Ehe nach Gottes Plan

Ehe nach Gottes Plan

 

 

 

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Abbildung 1 Schwäne-Paare bleiben lebenslang zusammen (Foto:  28. Januar 2015).

 

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Abbildung 2 Auch in der Gemeinschaft wissen die Schwäne, wer zu wem behört (Foto:  28. Januar 2015).

Einleitung

 

Der Aufbau einer Ehebeziehung in Übereinstimmung mit Gottes Plan bildet eine stabile Grundlage für das Gelingen und Glück in einer Familie.

  • Doch was bedeutet Ehe?
  • Woher kommt die Idee für die Ehe?
  • Wann beginnt die Ehe?
  • Welche Bedeutung hatte die Verlobung in biblischen Zeiten?
  • Hat Ehe in unserer Zeit überhaupt eine Chance? Oder wieder eine Chance?

Besonders in unserer westlichen Gesellschaft gibt es heute eine Vielfalt an Lebens- und Beziehungsformen und die öffentliche Akzeptanz zu dieser Vielfalt steigt zunehmend. In dieser Entwicklung spielen die Medien eine wesentliche Rolle, denn gehört und beachtet wird meist der, der sich vordrängt und am lautesten seine Ideen proklamiert.

Im Laufe meiner 45-jährigen Berufslaufbahn als Klavierstimmer kam ich in viele tausende Haushalte und in den Meisten traf ich ganz gewöhnliche traditionelle Familien an, das hat mich ermutigt. Doch bekanntlich „sieht der Mensch was vor Augen ist“, allein Gott sieht das Herz des Menschen, eben seine innere, meist verborgene Lebenswelt. So gehen wir davon aus, dass es mit Ehe und Familie in unserem Land nicht besonders gut bestellt ist.

In der vorliegenden Bibelstudie möchte ich mich bewusst auf die Bereiche eingehen, welche mit der Grundidee, der Vorbereitung, dem Beginn und der Eheschließung zu tun haben, aber auch mit der Wiederherstellung zerbrochener Beziehungen. Wenn das Fundament auf festen Grund gelegt wird, bildet es die Voraussetzung für die Stabilität eines jeglichen Hauses, auch das der Ehe.

1.  Gottes wunderbarer Plan für die Ehe

 

1.1 Eins der zentralen Themen der Schrift – die Ehe

Es ist schon erstaunlich, welch einen breiten Platz die Thematik Ehe und Familie in der Bibel einnimmt. Nicht nur, dass die Bibel mit einer Ehegeschichte beginnt (1Mose 2) und mit einer Hochzeitsfeier abschließt (Offb 19), sondern auch das Gesetz und die Propheten gehen auf dieses Thema in vielfältiger Weise ein.

  • Das Hohelied Salomos ist ganz diesem Thema gewidmet, wenn auch mit fraglichen Fassetten der zum Teil heimlichen Nebenbeziehung;
  • Und die Propheten Jesaja, Jeremia und Hosea erwähnen häufig das Thema Ehe, wenn auch oft mit geistlichem Bezug;
  • Jesus bezieht klar Stellung zu den Fragen der Ehe;
  • Und die Apostel, Paulus und Petrus, widmen dieser Thematik auch viel Raum.

Dabei durchzieht die Heilige Schrift beständig und unmissverständlich auf der einen Ebene die Ehe nach Gottes Plan und auf der anderen Ebene der Ehebruch in seinen verschiedenen Varianten und Abarten und zwar im buchstäblichen (physischen), wie auch im übertragenen (geistlichen) Sinne.

 

1.2 Für die Ehe gibt es ein göttliches Vorbild

Grundsätzlich und von vornherein kann man Folgendes sagen:

Die geistliche Ehebeziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde ist prinzipiell das Vorbild für die natürliche Ehe zwischen Mann und Frau in dieser Welt. Natürlich bedarf diese Grundaussage einer detaillierten Erklärung. Doch die positive Darlegung der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde in den einzelnen Phasen:

  • Erwählung aus Liebe,
  • Berufung / Werbung,
  • Verlobung / Vorbereitung,
  • Hochzeit / Heirat / Heimholung,
  • Ewige Lebensgemeinschaft,

könnte sich positiv und motivierend für die auswirken, welche ehrliche Antworten auf die oben gestellten Fragen suchen.

 

Der Ausgangspunkt für diese Studie ist der Text aus Epheser 5,21-33 (Rev. Elbf.) in dem der Apostel Paulus gerade diesen Bezug eindeutig als Vorbild herstellt. So schreibt er:

Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi, die Frauen den eigenen Männern als dem Herrn! Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Retter des Leibes. Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem. Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes. „Deswegen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde. Jedenfalls auch ihr – jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber, dass sie Ehrfurcht vor dem Mann habe.

 

1.3 Der Mensch geschaffen nach dem Bild Gottes

Beginnen wir mit den Anfängen, die Erschaffung des Menschen entsprach dem Bild Gottes, der im Himmel ist. In 1Mose 1,26 steht geschrieben: „Und Gott sprach: „Lasset uns Menschen machen, die uns ähnlich (gr. ομοιόσινomoiosin) sind.“ Und in Vers 27 steht: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild (εἰκόνα – eikona), nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau (wörtlich: männlich und weiblich) schuf er sie.“ (Rev. Elbf.). Merken wir mal auf die Worte: „schuf er ihn (den Menschen = im Singular) und: „schuf er sie. (Mann und Frau, männlich und weiblich = im Plural)“. Zunächst schuf Gott den einen vollkommenen Menschen, der in sich die Gottesähnlichkeit und Bild trug.

