9,3). Und dieser 1. Monat sollte in Israel den Beginn des Jahres markieren. Gleichzeitig war die 1. Passahfeier in Ägypten nach der ausdrücklichen Anordnung Gottes auch der Beginn des israelitischen Kalenders (2Mose 19,1; 4Mose 33,38; 1Kön.6,1). Die Monate des Jahres wurden zunächst nach Zahlen 1 – 12 gezählt, zur Zeit des Exils bekamen sie auch Namen.

Tabelle und Übersicht des jüdischen Jahreskalenders

 

1. Monat Nisan/AbibMärz – April Esther 3,7 Am 14. Tag das Monats war Passah 2Mose 12,18
2. Monat Siw 1Kön 6,1
3. Monat Siwan Esther 8,9
4. Monat Jer 39,2
5. Monat Jer 28,1
6. Monat Hes 8,1
7. Monat Etanim/TischriSeptember – Oktober 1Kön 8,2; 3Mose 25,9 Am 10. Tag – Versöhnungstag – Yom Kippur
8. Monat Bul 1Kön 6,38
9. Monat Kislew Sach 7,1
10. Monat 1Mose 8,5
11.Monat Schebat Sach 1,7
12. Monat Adar Esther 3,7

 

Passahfeste in den Jahren 26-35 des 1. Jh. unserer Zeitrechnung

 

Julianischer Kalender Nach dem Jüdischen Kalender war am 14. Tag des 1. Monats ´Nisan´ Passah)
Im Jahr 26 fiel der 14. Nisan auf den Freitag,  22. März
Im Jahr 27 fiel der 14. Nisan auf den Mittwoch, 9. April
Im Jahr 28 fiel der 14. Nisan auf den Montag, 29. März
Im Jahr 29 fiel der 14. Nisan auf den Samstag, 16. April
Im Jahr 30 fiel der 14. Nisan auf den Mittwoch, 5. April
Im Jahr 31 fiel der 14. Nisan auf den Montag, 26. März
Im Jahr 32 fiel der 14. Nisan auf den Montag, 14. April
Im Jahr 33 fiel der 14. Nisan auf den Freitag, 3. April
Im Jahr 34 fiel der 14. Nisan auf den Montag, 22. März
Im Jahr 35 fiel der 14. Nisan auf den Montag, 11. April

Diese Tabelle zu den Passahfesten der Jahre 26-35 (1. Jh.) ist erstellt aufgrund des jüdischen Kalenders Kaluach. (Web site: http:/www.kaluach.org/).

 

Nach diesen Berechnungen wäre als Todesjahr Jesu das Jahr 33 (1. Jh.) anzusetzen, weil in dem Jahr der 14. Nisan auf einen Freitag fiel (Lk 23,54) „Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an.“ (dazu auch: Mk 15,42:  Joh 19,31). Rüsttag (gr. παρασκευής – paraskeues – Freitag). Demnach fand die letzte Passahfeier Jesu mit seinen Jüngern am Vorabend, also am Abend des fünften, bzw. Beginn des sechsten Tages der Woche (Donnerstagabend auf Freitag) statt und zwar nach Sonnenuntergang, so in Matthäus 26,20: „Als es aber Abend geworden war, legte er sich mit den Zwölfen zu Tisch.“

Zum besseren Tageszeitlichen Verständnis: Der Vorbereitungstag auf den kommenden Sabbat im Jahr 33, also der Freitag – Jesu Todestag, begann bereits mit Sonnenuntergang des Vorabends (unser Donnerstagabend). Nach hebräischer Tageseinteilung hat  das Passahmahl/Abendmahl, die Festnahme, das Verhör, die Verurteilung und Kreuzigung an einem Tag, bzw. am gleichen Nacht/Tag  stattgefunden. So ging Gottes Zeitplan, den er in Ägypten eingeführt hatte, nach einer zeitlichen Periode von etwa 1500 Jahren, auf den Tag genau auf.

Diese Passahfeier fand in einem Haus in Jerusalem statt, so lesen wir in Markus 14,12-16: „Und am ersten Tag des Festes der ungesäuerten Brote, als man das Passahlamm schlachtete, sagen seine Jünger zu ihm: Wohin willst du, dass wir gehen und bereiten, damit du das Passahmahl essen kannst?“ Und Jesus gab den zwei Jüngern genaue Anweisungen: „Und er sendet zwei seiner Jünger und spricht zu ihnen: Geht hin in die Stadt (Jerusalem), und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trägt. Folgt ihm! Und wo er hineingeht, sprecht zu dem Hausherrn: Der Lehrer sagt: Wo ist mein Gastzimmer, wo ich mit meinen Jüngern das Passahmahl essen kann? Und er wird euch einen großen Obersaal zeigen, mit Polstern ausgelegt und fertig. Und dort bereitet es für uns! Und die Jünger gingen hinaus und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte; und sie bereiteten das Passahmahl.“ (ähnlich auch Mt 26,17). Und Lukas ergänzt, dass die beiden Jünger Petrus und Johannes waren (Lk 22,8). Im Text ist von einem großen, gepolsterten Obersaal die Rede (auch bei Lukas 22,12). Aus der Detailbemerkung großer`Obersaal – gr. αναγάιον`, kann man auf ein großes, aus zwei Stockwerken bestehendes Haus schließen. Im Erdgeschoß befanden sich die Wirtschaftsräume. Das Passahlamm musste geschlachtet werden und am Feuer gebraten, ebenso die ungesäuerten Brote, Wein, und bittere Kräuter mussten vorbereitet werden.

Da wo im Luthertext steht: „Am Abend aber setzte er sich mit seinen Jünger zu Tisch“ übersetzt die Elberfelder Bibel genauer mit: „sie legten sich zu Tisch“. Man saß nicht auf Stühlen hinter einem Tisch, wie in Europa, sondern lag auf Polstern/Teppichen seitlich gestützt mit den Ellbogen auf ein Kissen, die Füße nach außen gerichtet im Kreis. Es waren alle 12 Jünger dabei, auch Judas Iskariot, der jedoch nicht bis zum Schluß der Abendmahlsfeier geblieben war (Joh 13,30). Weil es für Jesus das letzte Passahmahl dieser Art war, bewertete er es auch ganz besonders mit den Worten: „Mit Sehnsucht habe ich mich gesehnt, dieses Passahmahl mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es gewiss nicht mehr essen werde, bis es erfüllt sein wird im Reich Gottes“ (Lk 22,14-16).

 

 

2. Teil: Welche Elemente mit Symbolkraft übernimmt Jesus für den Neuen Bund?

 

Der neue Bundeschluß, der am Kreuz durch den Tod Jesu (sein Blut) besiegelt wurde, ist bereits am Vorabend im Brotbrechen und dem Kelch symbolhaft vorgebildet und gestiftet worden. So lesen wir im Bericht des Matthäus: „Während sie aber aßen, nahm Jesus Brot und segnete, brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, esst, dies ist mein Leib! (Lukas ergänzt: „der für euch gegeben wird“). Und er nahm einen Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,26-27; ähnlich auch bei Markus 14,22-24). Jesus und seine Jünger sind mit dem Essen des geschlachteten und am Feuer gebratenem Passahlamm beschäftigt, denn es heißt: „Während sie aber aßen“. Nun führt Jesus durch konkrete Handlung, begleitet mit besonderen Worten, eine neue Bundesordnung, bzw. den Neuen Bundesschluß ein. Das Passahlamm, als Vorbild der Rettung, findet seine Entsprechung in Jesus, dem Lamm Gottes (Jes 53,4-12; Joh 1,29. 36). Für die Wirklichkeit des Gotteslammes in der Person Jesu wird wiederum ein Symbolelement mit Aussagekraft benötigt – es ist das ungesäuerte Brot, so die neue Sinnfülle der Worte: „Nehmt, esst, dies ist mein Leib! (Lukas ergänzt: „der für euch gegeben wird“ (Mt 26,26; Lk 22,19). Ein kleines und doch wichtiges Detail, welches leicht übersehen werden kann, wird durch die Bemerkung: „dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird“, präzisiert. Das Brot wird gebrochen, der Leib Christi jedoch wird ungebrochen also ganzheitlich gegeben. Johannes der Evangelist hebt ganz besonders dieses Detail hervor: „Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde (2.Mose 12,46): »Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.« Dies erinnert an die Anordnung Gottes zur Schlachtung des Passahlammes in Ägypten. Und der Jünger Johannes, der unter dem Kreuz stand und den Lebensabschluß des Gotteslammes aus nächster Nähe beobachtete, sah, wie die Soldaten beiden Gekreuzigten die Beine brachen, Jesus aber wegen seines früheren Todes verschonten.

