Jesus verordnet seinen Jüngern eine Ruhepause

7.4 Die Ruhepause nach dem Missionsdienst der Jünger

(Bibeltexte: Mt 14,13a; Mk 6,30-32; Lk 9,10-11; Joh 6,1-4; 16-17)

Jesus befindet sich an einem bestimmten Ort in Seenähe irgendwo zwischen Magdala und Kapernaum.

Abbildung:  Botsfahrt bei spiegelglatter See zwischen Tiberias und Magdala (Foto am 23. Januar 2019).

Die Rückkehr seiner Jünger und die Nachricht über den Tod von Johannes dem Täufer sind zeitlich ineinander verflochten. Gut möglich, dass es eine Absprache gegeben hatte bezüglich Zeit und Ort des Treffens. Ob gleichsam oder nach und nach treffen die Jünger bei Jesus ein.

Der Ev. Markus schreibt dazu:

Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen. Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein“ (Mk 6,30-32). Und der Ev. Lukas ergänzt: „Und die Apostel kamen zurück und erzählten Jesus, wie große Dinge sie getan hatten. Und er nahm sie zu sich und zog sich mit ihnen allein in eine Stadt zurück, die heißt Betsaida.“ (Lk 9,10).

Die zwölf Jünger (in diesem Zusammenhang werden sie Apostel genannt) kehren von ihrem mehrere Wochen dauerndem Missionseinsatz zurück (kommen bei Jesus zusammen) und berichten ihrem Lehrer alles, was sie während dieser Zeit getan und gelehrt hatten. Die Evangelisten nennen keine Details, doch wohl sind ihre Erfahrungen ähnlich gewesen wie die der 70, welche Jesus später aussandte (Lk 10,17). Jesus selbst ordnet seinen Jüngern eine Ruhepause an. Folgende Gründe werden dafür angegeben:

  • Sie sollten sich ein wenig ausruhen. Das griechische Verb ´ἀναπαύσασθε ὀλίγον – anapausesthe oligon` kann wörtlich mit `pausiert ein wenig` übersetzt werden (Mk 6,31).
  • Viele Menschen kamen mit ihren Anliegen und Fragen, so dass sie nicht einmal Zeit (Gelegenheit) hatten zu essen (Mk 6,31).
  • Die Nachricht vom Tod des Johannes fällt auch in diese Phase und wird auch als Grund für seinen Weggang genannt (Mt 14,12-13a).

Das Treffen mit den zurückgekehrten Jüngern fand wahrscheinlich am NW-Ufer des Sees statt. Alle drei synoptischen Evangelien berichten, dass Jesus zusammen mit seinen Jüngern in einem Boot weggefahren ist.

Abbildung: Von Magdala aus reicht der Blick weit hinais auf den See (Foto: 23. Januar 2019).

 

Nach Matthäus und Markus steuern sie eine einsame Gegend an. Lukas nennt den Ort, wohin Jesus sich mit seinen Jüngern im Boot zurückzieht: Betsaida. Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Angaben kann sein, dass die Jünger während der Bootsfahrt aus bestimmten Gründen die Richtung änderten und so weiter östlich der Stadt Betsaida an Land gingen. Der Ort der darauffolgenden Brotvermehrung ist also weiter östlich von Betsaida zu suchen. Das Nordostufer war im Vergleich zum Nordwest- und Westufer wenig besiedelt. Nach Übereinstimmung aller vier Evangelisten fand die Speisung in der „Wüste“ statt. Das Wort Wüste hat jedoch auch die Bedeutung von „einsamer Ort“, „unbewohnte Gegend“ (Mt 14,13.15; Mk 6,31.32.35; Lk 9,12; Joh 6,1-14 u.a.).