  • In ihm wohnte der von Gott eingehauchte Atem des Lebens (der Mensch hat also einen eigenen menschlichen Geist – Hiob 32,8; Ps 32,2; Röm 8,16; 1Kor 2,11),
  • Er war ausgestattet mit Denkvermögen, er war ein Vernunftswesen, er hatte Weisheit und wendete diese an (1Mose 2,19-20),
  • Er war ausgestattet mit Willensfähigkeit, Unterscheidungsvermögen, der Fähigkeit auszuwählen und eigenständige Entscheidungen zu treffen (1Mose 2,17),
  • Er war ausgestattet mit Fähigkeiten schöpferisch tätig zu werden (1Mose 1,28),
  • Unter der Souveränität Gottes hatte er den Auftrag, autonom (selbständig) die Erde und was darin war, zu verwalten, beherrschen, sie sich untertan zu machen (1Mose 1,28; 2,15; Ps 8,5-9).

Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein (gr. μόνον monon) sei; ich will ihm eine Hilfe (gr. βοηθὸν bo¢thon) machen, die ihm entspricht.“ (1Mose 2,18). Es ist bemerkenswert, dass das griechische Wort, welches wir mit `Hilfe` übersetzen, häufig in den Texten des Alten Testamentes vorkommt und meistens die Hilfe Gottes in schwierigen Zeiten hervorhebt (2Mose 15,2; 5Mose 33,7; Hiob 22,25; Ps 8,10; 31,2; 44,2; 50,9; 60,9; 112,18). „Da ließ Gott, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so dass er einschlief. Und er nahm eine von seinen Rippen (gr. μίαν τῶν πλευρῶν αὐτοῦ mian tön pleurön autou) und verschloss ihre Stelle mit Fleisch; und Gott, der HERR, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau, und er brachte sie zum Menschen. Da sagte der Mensch: Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen.“ (1Mose 2,21-23). Im Hebräischen sind die Bezeichnungen für `Mann-isch` und `Frau-ischscha` ähnlich einem Wortspiel, wie auch in der D-Übersetzung erkennbar ist: `Mann / Männin`. Die griechische Bezeichnung: `μίαν τῶν πλευρῶν αὐτοῦ mian tön pleurön autou` bedeutet allgemein: `eine seiner (Körper)seiten`. Traditionell wird in dieser Textstelle der gr. Begriff `πλευρῶν – pleurön`  mit `Rippe` übersetzt. Doch an anderen Stellen des Alten und Neuen Testamentes, in denen dieser Begriff für die Körperseite des Menschen verwendet wird, wäre die Übersetzung `Rippe` zu konkret und nicht passend .

  • Hesekiel 4,8-9: der Prophet musste auf seiner (Körper)seite liegen, nicht explizir auf einer seiner Rippen;
  • Johannes 19,34: der römische Soldat stieß Jesus in seine Seite, (vermutlich zwischen den Rippen hindurch);
  • Johannes 20,20.25.27: Nach seiner Auferstehung zeigte Jesus den Jüngern und auch dem Thomas seine Seite (mit dem Wundenmahl), nicht seine Rippe.
  • Apg 12,7: Der Engel des Herrn schlug Petrus an seine Seite und weckte ihn auf (dass er dabei eine seiner Rippen traf, wäre eine zu konkrete Aussage).

Das verschließen der Seite bei Adam mit Fleisch (sarx, nicht mit Knochen) würde die oben beschriebene Übersetzungsmöglichkeit unterstützen. Demnach nahm Gott sozusagen aus dem vollständigen Menschen die `Frau, das Weibliche` heraus, „denn vom Manne ist sie genommen“. Der Herr formte sie nach Körper und Geist, dann stellte er sie dem Adam gegenüber. Adam war begeistert und zufrieden, dann gab er ihr den für sie genau zutreffenden Namen `Männin`.

Anmerkung: Diese Teilung des Menschen in männlich und weiblich würde sämtliche Unterschiedlichkeiten von Mann und Frau erklären. Übrigens verstärken diese Unterschiede die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau.

  • Körperliche Unterschiede;
  • Ihn verlangt nach der Frau, sie nach ihrem Mann (1Mose 2,23; 3,16);
  • Unterschiede in der Wahrnehmung;
  • Bei Frauen ein viel stärkeres und offensichtlicheres emotionales Empfinden (Lk 1,39-56);
  • In der stärkeren Konzentration oder Fixierung auf Kinder (Jes 49,15);
  • Bei der Frau ein feineres intuitives Erkennen, beim Mann eher durch logisches Nachdenken (Beispiele: Abraham/Sara, Isaak/Rebekka, Jakob/Lea und Rahel).

Anwendung: Aus dem einen wurden zwei und diese zwei sind laut Gottes Erklärung ein Fleisch (1Mose 2,24; Mt 19,5-6). Gott selbst legt in den Menschen eine Ähnlichkeit von seinem eigenen Gottesbilde hinein. Auch Gott ist einer (5Mose 6,4; Mk 12,29) vollkommen, doch auch bei ihm gibt es eine Teilung in Personen und Funktionen. Der Sohn, der aus dem Vater ausgeht, ist „Wesen von seinem Wesen“. Und Jesus bekräftigt diese Zweiheit in Einheit mit den Worten an die Juden: „Ich und der Vater sind eins (gr. ἐγὼ καὶ πατὴρ ἕν ἐσμενegö kai o pat¢r en esmen – eins ist hier ein Zahlwort).“ (Joh 10,30). Man kann hier auch von einer zusammengehörigen Einheit sprechen, im Gegensatz dazu wäre eine simple/einfache Einheit, die uns eher aus der Mathematik geläufig ist, nicht aber aus der Schöpfung. An verschiedenen Stellen des Neuen Testamentes wird hervorgehoben:

  • Dass Jesus von Gott dem Vater ausgegangen ist (Joh 8,42; 16,27.28.30; 17,8; Phil 2,6-8),
  • Dass er der Erstgeborene vor aller Schöpfung ist (Kol 1,15; Hebr 1,1-3),
  • Und dass er auch der ein-geborene Gottessohn ist (Joh 1,14.18).
  • Gleichzeitig ist er im Vater und der Vater in ihm präsent (Joh 1,1-3; 1,18; 10,38; 14,10-11; 16,32). Der Vater, Sohn und Heiliger Geist = der eine wahre Gott!