 

Die Einsetzung der beiden Elemente an diesem letzten Abend markiert auch das Ende des ersten Bundes durch Mose in Ägypten und am Sinai. Das Trinken (des Weins) aus dem Kelch findet seine Entsprechung im Blut Christi, so die Sinnfülle der Worte: „Denn dies ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,27). Das es sich um ein Getränk vom Weinstock handelte, ist in den Texten ausdrücklich erwähnt (Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,18). Von der Jahreszeit ausgehend, wird es sich wohl um einen ausgegorenen Traubensaft, sprich Wein gehandelt haben. Doch nicht die Substanz selbst steht hier im Vordergrund (ist sie doch gar nicht ausdrücklich erwähnt), sondern in welchen Bezug sie Jesus bringt ist wichtig, nämlich: „Das ist mein Blut des Bundes“ – trinkt alle daraus. Nach dem Gesetz war jegliches Blut zu essen/trinken absolut verboten (1Mose 9,4; 3Mose 17,12-13). Daher nimmt Jesus das in Israel allgemein bekannte rotfarbene Getränk vom Weinstock als Element, welches am besten sein Blut symbolisiert.

Die beiden Elemente sind uns noch aus der Zeit Abrahams vertraut. „Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten“ (1Mose 14,18; Hebr 7,1). Auch beim täglichen Morgen- und Abendopfer waren Brot und Wein als Gaben vorgeschrieben. „Und zu dem einen Schaf einen Krug feinsten Mehls, vermengt mit einer viertel Kanne zerstoßener Oliven, und eine viertel Kanne Wein zum Trankopfer“ (2Mose 29,40). Nach Nehemia 10,38 brachte man den Priestern und Leviten für ihren Dienst die Erstlinge von den Früchten des Feldes einschließlich Brot und Wein. Mit Ausnahme wärend der Wüstenwanderung (5Mose 29,5) waren Brot als Hauptspeise und der Wein als Getränk, regulärer Bestandtteil auf der Speiseliste in Israel (1Sam 10,3; 16,20; 25,18; Ps 104,15). Dass Jesus gerade diese zwei Elemente aus dem täglichen Lebensmittelsortiment durch ein Wunder vermehrte (Joh 2,1-11; 6,1-15) ist kaum zuvällig, zeigte er doch dadurch seine Herrlichkeit (Joh 2,11; 6,14-15). Mit der Aufnahme dieser zwei Elemente und ihrem klaren Bezug zu Jesus, sind die Jünger in diesen Neuen Bund eingetreten, bzw. aufgenommen worden.

An dieser Stelle werden die Leser des Johannesevangeliums an die sehr unästetische, ja für viele sogar anstößige Aussage Jesu in der Synagoge zu Kapernaum erinnert. Dort sagt Jesus in Bezug auf sich selbst: „Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt“ (Joh 6,51-52). Oder „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken“ (Joh 6,54). Fällt uns doch spätestens jetzt auf, dass Jesus viele der wichtigen Inhalte der Heilsbotschaft mehrmals erwähnt.

  • Es gibt nichts Wichtiges, von dem was er sagt, das er nicht schon mal gesagt hätte;
  • Und es gibt nichts Wichtiges von dem was er zum ersten Mal sagt, das er nicht irgendwann wiederholen würde.

Das ist die göttliche Kunst unseres Lehrmeisters Jesus, um seinen Jüngern das Bewusstsein für die Kontinuität Gottes in der Heilsgeschichte zu schärfen. Leben und Überleben hing und hängt zuerst:

  • Von der Bereitschaft sich vom Blut getränkte Tierfelle als Kleider anlegen zu lassen (Adam und Evan);
  • Von der persönlichen Teilnahme am Passahlamm (Israel in Ägypten);
  • Dann von der Teilnahme am Manna, dem Himmelsbrot (Israel in der Wüste);
  • Dann von der persönlichen Teilnahme am vom Himmel gekommenem Brot des Lebens in der Person des menschgewordenen Gottessohnes Jesus Christus.

Die Bestimmung, der Inhalt und die Wirkung des realen Passahlammes, des realen Manna  geht voll und ganz auf die Person Jesu Christi über. Der Zeitpunkt des Übergangs ist an dem Abend des fünften/sechsten Wochentages (Donnerstagabend/Freitagbeginn) durch die Worte Jesu „Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ markiert, und bereits am gleichen Tag, nach etwa 12 Stunden mit seinem Blut am Kreuz besiegelt worden.

 

 

3. Teil: Die Testamente von Adam bis Mose

 

Wenn es um Bundesschlüsse geht, so ist immer Gott der aktiv Handelnde. In seiner Souveränität und Güte  wendet er sich einzelnen Menschen, einzelnen Familien, ja sogar einem ganzen Volk zu und stiftet Bünde, auch wenn der Begriff `Bund gr. διαθήκη – Testament/Vermächtnis` nicht immer ausdrücklich erwähnt ist. Gott vertraut dem Menschen etwas wertvolles an, nennt die Bedingungen und manchmal bekräftigt er das Ganze sogar mit einem Schwur. Manche Vermächtnisse gleichen Zusagen Gottes mit konkreter Verheißung. Die meisten von ihnen haben neben ihrer diesseits bezogenem, materiellem Inhalt auch eine geistliche Dimension, die meist erst im Lichte des Neuen Testamentes erkannt wird. Die Menschen konnten durch ihre freie Willensentscheidung ein von Gott gestiftetes Testament annehmen oder sich ihm verweigern, aber es ändern, oder etwas dazutun konnten sie nicht. Bei Annahme und Treue folgten Segnungen, bei Verweigerung oder Untreue kam der Mensch zu Schaden, aber Gott kam immer an sein Ziel. Hier eine (nicht vollständige) Liste der Bundesschlüsse Gottes zur Zeit des Alten Testaments vor Mose:

  1. Das Vermächtnis an Adam und Eva – Verwaltung der Erde. „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht“ (1Mose 1,28). „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte“ (1Mose 2,15). Dieser Bund barg in sich jedoch auch die endgültige, vollkommene Verwaltung der zukünftigen Weltschöpfung, durch Jesus Christus, wie wir aus Psalm 8,5-7 und der Erklärung in  Hebräer 2,5-10)  erfahren: „Denn nicht Engeln hat er den zukünftigen Erdkreis unterworfen, von dem wir reden; es hat aber irgendwo jemand bezeugt und gesagt: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, oder des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest?  Du hast ihn ein wenig unter die Engel erniedrigt; mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt; du hast alles unter seine Füße gelegt.“ Denn indem er ihm alles unterwarf, ließ er nichts übrig, das ihm nicht unterworfen wäre; jetzt aber sehen wir ihm noch nicht alles unterworfen. Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte. Denn es geziemte ihm, um dessentwillen alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihrer Rettung (das ist Jesus) durch Leiden vollkommen zu machen“ (Hebr 2,5-10; Ps 8,5-7). So ist es also Jesus, der menschgewordene Gottessohn, der zweite Mensch/Adam (Röm 5,14), der eigentliche Verwalter und Beherrscher der ‚Gottesschöpfung. Und er bezieht seine Nachfolger in diese Verwaltung mit ein, so kommt Gott ans Ziel mit seiner Bundesverheißung an Adam (2Tim 2,12; Offb 1,6; 5,10).
  2. Das Vermächtnis an Adam und Eva nach dem Sündenfall (1Mose 3,9-23). Neben der vernderten Beziehung Adams zu der Schöpfung, fällt die wenig beachtete Handlung Gottes auf – die Schlachtung von Tieren (wahrscheinlich Lämmer). Die Felle der Tiere  verwendete Gott zur Bekleidung für Adam und Eva. Das Blut des Schlachtopfers deutete auf die Sühne für die Schuld. Dies kann als früher Hinweiß für Erlösung durch das stellvertretende Opferlamm gedeutet werden, weil „ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung“ (Hebr 9,22; Joh 1,29).
  3. Das Vermächtnis an Noah – zum Bau der Arche (1Mose 6,18). Die Inhalte dieses  Bundes waren nach der Sintflut zwar erfüllt, er barg jedoch in sich weitere geistliche Inhalte, deren Erfüllung erst noch in der Zukunft lag, aber ihre Auswirkung schon damals zeigte, so Petrus in 1Petr 3,18 – 22: „Denn es hat auch Christus einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe, zwar getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In diesem ist er auch hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis gepredigt, die einst ungehorsam gewesen waren, als die Langmut Gottes in den Tagen Noahs abwartete, während die Arche gebaut wurde, in die wenige, das sind acht Seelen, durchs Wasser hindurchgerettet wurden. Das Abbild davon errettet jetzt auch euch, das ist die Taufe – nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen – durch die Auferstehung Jesu Christi. Der ist zur Rechten Gottes, nachdem er in den Himmel gegangen ist, und Engel und Mächte und Kräfte sind ihm unterworfen.“ Natürlich ist es hier nicht die Taufe im Wasser, welche rettet, sondern die Bitte zu Gott um ein reines Gewissen, oder die Taufe in den Tod Jesu (Röm 6,1-4). Somit geht auch der Bund Gottes mit Noah zur Rettung der Menschheit, auf die Person Jesu über und findet in ihm die eigentliche Erfüllung.
  4. Der Bund mit Noah, seiner Familie und ihren Nachkommen – zur Erhaltung und Verwaltung der Erde – als Bundeszeichen setzte Gott den Bogen in die Wolken (1Mose 9,1-17). Diese Bundesstiftung hat Bestand solange die Erde bestehen wird.
  5. Das Vermächtnis an Abraham – Landverheißung, Landbesitz (1Mose 16,18; 2Mose 6,4). Später wurde der Landbesitz an Bedingungen geknüpft (5Mose 4,22-40 – bei Untreue gegenüber Gott und Hinwendung zum Götzendienst drohte auch der Landverlust). Auch dieses Testament hatte eine immaterielle geistliche Dimension, wie der Hebräerbriefschreiber hervorhebt. „  (Hebr 11,8-10). „Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme. Durch Glauben siedelte er sich im Land der Verheißung an wie in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung; denn er erwartete die Stadt, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer6 Gott ist.“ Landbesitz ist für die Menschen (Bürger des Reiches Gottes) nicht mehr an bestimmte Grenzen gebunden (Mt 19,29; Mt 28,16-19; Apg 4,37). Der diesseitige Landbesitz ist vorübergehend, zeitlich begrenzt un die Hoffnung strebt nach der neuen Wohnstätte, welche Christus den Gläubigen bereits vorbereitet hat (Joh 14,1-2).
  6. Das Vermächtnis an Abraham – zahlreiches Volk (1Mose 17,2. 4). In der Gesamtverheißung waren jedoch die Nachkommen durch Isaak unter besonderem Segen. In diesem Bund sind aber auch Menschen aus allen anderen Völkern einbezogen, doch trat dieser tiefere und geistliche Verheißungsinhalt erst durch Jesus Christus in Kraft, wie der Vergleich von 1Mose 22,18 und Galater 3,14-16 deutlich macht. „damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben Nun ist die Verheißung Abraham zugesagt und seinem Nachkommen. Es heißt nicht: und den Nachkommen, als gälte es vielen, sondern es gilt einem: »und deinem Nachkommen« (1.Mose 22,18), welcher ist Christus.“ Durch Christus also „sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden“. Somit ist der Bund mit Abraham (Vater vieler Völker) mit dem Inhalt `zahlreiches, oder großes Volk zu werden` in und durch Christus zur Erfüllung gekommen.
  7. Der Bund der Beschneidung mit Abraham (1Mose 17,10. 11. 13; Apg 7,8). Auch dieser Bund hatte eine geistliche Dimension, welche die erste, physische Handlung ablöste (Röm 2,29; Phil 3,3 – es ist die Beschneidung des Herzens, die durch den Geist geschieht).
  8. Der Bund/Bundesbestätigung an Sara für Isaak, der noch geboren werden sollte (1Mose 17,19. 21). Bestätigung der Bundesverheißung an Isaak persönlich (1Mose 26,2-5).
  9. Bestätigung der Bundesverheißung an Jakob und Erweiterung durch die Namensgebung – Israel: „Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen“ (1Mose 32,29; 35,10-15; 46,1-4). Und dem Pharao lässt Gott durch Mose ausrichten: „So spricht der HERR: Israel ist mein erstgeborener Sohn (2Mose 4,22). Die endgültige und geistliche Dimension der Bundesinhalte an Jakob kommt erst in Jesus zur Erfüllung, wie zum Beispiel Matthäus erklärt: „und (Josef) blieb dort (in Ägypten) bis nach dem Tod des Herodes, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Hosea 11,1): »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.« Jesus ist der neutestamentliche und wahre Israel, der wahre erstgeborene Sohn Gottes! Jakob zeugte 12 Söhne nach dem Fleisch, Jesus berief  12 Apostel nach dem Geist (denn von keinem ist der Stamm erwähnt). Somit wäre das Israel nach dem Fleisch (1Kor 10,18) ein Vorläufer für das Israel nach dem Geist (Gal 6,16), wobei zum Letzteren durch den Glauben an Jesus Christus sowohl Juden, als auch Nichtjuden gleichermaßen gehören. „Denn wir sind durch „einen“ Geist alle zu „einem“ Leib (dem Leib Christi) getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit „einem“ Geist getränkt“ (1Kor 12,13; Joh 10,16; Röm 3,29-30; 4,16. 23-24).

Nach dem, was wir bis jetzt über die vielen und verschiedenen Testamente mit deren Inhalten feststellen konnten, kommen wir zu der Schlußfolgerung, dass sie alle mit ihrer geistlichen Sinnfülle in diesem einen Neuen Bund/Testament, den Jesus gestiftet hat, aufgehen, bzw. zu ihrer wahren Erfüllung kommen.

 

 

 4. Teil: Der Bund vom Sinai durch Mose und der Neue Bund durch Jesus

 

 

Der Bundesschluß am Sinai bedeutete die formal-juristische Stiftung, doch eingeführt in diesen Bund wurde das Volk Israel bereits in Ägypten.