Aber schon beim Ablegen am (Nordwestufer) merken sich viele Menschen die Richtung – so berichtet es der Ev. Markus. Man sieht vom Ufer weit auf den See hinaus. Viele Menschen beeilen sich daher zu Fuß am Nordufer entlang in Richtung Osten zu gehen. Einige kommen sogar vor dem Jünger-Team ans andere Ufer. Während der relativ ‚langsamen’ Bootsfahrt (es war Frühling – Vorpassazeit Joh 6,4) können sich Jesus und seine Jünger nicht nur ausruhen, sondern auch die Erlebnisse der letzten Wochen und Tage in aller Ruhe reflektieren. Wer einmal mit einem Ruder oder Segelboot (ohne Motor) unterwegs war weiß, wie erholsam solch eine Fahrt sein kann (Nachahmung empfohlen). Nach dem Landgang steigt Jesus mit seinen Jüngern auf einen nahe gelegenen Berg (Hügel) und setzte sich dort (Joh 6,3). Auch der Ev. Johannes berichtet: „Danach ging Jesus weg ans andre Ufer des Galiläischen Meeres, das auch See von Tiberias heißt. Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern. Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden.“ (Joh 6,1-4). Aus Johannes 6,16-17 geht eindeutig hervor, dass die Jünger mit dem Boot unterwegs waren.

 

Fragen Aufgaben:

  1. Warum legt Jesus Wert auf Ruhepausen und wie werden sie begründet? Welche Arbeit oder Aufgaben strengen dich an und machen dich müde?
  2. Wohin zieht sich Jesus mit seinen Jüngern zurück? Hast du schon mal eine Bootsfahrt gemacht auf ruhiger See?
  3. Wie erleben die Jünger diese Zeit des Rückzugs in die Stille? Wie gestaltest du deine Ruhepausen, deinen Urlaub?
  4. Wie lange können Jesus und die Jünger unter sich bleiben? Musstest du auch mal unerwartet deinen Liegestuhl im Garten verlassen oder gar deinen Urlaub abbrechen?
  5. Achtung! Je bewusster und aktiver wir unsere Ruhepausen (Urlaub) gestalten, um so erholter und fähiger kehren wir zu unseren täglichen und regulären Aufgaben zurück.
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Warum musste Johannes der Täufer sterben?

7.3 Der Tod Johannes des Täufers

(Bibeltexte: Mt 14,6-12;  Mk 6,21-29)

Die Geburtstagsparty des Herodes Antipas wurde zum Todestag für Johannes den Täufer – welch eine Ironie! Herodes Antipas bekam die Herrschaft über Galiläa und Peräa und trug den Titel „Tetrarch“ Vierfürst, da er nur etwa den vierten Teil des Herrschaftsgebietes seines Vaters zugeteilt bekam. Wenn er gelegentlich mit dem hohen Titel König bezeichnet wird, so entsprach es keineswegs dem offiziellen römischen Standart (Lk 3,1ff), sondern eher dem Wunschdenken des Herrschers und seiner Anhänger. Manche Details aus dem Leben des Herodes’ sind uns vom jüdisch-römischen Geschichtsschreiber Josephus Flavius überliefert (Jüdische Altertümer 18).

Der Evangelist Markus schreibt:

Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. Da trat herein seine Tochter, die von Herodias, und tanzte, und sie gefiel Herodes und denen, die mit zu Tisch lagen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. Und er schwor ihr feierlich: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers. Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen der Eide und derer, die mit zu Tisch lagen, wollte er sie nicht abweisen. Und alsbald schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab’s dem Mädchen, und das Mädchen gab’s seiner Mutter. Und da das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab. (Mk 6,21-29; vgl. mit Mt 14,6-12).

 

7.3.1 Der zeitliche Aspekt

Die Dienstzeit des Johannes kann in drei Perioden unterteilt werden.

Die erste Dienstperiode beginnt mit dem Taufdienst am Jordan und geht bis zur Taufe von Jesus, verbunden mit dem öffentlichen Zeugnis über den Messias. Damit erreicht sein Dienst ihren Höhepunkt. Seine Aussagen über Jesus sind sein wichtigster und spezieller Auftrag, den er erfüllen sollte. Der Ap. Paulus unterstreicht dies in der Apostelgeschichte 13,25: „Als aber Johannes seinen Lauf (seinen Auftrag) erfüllte, sagte er: ich bin nicht der, den ihr vermutet …“. Die erste Dienstperiode könnte ein halbes Jahr gedauert haben, was dem Altersunterschied zu Jesus entspräche.