Gott schafft neues Leben durch das Wort und den Geist (Christus und Geist Gottes) und diese göttlichen Prozesse werden auch mit den uns bekannten und geläufigen menschlichen Begriffen `gebären` beschrieben (Joh 1,13; 3,3.5.7; 1Joh 4,7; 5,1.4.18; 1Petr 1,3.23; Titus 3.5). Der Mensch hat von Gott die Fähigkeit bekommen, durch das Einswerden von Mann und Frau neues Leben in physisch-materieller Sphäre zu schaffen (1Mose 1,28; 9,7; Joh 3,6).

 

1.4 Die Stiftung der Ehe und der Bund der Verlobung des Christus mit seiner Gemeinde

Mit der Erschaffung des Menschen hat Gott auch die Einrichtung der irdischen Ehe gestiftet, welche wiederum einem himmlischen Bild/Wirklichkeit entspricht. Denn in Epheser 5,32 schreibt der Apostel Paulus von der Beziehung zwischen Mann und Frau und deutet sie auf Christus und die Gemeinde. Im Text aus Epheser 1,3ff wird deutlich, dass Gott diese Wirklichkeit noch vor Grundlegung der Welt in Christus vorgesehen hatte. Dies bezieht sich also auf die Phase der Erwählung der Gemeinde in Christus.

Gott projiziert diese himmlische Wirklichkeit seines Ratschlusses in diese Welt hinein (in der Stiftung der Ehe zu Beginn der Schöpfung) und wir erkennen an den Konturen des Schattens (Ehe), wie die Wirklichkeit in der geistlichen Sphäre Gottes aussieht, bzw. aussehen wird. Der besondere und einzigartige Plan Gottes hat folgendes zum Inhalt:

  1. Der himmlische Vater will seinem Ein(zig)geborenen, geliebten Sohn eine Hochzeit ausrichten (Es ist die höchste juristische Stiftung – Bundesschluss des Christus mit seiner Gemeinde; dieser Bund soll ewigen Bestand haben). Dies war und ist sein Plan und um ihn zu verwirklichen, schuf er alle notwendigen Voraussetzungen. Schon vor Grundlegung der Welt hat der Vater die Gemeinde in Christus auserwählt:
    • Epheser 1,4: „Denn in ihm (in Christus) hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war.
    • Johannes 15,16: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt (…).
  2. Der Sohn macht sich auf, kommt in diese Welt und wirbt um seine zukünftige Frau. Er wird von dem großen Zeugen Johannes dem Täufer als Bräutigam erkannt und bezeichnet wenn er ausruft: „Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams, diese meine Freude ist nun erfüllt.“ (Joh 3,29).
  3. Mit dem „Es ist vollbracht“ (Joh 19,30), hat Christus die rechtlichen Grundlagen für die Verlobung mit seiner Braut geschaffen, denn schon durch den Propheten Hosea (2,21-22) offenbarte er seinen Willen, sich mit seiner Gemeinde zu verloben, bzw. die Gemeinde sich verloben. Dort steht geschrieben:: „Ich will dich mir verloben (gr. μνηστεύσομαιmn¢steusomai) für alle Ewigkeit, ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, in Treue will ich dich mir verloben, und du wirst den Herrn erkennen.

Der Herr selbst ist der Aktive bei dieser besonderen Verlobung.

(Anmerkung: Im biblischen Kontext hatte die Verlobung eine wesentlich größere Bedeutung als heute. Sie war rechtsverbindlich, rechtskräftig, ähnlich unserer standesamtlichen Trauung. Verlobt wurden junge Menschen oft lange vor der Heirat, sehr oft durch die Initiative der Eltern. Die Wortwurzel des griechischen Begriffes für Verlobung. `μνηστ(θ) mn¢st(th)`, hat die Bedeutnng von Erinnerung an, Gedenken an, zum Beispiel: gedenken an den Bund (1Mose 9,15; 3Mose 26,42; Jer 14,21; Lk 1,54.72). Das Denken der Verlobten war auf einander ausgerichtet. Verlobung war demnach eine bewusste Einstellung, ein ausgerichtet sein auf die Verlobte (den Verlobten). Doch erst bei der Hochzeit wurde die Ehe vollzogen – 5Mose 20,7).

Wenn der Herr sagt: „Ich habe dich mir verlobt“, dann ist es so, wie er es bildhaft in dem Text von Jesaja 49,16 ausdrückt: „Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet“. Ausdrücklich heißt es im Text des Propheten Hosea, dass er (der Herr) diese Verlobung will. Im gleichen Zusammenhang wird der Wille zur Verlobung dreimal bekräftigt. Und sie wird durch mehrere göttliche Eigenschaften ausgezeichnet und dadurch auch gefestigt:

  1. „Ich will dich mir verloben“ für alle Ewigkeit (ein ewiger unauflösbarer Bund).
  2. „Ich will dich mir verloben“ in Gerechtigkeit und Recht (entsprechend allen Rechtselementen der göttlichen Gerechtigkeit).
  3. „Ich will dich mir verloben“ in Gnade und Erbarmen (Er wird nicht nur zum Schuldnerberater, er klärt die Schuldfrage seiner Braut).
  4. „Ich will dich mir verloben“ in Treue (Ein Verlobungsbund der die Ein-Ehe zum Ziel hat und dies für immer – Er bleibt seiner Braut treu). Christus ist sozusagen ´monogam´ – er wird seiner Gemeinde niemals untreu, er schaut sich niemals nach einer anderen um. (Anmerkung: Wechselhafte Partnerbeziehungen schon in der Phase der Freundschaft (besonders wenn sie Geschlechtsverkehr einschließen) wirken sich später negativ aus auf die Intensität der Beziehung in der Ehe).
  5. Sie, die Gemeinde, wird Ihn erkennen – dies vollzieht sich auf einer geistlichen Ebene. Hier in einer Glaubensbeziehung, dort in Vollkommenheit.