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Abbildung 1 Ein Berg aus schwarzem Basalt im Wadi Rum (Foto: P. Schüle 6. November 2014).

Dies geschah am Abend des 14. Tages im ersten Monat als auf Gottes Anweisung hin jede Familie das Passahlamm schlachten mußte.

Vorgeschrieben war:

  1. Ein 1-jähriges Lamm (oder Ziege), männlich, fehlerlos, es musste vier Tage lang verwahrt werden, am Abend des 14. Tages geschlachtet und am Feuer gebraten und in der Regel von jeder Familie bis zum Morgen ganz aufgegessen werden.
  2. Mit dem Blut des Lammes mussten die Türpfosten bestrichen werden zum Zeichen der Annahme der göttlichen Anweisung, dies bedeutete gleichzeitig Lebenserhalt der Erstgeburt in Israel.
  3. Zum Passahmahl gehörten ungesäuertes Brot und zwar für die gesamte folgende Woche (14 . bis 21. Tag des 1. Monats).
  4. Zu diesem Mahl gehörten ebenso bittere Kräuter.

Der Bundesschluß am Sinai mit öffentlicher Annahme und Einwilligung des gesamten Volkes Israel erfolgte bald nach der Ankunft am Berg Gottes, also etwa zwei Monate nach dem Auszug aus Ägypten. Der Bundesschluß wird vom Hebräerbriefschreiber wie folgt beschrieben: „Und er (Mose) nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volks. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte“ ((2Mose 19,5; 24,7-8; Hebr 9,19). Bei dem Bund am Sinai werden zwei besondere Elemente deutlich hervorgehoben:

  1. Mose nahm das Buch des Bundes und las es vor. Das Volk nahm den Inhalt des Buches an. Die Parallele zum Abendmahl wäre: Jesus nahm das Brot, brach es und gab den Jüngern, sie nahmens und aßen.
  2. Mose nahm das Blut des Bundes und besprengte damit das Volk. Die Parallele beim Abendmahl wäre: Jesus nahm den Kelch und gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus.
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Abbildung 2; Die beiden Elemente – Brot und Wein – übernimmt Jesus als Zeichen für den Neuen Bund (Foto: P. Schüle 6. Februar 2016).

Da gibt es also gewisse Parallelen zum zweiten, Neuen Bund, den Jesus gestiftet hatte. In Römer 9,4 erwähnt der Apostel Paulus, dass den Israeliten „die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen“ gehören, Doch warum musste ein Neues Testament gemacht werden? In der Zeit um etwa 600 v. Chr. tadelt Gott die Israeliten wegen ihrer Untreue (Jer 31,31-34). Der Schreiber des Hebräerbriefes zitiert diese Stelle aus dem Propheten Jeremia in Kapitel 8,9-12):

  • Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund
  • nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern (den 12 Stämmen) geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen – diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war, spricht der HERR. 
  • Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR:
  • Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben.
  • Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. 
  • Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt den HERRN! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR.
  • Denn ich werde ihre Schuld (Ungerechtigkeiten) vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken“ (Jer 31,31-34; Zitat aus Hebr 8,9-12; ähnlich auch Hebr 10,15-17).

Wo aber Vergebung dieser Sünden ist, gibt es kein Opfer für Sünde mehr“ (Hebr 10,18). Der Bund am Sinai barg jedoch in sich Elemente und Symbole, die auf tiefere, geistliche Realitäten in Gottes Heilsplan hinweisen (Mose als Mittler, Passahlamm, die zwei steinerne Tafeln des Zeugnisses, die Stiftshütte, der Priesterdienst mit all den Opfern, das Manna, die eherne Schlange etc.). „Denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst hat, so kann es niemals mit denselben Schlachtopfern, die sie alljährlich darbringen, die Hinzunahenden für immer vollkommen machen“ (Hebr 10,1). Es ist also eindeutig eine vorläufige Einrichtung und daher wird eine bessere Ordnung eingeführt. wie es auch weiter im Text heißt: „dann sprach er (der Sohn): „Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun“ – er nimmt das Erste weg, um das Zweite aufzurichten. In diesem Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi(Hebr 10,9-10).

Jesus, als der einzig wahre und vollkommene Mittler  des Neuen Testamentes (1Tim 2,5; Hebr 9,15; 12,24), stiftet den von Gott durch Jeremia (31,31-34) verheißenen Neuen Bund an seine zweölf Apostel (das neutestamentliche Israel – Mt 26,26-28) und besiegelte diesen mit seinem Blut durch den Tod am Kreuz (Hebr 9,16 – „Denn wo ein Testament ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat“).

Zwischen der Stiftung des ersten Bundes am Sinai und des zweiten Bundes beim letzten Passahmahl, sind nicht nur deutliche Prallelen, sondern auch wesentliche Unterschiede zu erkennen, wie die Gegenüberstellungen in der folgenden Tabelle zeigen:

 

Der erste Bundesschluss mit Israel – den 12 Stämmen Der zweite Bundesschluss mit Israel – den 12 Aposteln
Der erste Bund wurde bei dem ersten Passahmahl in Ägypten gestiftet und am Sinai mit Tierblut besiegelt Der zweite Bund wurde während des letzten Passahmahls in Jerusalem gestiftet und am Kreuz mit dem Blut Jesu Christi besiegelt
Der erste Bund wurde mit der gesamten Gemeinde Israel durch Blutbesprengung geschlossen Der zweite Bund wurde mit den 12 Jüngern als Repräsentanten des NT Volkes Israel durch den Kelch des neuen Bundes – (mit dem Blut Jesu) geschlossen
Das Gesetz des Buchstabens war mit Gottes Finger auf steinerne Tafeln geschrieben Das Gesetz Gottes (des Geistes) wird ins Herz des Gläubigen und sein Denken (Sinn) geschrieben
Wiederholte Tieropfer für die Sünden waren nötig Einmaliges und gültiges Opfer des Lammes Jesus Christus genügt um für immer die Sünden wegzunehmen (Hebr 9,9-10; 1Petr 1,22-23)
Durch die vielen und verschiedenen Opfer geschieht nur eine Erinnerung an die Sünden Durch das eine Opfer wird an die Sünden nicht mehr gedacht
Das Aaronitische Priestertum war zeitlich begrenzt und schwach Der Hohepriester Jesus gemäß der Ordnung Melchisedeks bleibt ewig (Hebr 8,1)
Mose als Mittler – treuer Knecht in Gottes Haus Jesus als Mittler – Sohn und Herr über das Haus Gottes
Der erste Bund schloß nur das Volk Israel ein – ausschließlicher Bund Der zweite Bund schließt alle Glaubenden an Jesus ein, Juden und Nichthuden – universeller Bund

 

Der zweite und Neue Bund schließt laut Verheißung zwar auch das ganze Israel (Haus Israel und Juda) mit ein, doch nicht automatisch, sondern durch persönliche Annahme und Einwilligung in die Bedingung des Bundes. Und diese Bedingung oder Voraussetzung ist:

  • Jesus, als den von Gott gesandten und gesalbten Messias/Retter,
  • der sich als Passahlamm für die Sünden aller Menschen opferte,
  • im Glauben annehmen,
  • Vergebung der Sünden erlangen
  • und zum neutestamentlichen Volk Gottes hinzugeordnet werden.

Das ist der Neue Bund, das Neue Testament, Gottes Vermächtnis – zugänglich für alle Menschen !