 

Die zweite Dienstperiode kann als die Periode des Abnehmens bezeichnet werden, wie er selber  sagte: „Jener (Jesus) muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (Joh 3,30). Diese zweite Periode wird etwas weniger als ein Jahr (ca. zehn Monate) gedauert haben (Joh 3,23). Die erste Dienstperiode des Johannes (ein halbes Jahr) lehnt sich an den Altersunterschied zu Jesus an. Die zweite Dienstperiode des Johannes ist durch folgende Etappen im Paralleldienst von Jesus markiert. Wenn wir annehmen, dass Jesus etwa im Sommer des Jahres 29 n. Chr. getauft wurde, ging er nach sieben Wochen nach Galiläa, begann seinen Dienst und ging zum nächsten Passa (30 n. Chr.) hinauf nach Jerusalem (Joh 2-3). Danach ging er an den Jordan (Joh 4,1ff). Erst in dieser Zeit wird Johannes gefangen genommen (vgl. Joh 3,24 mit 4,3) und Jesus begibt sich wieder und nun schon zum zweiten Mal nach Galiläa, diesmal über Samarien. Dies geschah etwa Ende Mai, Anfang Juni des Jahres 30 n. Chr. (Joh 4,35). Daher lässt sich die zweite Dienstperiode des Johannes auf etwa zehn Monate berechnen.

 

Den dritten Abschnitt seines Dienstes, der mit etwa 1 ¾ Jahre auch der längste ist, verbringt er im Gefängnis. So fixieren wir den Tod des Johannes auf die Vorpassazeit des Jahres 32 n. Chr. (vgl. Joh 6,1ff mit Mt 14,12.13ff). Diese Zeitangabe ist ziemlich sicher, wenn angenommen wird, dass das nicht namentlich genannte Fest der Juden in Johannes 5,1 ein Passafest war.

Demnach dauerte die gesamte Dienstzeit des Täufers etwas mehr als drei Jahre.

 

7.3.2 Wo starb Johannes der Täufer?

Es kommen hauptsächlich drei Orte in Betracht. Sowohl Herodes der Große als auch sein Sohn Herodes Antipas hielten sich selten an einem Ort lange auf. Sephoris (etwa 6 km NNW von Nazaret) war die eigentliche Residenz des Vierfürsten. Die Stadt Tiberias am See Genesaret benutzte er als Winterresidenz wegen des milden Klimas. Auch die Landschaft Peräa gehörte zu seinem Herrschaftsgebiet, sie lag östlich des Jordan, gegenüber Jericho und erstreckte sich bis etwa zur Mitte des Ostufers vom Toten Meer. Im Süden grenzte Peräa an das Nabatäerreich. In Grenznähe lag die Festung Machärus. Welche Gründe sprechen für den Aufenthalt des Johannes im Gebiet von Peräa und welche für einen Gefängnisaufenthalt in Galiläa?

  1. Für Galiläa (Sephoris) spräche, dass hier die Hauptresidenz war. Dort konnte Herodes Antipas mit voller Macht und Pracht die große Geburtstagsfeier ausrichten, zu der er alle seine Großen einlud. Dort kann man sich die Anwesenheit von Herodias mit ihrer Tochter als selbstverständlich vorstellen. Was für die abgelegene Festung Machärus nicht so einfach gewesen wäre.
  2. Für Machärus spräche, dass Johannes am Ostufer des Jordan, also in Peräa mit seiner Tauftätigkeit begann und sie später in der Jordangegend fortsetzte. Also eine Tätigkeit oder Aufenthalt in Galiläa nicht ausdrücklich bezeugt ist. Da das Grenzgebiet zu den Nabatäern unruhig war musste Herodes sich oft in jener Gegend aufhalten.
  3. Für Tiberias, der Winterresidenz des Herrschers spräche, dass Johannes einige Wochen vor dem Passafest (also Februar) enthauptet wurde. In dieser Zeit konnte sich Herodes dort aufgehalten haben.
  4. Abbildung 4: Das Gelände des Termalbades in Tiberias-Hamat. Seit Jahrtausenden sprudelt hier eine heiße Quelle. In dieser Gegend hatte Herodes Antipas seine Winterresidenz (Foto: 28. Januar 2019).

    In dieser Zeit konnte sich Herodes dort aufgehalten haben. Auch hierher hätten die meisten seiner geladenen Gäste binnen ein bis zwei Tagen kommen können.