Jesus hat die Gemeinde in sein Gedächtnis aufgenommen (es war und ist ein göttlich-juristischer und verbindlicher Akt, ein dauerhaftes Gedenken an seine Braut) und er wartet auf die Hochzeit mit ihr, zu einem Zeitpunkt, den der Vater bestimmt hat (Joh 14,1-3). Die Verlobungszeit ist auch für die Gemeinde eine Vorbereitungszeit auf die himmlische Hochzeit (Hochzeitsmahl) mit Christus und das ewige Miteinander danach (Offb 19,7-9).

Abbildung 3 Eine Verlobungsbeziehung und ein Ehebund gleichen einer stabilen Brücke, die tragfähig ist (Foto am 6. November 2014 im Wadi Rum-Jordanien).

In 2Korinther 11,2 schreibt der Apostel Paulus: „Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch angefügt (gr. ήρμοσάμην¢rmosam¢n eingepasst) einem (Zahlwort) Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau (gr. παρθένον – parthenon) hinstellte.“ (frei übersetzt). Der von dem Apostel in diesem Vers verwendete Begriff `ήρμοσάμην – ¢rmosam¢n` ist einmalig im NT und wird meistens mit `verlobt` übersetzt, hat jedoch von seiner Wortwurzel eher die Bedeutung von `anfügen, einpassen`, so die Stellen in Epheser 2,21 und 4,16. Für die Reinheit und Heiligkeit dieser Gemeinde hat Christus sein Leben geopfert. Er hat sozusagen nicht einfach nur einen bestimmten Brautpreis bezahlt, sondern sein eigenes LEBEN für sie dahingegeben (Joh 10,11.15.17). Damit hat er auch die Rechtsgrundlage für diesen ewigen Bund geschaffen.

In Epheser 5,25 schreibt der Apostel Paulus:

Ihr Männer liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei. (LÜ 84).

Somit ist nun die Ehe hier auf Erden ein Schattenbild, oder Abbild von der  himmlischen, göttlichen und geistlichen Wirklichkeit – nämlich der Beziehung des Christus zu seiner Gemeinde, die sich bereits hier und jetzt in der Phase der Verlobung befindet.

In Epheser 5,31 schreibt der Apostel  weiter: „Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.“ (LÜ 84). Hat nicht auch Christus den Himmel (sein Vaterhaus) verlassen, um hier auf Erden die Voraussetzung für die Einheit mit der Gemeinde zu schaffen? Auf der geistlichen Ebene formuliert der Apostel Paulus die Beziehung des Gläubigen zu Christus mit folgenden Worten: „Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein (gr. ἓν – Zahlwort) Geist mit ihm.“ (1Kor 6,17). So hat die geistliche Dimension der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde eine höhere und vollkommenere Qualität und ist daher das Vorbild. Denn Christus übernimmt umfassende Verantwortung für seine Gemeinde und dies in allen Phasen der Beziehung:

  • Er gab sein Leben für sie aus Liebe,
  • Er reinigt sie durch sein Wort und sein Blut,
  • Er heiligt sie durch den Geist,
  • Er versorgt sie,
  • Er schützt und bewahrt sie,
  • Er hält ihr die Treue!

Die Formulierung „ein Fleisch werden“ (1Mose 2,24; Mt 19,5; Eph 5,31) bezieht sich eindeutig auf die körperliche Vereinigung zwischen Mann und Frau wenn sie nach der Heirat, bzw. während der Hochzeitsfeierlichkeiten zusammenziehen und die Ehe nun auch körperlich vollzogen wird. Damit übernimmt der Mann auch die volle Verantwortung der Fürsorge für seine Frau.

  • Das Zusammenleben der Partner ohne einen öffentlich anerkannten und dazu noch  ehrlichen Bundesschluß (Ehe-Bund) lässt in der Regel immer ein Hintertürchen offen. Die Folgen sind Unsicherheit (besonders bei Frauen), unklare Verhältnisse im Familienverband und, wenn Kinder geboren werden, kein eindeutig klarer Vaterbezug.
  • Das Zusammenziehen, ohne zuvor einen Ehe-Bund (mit allen Pflichten und Rechten) geschlossen zu haben, gleicht einem Menschen, der ein Haus ohne vorherige öffentliche Genehmigung baut und es bewohnt, aber immer das komische Gefühl hat, irgendwie die Reihenfolge nicht eingehalten zu haben.
  • Ein Fleisch werden“ bedeutet also nicht die Inbesitznahme, sondern die Übernahme der vollen Verantwortung für die Handlung und allen daraus entstehenden Folgen (Schwangerschaft, Kinder).
  • Ein Spruch lautet: „Es sollte ein Eindeutiges davor und danach geben.“ Davor ist noch nicht wie danach und danach ist nicht mehr wie davor.

Es bleibt dabei, Christus und seine Gemeinde ist das Original/Vorbild für unsere Ehen auf Erden.

Die Ehe ist also Gottes Idee und Gottes Plan.

Wer diese biblische Wahrheit erkennt und bejaht, dem wird es leicht fallen die weiteren Hinweise der Schrift in Bezug auf Ehe zu erkennen und die daraus resultierenden Schlussfolgerungen in seinem Leben anzuwenden.

 

 

2.  Sinn und Bedeutung der Begriffe

 

Gott selbst hat festgelegt, mit welchen Begriffen der Status, also der Stand in der jeweiligen Phase einer Beziehung, beschrieben wird.