 

 

5. Teil: Inhalte des Neuen Bundes – Vergebung der Sünden

 

Das größte Problem das der Mensch hat, ist seine Sünde. Im Grunde ist Sünde alles, was mit Gottes Willen und Wesen nicht übereinstimmt. Der Begriff selbst bedeutet sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen soviel wie – Verfehlung, oder Zielverfehlung (4Mose 18,1). Sünde wird sehr oft mit bewusster Übertretung des Gebotes Gottes gleichgesetzt. Allerdings wird Sünde von Gott erst angerechnet, wenn ein Bewusstsein dafür vorhanden ist. So schreibt Paulus: „Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam (gemeint ist das Gesetz Moses); aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet“  (Röm 5,13; ähnlich auch 4,15). Sehr großzügig außert sich Jesus gegenüber den Juden: „Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, um ihre Sünde zu entschuldigen“ (Joh 15,22). Gott ist absolut heilig, gerecht, aber auch gütig, gnädig und barmherzig. Doch ganz gleich, ob ein Mensch bewusst oder unbewusst, viel oder weniger gesündigt hat, nach dem Sündenfall Adams gerieten alle Menschen unter den Fluch und die Folgen der Sünde, Paulus schreibt dazu: „Denn sie sind allzumal Sünder“ und:  „Denn der Sünde Sold ist der Tod“ (Röm 3,23; 6,23). Sünde ist nicht einfach nur etwas Negatives, Schlechtes, Sünde ist tödlich. „Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!“ (1Mose 2,16-17). Gottes Anweisung bestand aus zweierlei: dem Gebot und dem Verbot – du darfst (sollst) und du darfst (sollst) nicht. Und wie der Text in 1Mose 3,1-7 berichtet, vernachlässigten beide – Eva und Adam – das Gebot und taten das Verbotene. Durch Zweifel, Unglauben und Ungehorsam gerieten sie in die Sündenfalle. Nun bedeutete damals Sterben nicht gleich physischer Tod verbunden mit plötzlichem umfallen. Aber die innere geistliche Beziehung zu Gott wurde unterbrochen (ist gestorben) und damit setzte auch das physische (wenn auch langsame) Sterben ein. Zu dem Verlust des Lebens kam noch die Schuld gegenüber Gott dazu. Im sogenannten Gebet `Vaterunser` verwendet Jesus in Matthäus 6,12 den Begriff Schuld (gr. οφειληιμα – ofeilema). Die größte Schuld des Menschen ist demnach seine Sündenschuld, denn er ist vor Gott schuldig geworden. Und er ist nicht imstande diese Schuld loszuwerden durch  Eigenleistung, bzw. durch gute Taten. Denn das Gute und Richtige zu tun gehörte zu seiner normalen Pflicht, es ist eigentlich seine Berufung und Lebensaufgabe. Bei jedem Versuch durch gute Taten eine Sünde abzumildern oder gar zu tilgen, versäumt er gleichzeitig seinen eigentlichen Pflichten nachzukommen und lädt neue Versäumnisssünden auf sich. Nehmen wir als Beispiel Adam und Eva nachdem sie durch Ungehorsam, das Gebot Gottes übertraten und damit Schuld auf sich luden. „und sie (Eva) nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte bei der Kühle des Tages. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor dem Angesicht Gottes, des HERRN, mitten zwischen den Bäumen des Gartens“ (1Mose 3,7-8). Folgendes wird hier deutlich:

  1. Adam und Eva kannten den Willen Gottes,
  2. Anstatt ihren eigentlichen Pflichten nachzukommen (1Mose 1,27-28), wendeten sie sich dem Verbotenen zu,
  3. Dann erkannten sie ihre Nacktheit (Veränderte Beziehung zu einander und zu Gott – es stellte sich Schamgefühl ein, das durch Schuldbewusstsein hervorgerugen wurde). Nun bleiben sie nicht untätig, sie verdecken sich voreinander mit selbstgemachter Bekleidung und verstecken sich vor dem Herrn unter den Bäumen des Gartens. Mit diesen eigenständigen Aktivitäten wollten sie etwas gegen ihr Verschulden machen, versäumen dabei ihren von Gott aufgetragenen Pflichten nachzukommen (1Mose 2,15). Beim Sündigen verschuldet sich der Mensch immer doppelt. Das Bemühen, ihre Schuld irgendwie zuzudecken misslang, sie mussten sich schließlich Gott stellen (1Mose 3,9-10). Nach der Klärung der völlig neuen Sachlage mußten Beide ihre Selbstgemachte Bekleidung ablegen. Was danach geschah, ist für sie völlig neu und musste sie in Staunen und Schrecken versetzt haben.
    • Unbeteiligte Tiere (wahrscheinlich Lämmer) die mit den verwerflichen Handlungen der Menschen nichts zu tun hatten, müssen geschlachtet werden,
    • Dabei wird unschuldiges Tierblut vergossen,
    • Aus Tierfellen werden Röcke gemacht, um die Blöse der Menschen zu bedecken – Handlungen voller Symbolkraft.

Schön war der Anblick dieser Bekleidung keineswegs, wohl aber heilsam. Nicht dass die Tierfelle im Vergleich zu den Feigenblättern von längerer Dauer sind, sondern damit deutete Gott zum erstenmal an, wie und wodurch der Mensch von seiner Sündenschuld loswerden kann und erneut Gemeinschaft mit Gott erleben kann. Die unzähligen Tieropfer des Alten Bundes erinnern aber nicht nur an die erste Sünde des Menschen, sondern weisen auch in die Zukunft, auf die noch ausstehende Rettung/Erlösung durch das wahre Lamm Gottes, das die Sünden auf sich nimmt und durch seinen stellvertretenden Tod hinwegnimmt. Um etwa 700 v. Chr. schreibt der Prophet Jesaja von dem kommenden Messias: „Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf“ (Jes 53,2-8). Dieser Text bildet das Kernstück des Evangeliums, wie es schon Jahrhunderte zuvor dem Volk Israel in Schriftform als neue Perspektive der Erlösung von Sünden verkündigt wurde. Kurz vor dem öffentlichen Auftreten des von Gott verheißenen und dem Volk Israel ersehnten Messias/Retter bezeugt der Pristersohn Johannes der Täufer von der Ankunft dieses Gotteslammes. „Siehe, dies ist das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde hinwegträgt“ (Joh 1,29. 36). Mindestens viermal sagte Jesus seinen Jüngern voraus, dass er viel leiden müsse und zur Kreuzigung an die Heiden überantwortet wird. Am letzten Abend während des Passahmahls, so schreibt Matthäus der Evangelist und Augenzeugen: „Und er (Jesus) nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung (Erlassung) der Sünden“ (Mt 26,27-28). Vordergründig geht es hier um den Inhalt des Kelches. Das es sich um ein Getränk vom Weinstock handelte, ist in den Texten ausdrücklich erwähnt (Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,18). Von der Jahreszeit ausgehend, wird es sich wohl um einen ausgegorenen Traubensaft, sprich Wein gehandelt haben. Doch nicht die Substanz selbst ist es (ist sie doch gar nicht ausdrücklich erwähnt), sondern in welchen Bezug sie Jesus bringt ist wesentlich. „Das ist mein Blut des Bundes“ – trinkt alle daraus. Nach dem Gesetz war jegliches Blut zu essen/trinken absolut verboten (1Mose 9,4; 3Mose 17,12-13). Daher nimmt Jesus das in Israel allgemein bekannte rotfarbene Getränk vom Weinstock (Spr 23,31) als Element, welches am besten sein Blut symbolisiert.