    Wir ziehen das Gebiet von Galiläa (Sephoris oder noch eher Tiberias) aus folgenden Gründen der Festung Machärus vor. Der Ev. Markus betont, dass Herodes alle seine Edlen (die Großen, die Hauptleute über tausend und die Ersten von Galiläa) zu seinem Fest einlud (Mk 6,21). Für die meisten bedeutete dies höchstens ein bis zwei  Tagereisen. Die gesamte Elite von Galiläa nach Machärus (4-6 Tagereisen) einzuladen wäre wesentlich komplizierter gewesen. Dazu noch im Grenzgebiet zum verfeindeten Nabatäerreich ein großes Fest zu veranstalten scheint nicht so richtig zu passen. Tiberias befand sich nicht weit vom Jordantal entfernt, in dessen gesamter Gegend Johannes seine Tauftätigkeit ausübte (Lk 3,3).

     

    Das Reich nach Herodes dem Großen

    Das Reich nach Herodes dem Großen

     

    Herodes Archelaus, nach 6 Provinz Judäa

    Herodes Antipas

    Herod Philip II

    Salome I. (Jabneh, Azotas, Phaesalis)

    Römische Provinz Syria

    Unabhängige Städte (Dekapolis)

     

    7.3.3 Was war der Auslöser für den Tod von Johannes?

    Herodes lebt eine ungesetzliche Beziehung öffentlich aus. Diese Beziehung kann nicht als eine legitime Ehe bezeichnet werden, es war eher eine Ehebruchsbeziehung. Herodias war die Ehefrau von Philippus, dem Halbbruder des Herodes Antipas, der in Rom lebt. Herodes warb ihm dessen Frau anlässlich eines Rombesuchs ab. Herodias brachte dann ihre Tochter Salome in diese neue Beziehung mit.

    Herodes ruft häufiger Johannes zu sich, um ihn zu hören. Dabei kommt auch das Thema „Ehe“ zur Sprache. Johannes schmeichelt seinem Fürsten nicht, sondern tadelt dessen unverantwortlichen Lebensstil. Da am Fürstenhof kaum etwas verborgen bleibt, kommt dieser Gesprächsinhalt Herodias zu Ohren. Sie kann keine Kritik in dieser Hinsicht vertragen und entschließt sich das Problem nach der Sitte ihres Standes aus der Welt zu schaffen: das Todesurteil für Johannes wird beschlossen (Mk 6,19). Doch Johannes steht noch unter dem direkten Schutz ihres Lebenspartners. Herodes ist hin und her gerissen – die Texte lassen uns diese Labilität deutlich erkennen:

    • Er fürchtete (Ehrfurcht) Johannes, wissend, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Auch rief er ihn oftmals und hörte ihn gern (Mk 6,20),
    • Herodes schützte Johannes vor Herodias, die ihn gerne getötet hätte (Mk 6,19).
    • Er hätte ihn gern getötet, fürchtete jedoch das Volk (Mt 14,5),
    • Er war (sehr) traurig (betrübt) über die Forderung seiner Stieftochter (Mt 14,9; Mk 6,26).

    Die Unentschlossenheit des Herodes ist Teil des Plans der Herodias zur Beseitigung des unbequemen ‚Moralpredigers’ Johannes.