 

2.1 Der Stand und Zustand in der Verlobungsphase

Der griechische Begriff ´νύμφος – nymfos´ bezeichnet den Status von Christus als Bräutigam, so zum Beispiel in Lukas 5,34: „Jesus aber sprach zu ihnen: Könnt ihr etwa die Hochzeitsgäste fasten lassen, während der Bräutigam (νύμφος – nymfos) bei ihnen ist?“ Der griechische Begriff ´νύμφη – nymf¢ ´ bezeichnet den Status der Gemeinde als Braut des Christus, so in  Johannes 3,29: „Wer die Braut (νύμφη nymf¢) hat, der ist der Bräutigam (νύμφος – nymfos).

Der griechische Begriff  ´παρθένος – parthenos´ beschreibt den Zustand der Braut Christi, die rein, also unberührt ist (2Kor 11,2b). Betrachten wir den Zeitpunkt, welchen Paulus anspricht. Er sagt: „Ich will die Gemeinde als eine reine Jungfrau (parthenos) dem Christus zuführen.“ Sie ist also mit ihrem Bräutigam noch nicht zusammengezogen. Als Verlobte bildet sie mit Christus schon jetzt im Glauben eine geistliche Einheit. Sie ist ihm versprochen, verlobt, vertraut. Doch sie ist noch nicht dort bei ihm. Anders ausgedrückt: Die Hochzeit ist noch nicht da. Die Braut wartet im Glauben und Vertrauen auf Ihn, ihren zukünftigen Mann, bis er sie heimholt. So sagte Jesus seinen Jüngern: „Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.“ (Joh 14,3). Auch viele Stellen aus dem Alten Testament (in der LXX (der griechischen Übersetzung des hebräischen Alten Testamentes) in denen der Begriff ´Parthenos´ vorkommt, setzen die Unberührtheit eines Mädchens oder einer jungen Frau, voraus. Auch in den vielen Stellen des Neuen Testamentes, in denen dieser Begriff verwendet wird, ist ausdrücklich die Unberührtheit (Jungfräulichkeit) einer jungen Frau oder Mädchens betont. Im heutigen Sprachgebrauch würde es heißen: „ein Mädchen, das noch keinen Geschlechtsverkehr hatte“. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese junge Frau schon verlobt ist, also den Status einer Braut hat, oder noch nicht verlobt ist. Nach biblischer Ausdrucksweise heißt es: sie hat noch keinen Mann erkannt. Das Wort erkennen bedeutet im biblischen Sinne zunächst Geschlechtsverkehr (1Mose 4,1 „Adam erkannte (έγνωegnö) seine Frau und sie wurde schwanger (…).“ Ähnlich und ergänzend lesen wir in 1Mose 24,16: „Und das Mädchen war sehr schön von Aussehen, eine Jungfrau (παρθένοςparthenos), und kein Mann hatte sie erkannt (έγνωegnö).“ (Rev Elbf.).

Auch im 5. Buch Mose Kapitel 22,13-29 in dem der Begriff ´παρθένια – parthenia´ mindestens fünf Mal gebraucht wird, beschreibt er eindeutig den Zustand eines Mädchens, das noch jungfräulich ist. Ganz deutlich wird aus diesen Texten, dass sexueller Verkehr außerhalb der eigenen Ehe gesetzeswidrig war. Dieses Verhalten entwürdigte Menschen, zerstörte geordnete Beziehungen und wurde nach dem Gesetz bestraft.

Für Maria, die Mutter von Jesus, wird in Matthäus 1,23.25; Lukas 1,27.34 derselbe griechische Begriff, ´παρθένος parthenos´ verwendet, wie auch in den oben genannten alttestamentlichen Stellen.

Auch bei Paulus, der recht viel und detailliert von und für Jungfrauen schrieb, hat der Begriff ´parthenos´ dieselbe Bedeutung  (vgl. 1Kor 7,36-38 mit  2Kor 11,2).

 

2,2 Die Hochzeitsfeier

In der Offenbarung des Johannes 19,6-7 lesen wir:

Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr unser Gott hat das Reich eingenommen! Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit (gamos) des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet.

In diesem Text wird noch ein weiterer Begriff verwendet, der unser Thema erhellt; es ist der griechische Begriff ´γάμος – gamos´ und durch ihn wird die Hochzeit, das Heiraten, bzw. die Hochzeitsfeier beschrieben. Es kommt also die Zeit für die Hochzeit des Lammes. Als Jesus noch auf Erden war, sagte er: „Ich gehe zum Vater und ich werde wiederkommen und euch zu mir nehmen (heimholen), damit ihr seid, wo ich bin und ihr meine Herrlichkeit seht, die mir der Vater gegeben hat, noch ehe die Welt gegründet war.“ (auszugsweise aus Joh 14,3 und 17,4-5). Mit dem Nachhause holen beginnt die vollkommene Vereinigung zwischen Christus und seiner Gemeinde. Erst dann wird sie im geistlichen Vollsinn seine Frau und zwar für alle Ewigkeit. Erst in Offenbarung 19,7 bei der Hochzeit, wird der Begriff Frau (gr. γυνή – gyn¢) im Vollsinn für die Gemeinde gebraucht. Allerdings ist Sexualität, wie Mann und Frau sie hier erleben, kein Bestandteil in der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde, denn die vollkommene Vereinigung mit Christus ist geistlicher Natur (1Kor 6,17).

Jesus hält in der Beziehung zu seiner Gemeinde eine bestimmte Reihenfolge ein (Auswahl- Berufung-Werbung-Verlobung-Hochzeit-ewige Gemeinschaft) und Ähnliches gilt natürlich auch für die Ehe auf Erden (hier ist das Ziel – lebenslange Gemeinschaft). Erinnern wir uns an den Grundsatz: Die geistliche, göttliche Wirklichkeit (Christus und seine Gemeinde) ist Muster, Vorbild und Maßstab für unsere irdischen Ehen.