Der wesentlichste Inhalt des Neuen Bundes ist die Vergebung der Sündenschuld der Welt. Das Blut Jesu Christi, sein menschliches, physisches Leben (gr. ψυχη – psyche) als unschuldigen Gotteslammes ist der höchste Preis dafür (Joh 10,11. 17-18). Und wie Petrus Jahre später schreibt: „Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel,

19 sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und ohne Flecken. Er ist zwar im Voraus vor Grundlegung der Welt erkannt, aber am Ende der Zeiten offenbart worden um euretwillen“,(1Petr 1,18-20). Auch der Apostel Paulus hebt hervor: „Auch wir haben ein Passahlamm – das ist Christus – für uns geopfert“ (1Kor 5,).

 

6. Teil: Der Neue Bund – Gottes Willen ins Herz geschrieben

 

Selbstverständlich ist die gesamte Evangeliumsbotschaft von Jesus Christus Inhalt des Neuen Bundes, wird doch dadurch im Detail der gesamte Wille Gottes offenbart (Hebr 1,1-3 – „Gott hat zu uns geredet durch seinen Sohn“). Jesus legte großen Wert darauf, dass die Menschen Gottes Willen in ihr Herz und ihren Sinn (ihr Denken) aufnehmen, damit ihr Lebensstil von innen heraus motiviert und bestimmt wird. Tadelt er doch: „Ihr Pharisäer, ihr haltet die Becher und Schüsseln außen rein; aber euer Inneres ist voll Raubgier und Bosheit“ (Lk 11,39). „Verändert euer Denken“, damit begann Jesus seinen Predigtdienst in Kapernaum (Mt 4,17; Mk 1,15)  und das entspricht der Gottesverheißung aus Jeremia 31,31-34 „Ich will mein Gesetz in ihr Herz schreiben“. Ähnliches lies Gott auch durch den Propheten Hesekiel sagen: „Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut“ (Hes 36,26-27). Beachten wir die Initiative Gottes: „Ich werde“, aber dies wird er nur tun, wenn der Mensch dem Wirken Gottes Raum gibt. Am  Abend der Stiftung des Neuen Bundes konnte Jesus beten: „Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,8). Und eben an diesem letzten Abend entfaltet Jesus sein Vermächtnis auf eine ganz besondere Weise und Intensität (Joh 13,1-17,24). Dies ist übrigens die längste zusammenhängende Rede Jesu, welche die Evangelisten in schriftlicher Form überliefert haben. Und besonders in dieser Rede werden bedeutende Inhalte des Neuen Testamentes hervorgehoben, wie zum Beispiel:

  • Indem Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, hebt er seine dienende Art hervor.
  • Durch die Verordnung der Fußwaschung an die Jünger, legt Jesus für Zeit und Ewigkeit die Beziehung der Jünger zueinander fest. – „Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen. Denn ich habe euch ein Beispiel gegeben, dass auch ihr tut, wie ich euch getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr, auch ein Gesandter nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut“ (Joh 13,15-17).
  • Das Neue Gebot der Bruderliebe fördert das geistliche Wachstum nach innen und beglaubigt das Christuszeugnis nach außen – „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Joh 13,34-35).
  • Die Verheißung des Heiligen Geistes, der in das gereinigte Herz eines Menschen einzieht bewirkt folgendes: „Wenn der Beistand gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird der von mir zeugen“ (Joh 15,26). „Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein“ (Joh 14,17b).  „Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen“ (Joh 16,13).
  • Die Gabe des ewigen Lebens – „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“ (Joh 17,3).
  • Die ewige Heimat – „Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, damit sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast, denn du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt“ (Joh 17,24).

Gottes Gesetz (Gottes Willen) ins Herz geschrieben bedeutet nach der Aussage Jesu: „Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen (gr. καρδια – kardia) und bringen Frucht in Geduld“ (Lk 8,15). Zur Gedächtnisstütze dessen, was wir gehört und aufgenommen haben gibt Gott uns seinen Geist: „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,26).

Jeder Mensch

  • Der Jesu Wort hört (Lk 8,15);
  • es auf- und annimmt (Joh 17,8);
  • es hütet und bewahrt (Lk 8,15);
  • es im Herzen nachdenkend bewegt (Lk 2,19);
  • es anwendet/tut (Mt 7,24), der ist schon jetzt Teilhaber und Nutznieser des Neuen Testamentes mit allen seinen Inhalten.

 

7. Teil: Warum setzte Jesus das Abendmahl ein bevor er gestorben war

 

Und als die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide. Denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes“ (Lk 22,14-16). Damit beantwortet Jesus selbst unsere Frage. Ihn hat herzlich verlangt, oder mit Sehnsucht sehnte er sich danach vor seinem Leiden das Passahlamm mit seinen Jüngern zu essen. Es geht Jesus zunächst um das Passahlamm (noch nicht um das Abendmahl), denn er weiß, es ist die letzte Feier, welche nach dem Gesetz noch in Kraft ist. Und damit erfüllt er eben auch die Anordnung Gottes aus 2Mose 12,1ff. Damit schließt er sozusagen den Kreis, oder setzt damit den Punkt nach Ablauf des Alten Bundes. Ein geordneter Abschluß ist für Jesus sehr wichtig, es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben ist, sagte er einmal (Lk 22,37b). In dieser Form und auf diese natürliche Weise wird er es nicht mehr feiern.

Doch suchen wir auch noch nach weiteren Gründen und Antworten. auf diese Frage. Erstens ist es Gottes Art, seine Pläne vorauszusagen und zweitens: Es ist Gottes Art seine Pläne vorauszuzeigen, vorzubilden. So lesen wir in 1Mose 18,17: „Da sprach der HERR: Wie könnte ich Abraham verbergen, was ich tun will“. Und Jesus pflegte ebenfalls seine Jünger im voraus zu informieren über das Kommende: „Jetzt sage ich’s euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin“ (Joh 13,19; 14,29). Gott will seine Kinder nicht im Ungewissen lassen, sondern ihre Glaubens- und Vertrauensbeziehung zu ihm stärken. Mindestens fünf Mal sagte Jesus sein Leiden, Sterben und seine Auferstehung voraus und als es soweit war, konnten sie es kaum fassen, wie folgende Episode deutlich macht: „Da ging auch der andere Jünger hinein (in das leere Grab), der zuerst zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste“ (Joh 20,8-9). Die Vor-Bilder:

  • Es sind die Lammfelle bei Adam und Eva (1Mose 3,21),
  • es ist das Passahlamm in Ägypten (2Mose 12,1ff).
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Herodianischen Tempels, an dem 46 Jahre gebaut wurde und der von den Römern im Jahre 70 n. Chr. zerstört wurde (Foto: P. Schüle April 1986).

  • Es ist die materielle Einrichtung der Stiftshütte mit all ihrem Gerät (2Mose 25,40).
  • Und schließlich der Tempel in Jerusalem, den Jesus als Vorbild für seinen Leib wählt, der von den Juden abgebrochen wird und von Jesus in drei Tagen wieder aufgerichtet wird (Joh 2,19).

Gerade beim Letzteren Vorbild heißt es: „Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.

Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, dass er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte“ (Joh 2,21-22).

Die Vorbildungen sollen seine Pläne für die Zukunft veranschaulichen, so auch die Einsetzung des Abendmahls während der Passahmahlzeit und die damit verbundene Bundesstiftung. Mit dem Tod Jesu am Kreuz ist der erste Bund, der Bund vom Sinai zu Ende gegangen, das offensichtliche Zeichen dafür war: „Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus“ (Mt 27,51; Mk 15,38). Die Reihenfolge Gottes in seiner Offenbarung ist immer die gleiche: Zuerst die Voraussage, verbunden mit einem sichtbaren Vorbild, erst danach die göttliche Wirklichkeit. Nur Gott selbst, der den Bund vom Sinai als vorläufige, vorbildhafte  Einrichtung stiftete, beendete ihn auch mit dem inkrafttreten des Neuen Bundes durch Jesus.