    In der fortgeschrittenen Feststimmung macht Herodes eine gefährliche Aussage, bzw. ein Versprechen an die tanzende Tochter der Herodias: Bitte von mir, was du willst, bis zur Hälfte meines Königreichs, ich will es dir geben (Mk 6,22-23). Das Versprechen war mit einem Eid bekräftigt worden und deshalb sah Herodes sich gebunden, sein Wort zu halten. Ungewöhnlich, wenn man seine Wankelmütigkeit im Vorfeld betrachtet! Jetzt zeigt er Charakterstärke, er will das Mädchen nicht enttäuschen. War er so verblendet, dass er die Intrige der Herodias nicht mehr durchschauen konnte? Dies ist jedoch unwahrscheinlich, war es doch nicht schwer zu erahnen, warum das Mädchen hinausging, dann aber eilends wieder hereinrannte und eine Bitte aussprach, die niemals von ihr selber hätte kommen können. Doch Sünde macht blind und schwach, sie trübt klares Denken und gerechtes Urteilsvermögen. Menschengunst tritt ins Zentrum und Gottesfurcht in den Hintergrund. Die Festgesellschaft des Herodes lässt sich die reichhaltigen Speisen und Getränke, natürlich auch Wein – gut schmecken. Angeheitert lassen sie sich durch Tänzerinnen weiter aufreizen. Meist haben diese Tänzerinnen keinen besonders guten Ruf – oft sind sie Sklavinnen. Der Auftritt eines Mitglieds des königlichen Hauses bei solch einem Fest ist ungewöhnlich – wir kommen nicht umhin zu vermuten, dass es sich um eine öffensichtliche Intrige der Herodias handelt. Skizzieren wir noch einmal die Reihenfolge des Geschehens. Der Ev. Matthäus schreibt kurz: „Und wie sie zuvor von ihrer Mutter angestiftet war, sprach sie: Gib mir hier auf einer Schale das Haupt Johannes des Täufers!“ Wann fand diese Anstiftung von Seitens der Mutter statt? Der Ev. Markus ergänzt und präzisiert: „Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers.“ Die bereits zuvor erfolgte Anstiftung von der Matthäus spricht, erfolgte nach dem klärenden Text des Markus während die Tochter zwischendurch bei ihrer Mutter draußen war. Wie gut, dass die Evangelisten sich auf diese Weise ergänzen und es uns erleichtern, die Vorgänge und Abläufe richtig einzuordnen.

    An dieser Stelle wollen wir folgender Frage nachgehen: Hätte Herodes sich von seiner, unter Eid ausgesprochenen Zusage an das Mädchen, wieder lösen können oder war er total an sein Versprechen gebunden? (lies dazu 3Mose 19,12; 4Mose 30,3).

    • Ein Eid konnte aufgelöst (bzw. musste nicht eingelöst) werden wenn es irgend eine Abweichung oder Veränderung im Verhalten der in den Eid einbezogenen Personen gegeben hätte (1Mose 24,8.41; Josua 2,14-20). Dies war bei Rebekka und Rahab nicht der Fall, wohl aber bei der Tochter der Herodias. Um eine Bitte zu formulieren, hatte sie ihre Mutter zu Rate gezogen, es war also nicht ihre eigene Bitte. Dies war eindeutig eine Abweichung  vom Wortlaut des Versprechens „Bitte von mir, was du willst, ich will dir’s geben. Und er schwor ihr feierlich: Was du von mir bittest“ (nicht deine Mutter). Lies dazu die Geschichte aus 1Könige 2,13-25). Dort verweigert der König Salomo seiner Mutter Bat Seba deren Fürbitte zugunsten Adonias, obwohl er ihr (auf seinem Thron sitzend) zusagte, sie mit ihrem Anliegen nicht zu beschämen. Allerdings hatte Salomo (wohl weislich) seiner Mutter die Zusage „sie nicht zu beschämen, nicht zu enttäuschen“ ohne Eid gemacht. Hier galt das Prinzip: Zur Abwendung eines größeren, ja, gravierenderen Übels kann und soll ein König seine Zusage zurücknehmen, bzw. entkräften.
    • Waren nicht auch die Berater des Vierfürsten in der Pflicht gewesen, damit Herodes nicht in weitere Blutschuld gerate? Lies die Geschichte aus 1Samuel 24,18-45: das Vplk (die Kriegsleute) lösen den Schwur von König Saul auf, zugunsten des Lebens von Jonatan.
    • Wenn der Eid inhaltlich gegen eins der schwerwiegenderen Gebote Gottes verstieß. Grundsätzlich galt das Gebot: „Töte nicht“ (2Mose 20,13), doch unter bestimmten Voraussetzungen wurde sogar nach Anweisung Gottes getötet (2Mose 21,12). Was von Gott absollut verboten war, seinen Zorn und Vergeltung hervorrief war – unschuldiges Blut zu vergießen (5Mose 19,10; 24,27; 27,25; 1Sam 25,31; 2Kön 21,16; Ps 94,21; Jer 26,15; Mt 23,35; Lk 11,51). Daher hätte Herodes das Leben eines unschuldigen Menschen seinem Worthalten (wenn auch unter Eid ausgesprochen) vorziehen können und müüssen. Sein Gesichtsverlusst und die Enttäuschung der Bittenden wogen unendlich mal weniger als das Leben eines gerechten und heiligen Mannes (Mk 6,20).