 

2.3 Maria und Josef im Kontext der jüdischen Geschichte

Josef und Maria hielten sich an Gottes Ordnung in Bezug auf das Verhalten vor der Ehe.  Von ihnen schreibt der Evangelist Matthäus: „bevor sie zusammenkamen“, also bevor Josef seine Verlobte  Maria heimholte, oder heiratete (Mt 1,18; Lk 1,27).

(Anmerkung: Die Formen des Heiratens sind in der Bibel ganz unterschiedlich. Mal holt ein Mann seine Verlobte nach Hause, mal wird sie ihm nach Hause gebracht. Ob mit oder ohne besondere Feier, es ist immer öffentlich bekannt, dass dieses Mädchen von jetzt an zu jenem Mann gehört und er für sie die volle Verantwortung übernimmt, sei es der Schutz, oder die soziale Sicherheit).

Maria war mit Josef verlobt (μνηστευθείσης – mn¢steutheis¢s – sie war dem Josef rechtskräftig zur Frau verlobt, vertraut) aber es fiel weder ihr noch Josef ein, vor der Ehe, also vor der Heirat, miteinander sexuell zu verkehren. Hätte Gott sexuellen Verkehr zwischen Verlobten (oder sogar zwischen befreundeten) Menschen freigegeben, hätte die Jungfrauengeburt von Jesus durch Maria nie und nirgendwo Glauben gefunden. Gott ist weise und er hat der Frau und damit der Maria eine wunderbare Sicherheit für ihre Würde und einen Beweis der Unberührtheit gegeben. Gott sei gelobt für diese weise Schöpfungsordnung!

Nach der Weisung Gottes im Traum, holte Josef seine Maria zu sich in sein Haus, das heißt, er heiratete sie. Natürlich ist Josef und Maria ein Sonderfall, denn auch nach dem er sie zu sich nahm, enthielt er sich des Geschlechtsverkehrs mit ihr noch so lange, bis sie ihren Sohn geboren hatte (Mt 1,24-25: „er erkannte sie nicht, bis sie ihren Sohn gebar“). Es sollte nicht der geringste Anlass für Zweifel in Bezug auf die Jungfrauengeburt von Jesus gegeben werden. Nach der Geburt von Jesus, dem Erstgeborenen, hatten Josef und Maria gemeinsame Kinder, mindestens sechs an der Zahl (Mt 13,56).

Eine weitere Besonderheit bei Josef und Maria ist die Statusbezeichnung. Bereits kurz nach der übernatürlichen Empfängnis bezeichnet der Engel die Maria als `Frau von Josef` (Mt 1,20: γυναῖκά σου – gynaika sou – deine Frau). Matthäus schreibt: „Josef aber ihr Mann (Ἰωσὴφ δὲ ἀνὴρ αὐτῆςIös¢f de o an¢r aut¢s) wollte sie nicht bloßstellen“ (Mt 1,19). Damit konnten nach jüdischem Recht (juristisch) bereits Verlobte als Mann und Frau bezeichnet werden. Während ihrer Reise von Nazaret nach Bethlehem wird Maria als `die dem Josef Verlobte` bezeichnet (τῇ ἐμνηστευμένῃ αὐτῷ – t¢ emn¢steumen¢ autö). Warum bezeichnet der Evangelist Lukas Maria nicht als `seine Frau`, wie es der Engel bei Josef macht, sie sind ja bereits verheiratet? Nun, wie oben dargelegt wurde, ist Maria, rechtlich gesehen, Josefs Frau, biologisch jedoch noch seine Verlobte. Die beiden Evangelisten legten, offensichtlich unter der Leitung des Heiligen Geistes, großen Wert darauf, dass beide Ebenen deutlich auseinandergehalten werden. Dem Gesetz ist Genüge getan, kein Mensch kann in ihrem Verhalten etwas beanstanden und Gottes Vorhaben wird verwirklicht durch die Einbeziehung der Frömmigkeit und den Glaubensgehorsam von Maria und Josef (Lk 1,38; Mt 1,24).

 

2.4 Der Ehe Rahmen bei Paulus

Auch bei Paulus markiert der Begriff ´gamos´ einen klaren Übergang von  Jungfrau-sein und dem zur Frau eines Mannes werden, sowohl in räumlicher, als auch in körperlicher Hinsicht (1Kor 7,25-34; 1-5). Alle Begriffe werden in diesem Kapitel genannt und sie definieren auch den jeweiligen Stand (Ehemann, Ehefrau, Jungfrau, Verlobte, unverheiratet, Witwe, verheiratet, geschieden).

Wegen der ´πορνεία – porneia – Unzucht (also, um zuchtlosen sexuellen Lebensstil zu vermeiden) soll jede Frau ihren eigenen Mann haben und jeder Mann soll seine eigene Frau haben (1Kor 7,2). Und in diesem ehelichen Rahmen ist sexuelles Erleben zwischen den Eheleuten nicht nur mit gutem Gewissen gestattet, sondern empfohlen (Kor 7,6). Damit wird eindeutig betont, dass das sexuelle Erleben nicht einfach nur der Fortpflanzung dient, sondern von Gott als beglückendes Erleben für die Ehepartner vorgesehen wurde (1Kor 7,2-5).

Für die Unverheirateten (a-gamos) und Witwen ist die Empfehlung von Paulus, dass, wer sich nicht (sexuell) enthalten kann, der soll heiraten. Das bedeutet nicht einfach so zusammenziehen oder zusammenleben, sondern zu heiraten (1Kor 7,8-9). Die Begründung: Es ist besser zu heiraten, als von der (sexuellen) Begierde (dem Verlangen) verzehrt zu werden, das heißt sexuell zu entgleisen, was ohne oder außerhalb einer Ehebeziehung leicht der Fall sein kann.