 

 

8. Teil: Abendmahl – eine Verordnung zum Gedächtnis

 

Der Apostel Paulus gibt den Gläubigen in Korinth klare Anweisungen in Bezug auf das Abendmahl und begründet diese mit: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis“ (1Kor 11,23-25). Auch im Lukasevangelium wird die wiederholte Praxis des Abendmahls mit den Worten begründet: „das tut zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19b). Mit der Anordnung `εις την αναμνησιν – eis ten anamnesin – zu meinem Gedächtnis` (im Akkusativ), stellt Jesus selbst den ständigen Bezug zu sich her. Die in dem Wort Gedächtnis vorangestellte Vorsilbe `ana-mnesin`, will das im Gedächtnis Abgelagerte an die Oberfläche hervorholen. So könnte anstelle `zu meinem Gedächtnis` auch `zu meiner Erinnerung` übersetzt werden. Der Hebräerbriefschreiber benutzt das gleiche Wort `ana-mnesis – Er-innerung` (im Nominativ) für die Praxis der jährlichen Opfer, welche an das Vorhandensein der Sünden erinnern soll (Hebr 10,3). Durch die Klarheit dieses Begriffes fällt es uns leichter zu verstehen, dass in der wiederholten Praxis des Abendmahls (Brot und Kelch) das gesamte Werk der Erlösung durch Jesus Christus hervorgehoben werden soll. Die nachfolgenden Worte des Apostels Paulus unterstreichen dies zusätzlich: „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1Kor 11,26). Gott verordnete den Israeliten, die jährliche Opferung des Passahlammes am 14. Tag des ersten Monats und ebenso das jährliche Versöhnungsopfer am 10. Tag des siebten Monats als eine ewige Ordnung (2Mose 12,14. 17; 3Mose 16,29. 31. 34).

  • Die erste Etappe dieser wiederholten Praxis der Opferdarbringung endete mit dem Tod Jesu am Kreuz.
  • Die zweite Etappe, in der das einmalige Opfer Jesu Christi in der wiederholten  Erinnerungpraxis durch Brot und Kelch symbolhaft dargestellt ist, hat ihre Gültigkeit bis er wieder kommt.
  • Auch im ewigen Reich Gottes, welches vollends bei der Wiederkunft Christi offenbart wird, setzt sich die ewige Ordnung Gottes in einer geistlichen Dimension fort. Dies wird durch die Worte Jesu angedeutet: „Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.(Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,18). Dadurch wird für alle Ewigkeit die Erinnerung (ana-mnesis) an das Erlösungswerk Jesu Christi wachgehalten (Offb 5,6. 8. 12. 13; 7,10. 17; 14,1. 4; 15,3 – das Lamm). Jesus selbst verheißt seinen Jüngern in Lukas 22,30: „dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels.“ Bis diese Verheißung erfüllt sein wird, gilt für uns die Erinnerung, das Gedenken an Jesu Versönungswerk durch die regelmäßige Feier des Abendmahls wach zu halten.

9. Teil: Das Abendmahl in der Zeit der Apostel

 

a). Die Praxis des Abendmahls in Jerusalem

Lukas schreibt von den Gläubigen in Jerusalem: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und in den Gebeten“ (Apg 2,42). Und jeden Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen das Brot in den einzelnen Häusern, nahmen die Speisen mit Jubel und einfältigem Herzen“ (Apg 2,46). Die Feier des Abendmahls in Jerusalem wird mit der Bezeichnung `Brotbrechen, Brechen des Brotes – κλάσει του άρτου` beschrieben (Apg 2,42. 46). Aber diese Bezeichnung wird auch bei den allgemeinen Mahlzeiten verwendet,

  • so bei der Speisung der 5000/4000 im Bereich der Dekapolis, östlich des Sees von Galiläa (Mt 14,19; 15,36),
  • beim Abendessen in Emmaus (Lk 24,30. 35). Die beiden Jünger aus Emmaus erkennen Jesus am Brechen des Brotes.
  • oder beim Frühstück am See in der Nähe von Kapernaum, wo Jesus das Brot unter seine Jünger austeilt, also auch gebrochen hat (Joh 21,13).

Es ist eine Art Erkennungszeichen für den Herrn. Er ist der Hausherr, der an seine Hausgenossen das Brot austeilt. Da uns keine detailierte Beschreibung der Feier des Abendmahls in Jerusalem vorliegt, können wir mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass diese Verordnung im Rahmen der allgemeinen Mahlzeiten gefeiert wurde uns zwar in den Hausversammlungen als ständige Erinnerung an den Tod Jesu. Vergessen wir nicht, dass auch Jesus das neue Bundesmahl während des Abendessens eingesetzt hatte. Dazu kommt noch die Besonderheit der Gütergemeinschaft, welche in ihrer Art einmalig ist.

 

 

b). Die Praxis des Abendmahls in Troja

 

Auf der Rückreise von Korinth nach Jerusalem, etwa im Jahre 59 traf der Apostel Paulus in Begleitung von Lukas in Troja auf seine übrigen Begleiter (Apg 20,4). Dies war im Frühjahr, kurz nach den Tagen der ungesäuerten Brote (jüdische Passahwoche). Dort verbrachten sie sieben Tage (Apg 20,6). Am ersten Tage der Woche (an einem Sonntag) kamen sie mit der gesamten Gemeinde zusammen um das Brot zu brechen `klasei tou artou` (Apg 20,7. 11). Da sie wohl die gesamte Woche hindurch bei einer Familie (wahrscheinlich bei Karpus – 2Tim 4,13) versorgt wurden, kann hier angenommen werden, dass sich das Brechen des Brotes am ersten Wochentag auf das Abendmahl bezieht.

Die Situation in der Hafenstadt Alexandria Troja ist anders als in Jerusalem. Hier leben die Gläubigen nicht in einer Gütergemeinschaft, sondern jede Familie hat ihren eigenen Haushalt, ähnlich wie in Korinth. Die Abendmahlsgemeinschaft war für Paulus so wichtig, dass er die gesamte Woche da geblieben ist, obwohl er sich beeilte rechtzeitig bis zum Pfingstfest in Jerusalem zu sein (20,16). Sie ist ihm auch noch deswegen wichtig, weil er in Korinth gerade in dieser zentralen Gemeindepraxis Missstände klären musste (1Kor 11,17-34). So entsteht hier der Eindruck, dass das Mahl zur Erinnerung an den Tod Jesu und den neuen Bundesschluß, am Tag eins der Woche, also am Auferstehungstag gefeiert wurde. Dies könnte als Anlass gesehen werden für viele christlichen Gemeinden, jeden Sonntag das Abendmahl zu feiern. Die Abendmahlsfeier in Troja mit apostolischer Anwesenheit am ersten Tag der Woche ist auch ein wichtiger Hinweiss darauf, dass die Missionsgemeinden ihre wöchentlichen Versammlungen in der Regel einmal die Woche hielten (vgl. dazu auch 1Kor 16,1). Diese Versammlung in Troja zeichnete sich auch noch mit anderen Besonderheiten aus:

  • Die Predigt des Paulus zog sich zunächst bis Mitternacht hin,
  • Wegen Übermüdung fiel ein Jüngling Namens Eutychus aus dem Fenster des dritten Stockwerkes und wurde tot aufgehoben,
  • Eutychus wurde durch Paulus zum Leben erweckt,
  • Das Abendmahl wird gehalten und die Gemeinde ist getröstet worden,

Der zweite Teil der Predigt wurde fortgesetzt bis in die frühen Morgenstunden, danach zog er aus und ging zu Fuß nach Assos.