Doch die Suche nach einem Ehepartner soll aus lauteren Motiven geschehen, wie der Apostel Paulus an die Gläubigen in Thessalonich schreibt:

Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, dass ihr euch von der Unzucht fernhaltet, dass jeder von euch sich sein eigenes Gefäß (Frau) in Heiligung und Ehrbarkeit zu gewinnen wisse,  nicht in Leidenschaft der Begierde wie die Nationen, die Gott nicht kennen. (1Thess 4,3-5).

 

2.5 Schlußfolgerungen

Wer also mit seiner Freundin oder Verlobten zusammen wohnt und auch geschlechtliche Beziehungen pflegt, begeht Raub, denn er nimmt etwas weg, was ihm nicht, oder noch nicht gehört. Der Textzusammenhang in 5Mose 22,13-29 macht deutlich, dass für Menschen in der Verlobungsphase noch keine sexuellen Beziehungen vorgesehen waren. Wer es tut, ist zu vergleichen mit jemand, der sein Geburtstagsgeschenk vor seinem Geburtstag auspackt. Hier ist der Spruch am Platz: „Geduld ist euch Not, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.“ (Hebr 10,36).

Diese Betrachtungen zeigen, dass sich auch anhand der Begriffe klare Richtlinien und Verhaltensweisen für Beziehungen vor und in der Ehe ableiten lassen.

 

 

3. Das Ehe-Ideal Gottes, dessen Zerfall und die Folgen

 

3.1 Siehe, es war sehr gut

Gott hat ganz zu Beginn eine vollkommen geordnete und funktionierende Ehebeziehung zwischen Adam und Eva gestiftet. Das Ideale war, dass ein Mann und eine Frau eine lebenslange Beziehung in allen Bereichen pflegen konnten. Und zunächst ging auch alles gut.

  • Ihre Zuneigung und Liebe zu einander war ungetrübt
  • Sie konnten sich in ihrer äußeren Nacktheit mit reinem Gewissen anschauen und aneinander erfreuen
  • Ihre Beziehung zu Gott, ihrem Schöpfer war ungetrübt, Angst und Furcht waren ihnen fremd
  • Sie waren mit einem hohen Maß an Weisheit und Erkenntnis ausgestattet
  • Sie kannten alle Tiere und gaben ihnen passende Namen
  • Alle Tiere waren ihnen untertan
  • Der Auftrag Gottes, den Garten zu bebauen und zu bewahren, war für sie keine Last, sondern Sinnerfüllung und machte ihnen Freude
  • Essen und Trinken gab es im Überfluss und in fast unbegrenzter Auswahl
  • Frieren mussten sie auch nicht, denn das Klima war perfekt
  • Die Verantwortungsbereiche waren zunächst klar abgesteckt

Doch wie lange dauerte diese Glückseligkeit? Die Bibel schweigt über die Dauer dieses paradisischen Zustandes im Garten Eden.

 

3.2 Der Zerfall im Bereich Ehe und dessen schwerwiegende Folgen

Bereits ein Enkel von Kain lebte in Polygamie, wie wir aus 1Mose 4,19 erfahren:

Lamech aber nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada und der Name der andern Zilla.“ Und schon bald fragten die Menschen nicht mehr nach Gottes Willen in Bezug auf die Ehebeziehung. sondern: „Da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, dass sie gut waren, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten.“ (1Mose 6,2). Die Männer der Gottessöhne (wahrscheinlich die Nachkommen Sets) vermischten sich mit den Töchtern der Menschen (wahrscheinlich die Nachkommen Kains). Die Übernahme an Lebensgewohnheiten der Kainiten führten zwangsläufig zu Gewalt, Polygamie mit all deren zerstörerischen Auswirkungen, wie Gewalttaten, Machtkämpfe, Übergriffe auf Leib und Leben der Schwächeren. Gott schickte die Sintflut, um die Ungerechtigkeit und Bosheit der Menschen zu stoppen. In Noah fand sich ein Mann mit einer Frau und drei Söhnen und deren Frauen (alle drei Söhne waren monogam), welche Gott in die neue Welt hinüber rettete (1Mose 6-9).

Aber auch schon in den Familien der Patriarchen zeigten sich Unregelmäßigkeiten in der Ehebeziehung und dem Familienzusammenhalt. Abraham  ging ein zu Hagar, Saras Magd, wohlgemerkt auf Anraten seiner Frau. Doch er hätte eigentlich Verantwortung zeigen müssen und auf Gottes Versprechen hinweisen, vertrauen und sich gedulden sollen. „Und er (der Herr) ließ ihn hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein.“ (1Mose 15). Doch Sara und auch Abraham griffen Gott voraus, in ihrer Ungeduld, zu ihrem eigenen Leid und Spannungen in ihrer Beziehung. Bei dem Stammvater Jakob und einigen der zwölf Stammesvätern sind gravierende Abweichungen von einer gottgewollten Ein-Ehebeziehung aufgeschrieben worden, welche nicht ohne leidvolle Folgen geblieben sind.

Das Gericht Gottes brach über Sodom und die umliegenden Städte herein, weil dort Gewalttaten und sexuelle Perversion Überhand nahmen (1Mose 1,19). Ein kurzer Textauszug gewährt Einblick in den moralischen Zerfall jener Städte. So lesen wir in 1Mose 19,4-5: „Aber ehe sie sich legten, kamen die Männer der Stadt Sodom und umgaben das Haus, Jung und Alt, das ganze Volk aus allen Enden,  und riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir uns über sie hermachen.“ Der Textzusammenhang macht deutlich, dass es sich um brutale sexuelle Gewalt gehandelt hätte (Vers 8). Der Vergleich mit dem Text aus Judas 7 macht deutlich, dass die Sodomiter (Gomorra und umliegende Städte) Unzucht (porneia) in pervertierter Form (zum Beispiel Homosexualität) praktizierten. Es geht hier überhaupt nicht darum, Menschen mit anderen sexuellen Neigungen zu verurteilen, sondern deutlich zu machen, dass Gott die Gabe der Sexualität in die Ehe zwischen Mann und Frau gegeben hat. Diese Position offenbart Gott eindeutig auch im Römerbrief durch den Apostel Paulus (Röm 1,20ff). Durch das Gesetz Moses (3Mose 20,10-23) wurden Willkür und ungehemmte Sexualität in den Beziehungen zwischen Männern und Frauen und auch gleichgeschlechtliche Beziehungen detailliert benannt und entsprechende Vorgaben gemacht, bzw. unter Strafe gestellt. In fast allen Abweichungen von Gott war zügellose Sexualität im Spiel.