 

c). Die Praxis des Abendmahls in Korinth

 

Als Paulus den 1. Korintherbrief schreibt, sind seit der Gründungszeit der Gemeinde in Korinth etwa 4 Jahre vergangen. Wenn also Paulus etwa im Jahr 55 aus Ephesus schreibt; „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert  habe, `παρεδωκα – paredoka ` (1Kor 11,23), dann stützt er sich auf die höchste Autorität – nämlich auf Jesus selbst. Nach der Gründungsphase, die mehr als 18 Monate dauerte (Apg 18,1-18), in  welcher der Apostel in Theologie und Gemeindepraxis guten Grund legen konnte (1Kor 3,10), kamen viele neue Gläubigen hinzu und die Gemeinde wurde von einigen anderen Evangelisten aufgesucht und auch mitgeprägt. Im Laufe der Entwicklung schlichen sich in der Gemeinde so manche theologische, wie auch praktische Besonderheiten, aber auch sündiges Verhalten ein. So hört Paulus von Spaltungen (σχισματα – schismaata) in der Gemeindeversammlung der Korinther (11,18). Dies betraf auch die Feier des Abendmahls. Die offensichtlichen Missstände in diesem Bereich des Gemeindelebens, sind für Paulus ein notwendiger Grund, für die nachfolgenden Generationen jedoch ein glücklicher Umstand, dass es überhaupt eine detaillierte Beschreibung der Abendmahlsfeier aus apostolischer Zeit gibt. So wiedmet der Apostel diesem Thema einen langen und ausführlichen Abschnitt (1Kor 11,18-34). Übrigens nennt Paulus das Abendmahl – Herrenmahl (das dem Herrn gehörende Mahl), damit eindeutig unterschieden wird zu den übrigen Mahlzeiten, was gerade in Korinth sehr verschwommen war. Der Begriff  `δειπνον – deipnon` wird im NT durchweg für das Abendessen verwendet. So schreibt der Apostel„Wenn ihr nun an demselben (Ort) zusammenkommt, wird da nicht das Herrenmahl (κυριακον δείπνον –   kyriakon deipnon) gegessen. Denn jeder isst für sich seine Mahlzeit vorweg und welche sind hungrig, welche sind trunken“ (11,20-21 frei übersetzt). Es scheint so, dass einige Gemeindeglieder ihr eigenes Essen von zu Hause in die Versammlung mitgebracht haben. Das allein wäre noch kein Problem gewesen, wenn sie mit den Nichtshabenden geteilt hätten. Der Vorwurf des Apostels lautet dementsprechend: „Habt ihr denn nicht Häuser, um zu essen und zu trinken? Oder verachtet ihr die Gemeinde Gottes und beschämt die, welche nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? Hierin lobe ich nicht“ (11,22). Durch die mündlichen Erzählungen von denen der Chloe (1,11) wie auch anderer aus Korinth angereisten Mitarbeiter (16,17) konnte sich Paulus ein relativ gutes Bild über das Gemeindeleben der Korinther machen. Die mangelnde Unterscheidung zwischen dem Herrenmahl, als konkrete Erinnerung an Jesu Tod und dem allgemeinen sich satt essen und trinken in der Gemeindeversammlung, war nicht nur ein organisatorisch-praktischer, sondern ein zentraler theologischer Missstand, der für Spaltungen und Streitereien mitverantwortlich war (11,18; 1,11) und der zu einem geistlichen Niedergang führte (11,30). Und so stellt Paulus in schriftlicher Form richtig: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er überliefert (verraten) wurde, Brot nahm und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist (gegeben wird); dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis!  Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (11,23-26). Hier folgt Paulus der wörtlichen Überlieferung seines Herrn, wie es auch in den Evangelien geschrieben steht. Beachten wir die zeitliche Reihenfolge: „Er nahm den Kelch nach dem Mahl“, damals handelte es sich um das alttestamentliche Passah-Mahl. Darum will auch Paulus, dass eine deutliche Unterscheidung gemacht wird zwischen einer allgemeinen Mahlzeit und dem Erinnerungs-Mahl des Herrn (kyriakon deipnou) und seine Heilstat am Kreuz.

Des weiteren warnt Paulus vor unwürdigem, unbedachtem Teilnehmen am Mahl des Herrn: „Wer also unwürdig das Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch. Denn wer isst und trinkt, isst und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteil  `μη δια-κρίνων – me dia-krinon – nicht unterscheidet`“ (11,27-29). Unwürdig in diesem Zusammenhang bedeutet:

  • Dem Inhalt der Handlung nicht angemessen, nicht entsprechend,
  • Dem Sinn und Zweck der Verordnung entfremdend.
  • Konkret bedeutet es – das Brot und den Kelch nicht in Verbindung mit Jesu Leib und Blut zu bringen, sowohl in objektivem Sinne als Heilstatsache, wie auch im persönlichen – daran nicht glauben – das ist unwürdig.

Nachdem Paulus die Abenmahls-Theologie richtig und klar dargestellt hat, fordert er jeden auf, sich selbst zu prüfen. Gerade in dem Bereich kann niemand einem anderen ins Herz schauen, daher ist Eigenverantwortung und gesunde Selbstkritik der bessere Weg zur Korrektur und der geistlichen Wiederherstellung, so die Meinung des Paulus: „Wenn wir uns aber selbst beurteilten (διεκρίνομεν – diekrinomen –  wir uns selbst richteten), so würden wir nicht gerichtet“ (11,31).

Es ist offensichtlich, dass wegen diesem Missverständnis und Missbrauch ein Großteil der Gemeinde geistlich nicht vorankam, ja sogar geistlich gestrauchelt war. So schreibt Paulus weiter: „Deshalb sind viele unter euch schwach und krank, und ein gut Teil sind entschlafen“ (11,30). Wahrscheinlich sind die drei Ausdrücke `schwach, krank und entschlafen` im übertrgenem geistlichen Sinne zu verstehen. Kaum vorstellbar, das ein großer Teil (ικανοι – ikanoi) wegen dem Missbrauch des Abendmahls physisch gestorben wären.

Und so schließt der Apostel dieses Thema ab mit den Worten: „Daher, meine Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um zu essen, so wartet aufeinander! Wenn jemand hungert, der esse daheim, damit ihr nicht zum Gericht zusammenkommt. Das Übrige aber will ich anordnen, sobald ich komme“ (11,33-34).

 

10. Teil: Fragen zur Praxis des Abendmahls heute

 

a). Wie oft wurde in apostolischer Zeit Abendmahl gehalten? Was ist die heutige Praxis in den christlichen Gemeinden?

 

b). Wer kann und soll am Abendmahl teilnehmen? Welche Voraussetzungen sind dazu notwendig?

 

c).  Wer kann das Abendmahl austeilen?

 

d).  Ab welchem Alter ist die Teilnahme am Abendmahl zu empfehlen?

 

e). Ist es sinnvoll, dass das Abendmahl immer in der Gemeindeversammlung gefeiert wird, oder, kann das Mahl des Herrn auch in einem Hauskreis, Gebeskreis oder bei einer Freizeit ausgeteilt werden?

 

f). Ist das Abendmahl an die Fußwaschung gekoppelt, wie in Johannes 13,1-17 beschrieben und von Jesus mit seinen Jüngern praktiziert wurde?

 

g). Die Symbolelemente von Brot und Wein: Muß das Brot ungesäuert sein? Kann man anstatt Wein auch Traubensaft nehmen?

 

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