Unter den Söhnen der Frauen von dem König David tobte ein harter, sogar blutigen Konkurenzkampf um die Krone und den Thron. „Und David nahm noch mehr Frauen und Nebenfrauen in Jerusalem, nachdem er von Hebron gekommen war, und es wurden ihm noch mehr Söhne und Töchter geboren.“ (2Sam 5,13; 1Kön 1,5; 2Sam 13,15-29; 14,1-33; 15,1-18,32). Auch Salomo übertrat sämtliche Schranken des vom Gesetz Zulässigen, was Frauen betraf (1Kön 11,1; Neh 13,26; 5Mose 17,14-20).

Jesus bezieht klar Stellung zu den Missständen und Entgleisungen im Bereich der Sexualität. Der Evangelist Matthäus schreibt dazu:

Und Pharisäer kamen zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder beliebigen Ursache seine Frau zu entlassen? Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie von Anfang an als Mann und Frau schuf  und sprach: „Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die zwei ein Fleisch sein“ – so dass sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden. Sie sagen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und zu entlassen? Er spricht zu ihnen: Mose hat wegen eurer Herzenshärtigkeit euch gestattet, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber, dass, wer immer seine Frau entlässt, außer wegen Hurerei (porneia/Unzucht), und eine andere heiratet, Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch. (Mt 19,3-9).

 

Die Bibel bezeichnet alle Arten von Geschlechtsbeziehungen außerhalb einer Ehe zwischen Mann und Frau als ´porneia´- Unzucht – zuchtloses Verhalten. Und sie bezeichnet dieses Verhalten als Sünde und zwar Sünde mit gravierenden Folgen:

  • Negative Folgen für körperliche, seelische und geistliche Gesundheit
  • Negative Folgen in den familiären und verwandtschaftlichen Beziehungen
  • Negative Folgen für die Entwicklung und Erziehung der Kinder
  • Negative Folgen für eine ganze Gesellschaft

Die Beobachtung der Geschichte (nicht nur der biblischen) lässt sogar den Schluss zu, dass sexuelle Entgleisungen eine der Hauptursachen für die Zerstörung einer Zivilisation sind. Daher wird gerade auch heute eine geordnete Ehebeziehung zwischen Mann und Frau zu einer großen Herausforderung, sowohl für persönliches Glück, als auch der Regeneration einer ganzen Gesellschaft.

 

 

4. Wege aus der Krise

 

GOTT sei DANK, dass sich die Erlösung durch Jesus Christus, auch auf alle Arten und Formen von sexuellem Fehlverhalten, heilsam auswirkt. Vorrausetzung jedoch ist, dass der Betroffene seine Verfehlung erkennt, einsieht, bereut, bekennt, lässt und bei Gott sowie den betroffenen Personen um Vergebung bittet.

  • Wer in einer nichtehelichen Beziehung lebt, beende diese Beziehung, oder heirate und bekenne sich öffentlich vor Gott und Menschen zur Übernahme der Verantwortung für den Partner auf Lebenszeit.
  • Wer sich in einer zerbrochenen Beziehung befindet, sollte ausloten (wenn nötig mit Hilfe und Unterstützung einer christlich-therapeutischen Beratung), ob durch Versöhnung die Beziehung noch wiederherzustellen ist.
  • Wo eine zerbrochene Beziehung nicht mehr herzustellen ist, sollte durch ´Bitte um Vergebung´ Entlastung gesucht werden, bei den Personen, an denen man schuldig geworden ist.
  • Man sollte unter keinen Umständen eine neue Beziehung eingehen, solange es keine endgültige Klärung der vorhergehenden Beziehung gegeben hat.
  • Jede Situation ist individuell zu bewerten und eine Lösung kann daher nicht durch pauschale Vorgaben gefunden werden.

Gute christliche Literatur zu all diesen Themenbereichen, christliche Eheberatung (z.B. Weißes Kreuz) sowie Seelsorgeberatung in Gemeinden können und sollten in Anspruch genommen werden, um aus Krisen verschiedenster Art herauszukommen.

 

Gottes Wohlgefallen wird auf jedem ruhen, sein Segen wird nicht ausbleiben für den, der Ihn (Jesus) zum Vorbild nimmt. Alle nun, die ihr Leben nach diesem Maßstab und Vorbild eingerichtet haben,  sind keineswegs altmodisch, sondern sie können Gott danken für die Gnade, die ihnen geschenkt wurde und sie können dadurch der Verantwortung gerecht werden, Vorbilder für andere zu sein.

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Abbildung 4 Wir sind zwar schon in die Jahre gekommen, doch bleiben wir zusammen. Am Anfang war es etwas schwierig, es hat mal da, mal dort gerieben und gedrückt, doch mit der Zeit haben wir uns gut eingelaufen und das Miteinander auf dem Weg macht Freude und wird zunehmend entspannter.

Alle Männer und Frauen, die heute in einer geordneten Ehebeziehung leben, sind gefragt und zugleich auch herausgefordert wie nie zuvor, Gottes wunderbaren, himmlischen Plan mit und in der Ehe und Familie zu verwirklichen, so dass er uns segnen kann und sein heiliger Name verherrlicht wird.

 

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