    Ein unüberlegtes Versprechen – wahrscheinlich im angetrunkenen Zustand – im Zusammenhang mit einer erotischen Darbietung führte Herodes in eine Falle. Wir werden später sehen, wie er gegen besseres Wissen, Jesus zu Pilatus zurückschickt, anstatt ihn frei zu lassen (was in seiner Vollmacht stand Lk 23,6-12).

    Herodes schickt den Scharfrichter (gr. Spekulator) ins Gefängnis und lässt dort Johannes enthaupten. So rächt sich Herodias an Johannes. Und was sagt Gott dazu? Schweigt er? Schaut er tatenlos zu oder weg? Lässt er zu, dass seine Propheten auf solch grausame Weise ihr Leben verlieren? Was empfand Johannes, als er ahnungslos von einigen Soldaten niedergestreckt wurde? Viele, ja die meisten Fragen bleiben hier unbeantwortet. Das Leben eines Propheten geopfert für eine blutige „Party-Überraschung“.

    Das heißt aber keineswegs, dass Gott tatenlos dem Treiben der ungerechten Herrscher zuschaut. Noch wenige Monate oder sogar Wochen vorher hatte sich Jesus klar und eindeutig vor dem Volk zu Johannes gestellt und seinen Freund mit einer persönlichen Botschaft ermutigt (Mt 11,4-19). Ja, das Zeugnis des Herrn lautete: „Er ist der Größte unter den Propheten“.

    In all dem Schrecklichen ist der treue Dienst der Jünger des Täufers bemerkenswert, die auch im Gefängnis ihn besuchen, und nach seiner Enthauptung seinen Leichnam ehrenvoll bestatten. Sie kommen später zu Jesus und berichten ihm das Geschehene (Mt 14,12). So starb Johannes der Täufer, der größte unter allen Propheten, der Glücklichste, weil er dem Messias den Weg vorbereiten konnte? Er sah das erlösende Lamm Gottes mit eigenen Augen und teilte mutig den Weg und das Los der Propheten: den Tod um des Reiches Gottes willen.

     

     

    Fragen / Aufgaben:

    1. Johannes, der Täufer, in welche drei Perioden kann seine Dienstzeit eingeteilt werden?
    2. Wie lange hatten diese Dienstperioden gedauert?
    3. Nenne einige persönliche Details aus dem Leben von Herodes, seinem Privatleben, seine religiöse Einstellung, seiner Herrschaft, seinem Charakter.
    4. Was war der Anlass des Todes von Johannes?
    5. Wie verliefen die Festgelage in den Herrscherhäusern jener Zeit?
    6. Wie stand es mit einem Versprechen unter Eid in Israel nach dem Gesetz?
    7. Ist Herodes ein Vorbild im Wort halten? Welche Praxis in Bezug auf das Schwören war unter den Juden zur Zeit von Jesus üblich? Lies dazu Mt 23,16-22.
    8. Konnte Herodes sich von seinem Versprechen unter Eid lösen? Hätte er anders handeln können oder sollen?
    9. Wo geht Jesus auf den Gedanken ein, dass unter gewissen Umständen das Gebot der Liebe und Barmherzigkeit einer anderen Verordnung (Gebot) vorzuziehen ist? Lies dazu Mt 12,1-10; Hosea 6,6; Joh 7,22-24.
    10. Beschreibe die Haltung von Jesus zu Johannes vor und nach dessen Enthauptung?
    11. Wie war das Los der meisten Propheten und wie steht Gott dazu?
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Bestattungsgeschichten in der Bibel

Bestattungsberichte in der Bibel

Bestattungsberichte in der Bibel

 

 

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Abbildung 1 Im Inneren dieses Bauwerkes in Hebron befindet sich laut jüdischer Tradition das Grab Abrahams. Laut biblischen Texten ist dort zuerst Sara begraben worden, danach Abraham, Rebekka, Isaak, Jakob und Lea  (Foto: April 1986).

 

Danach begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Höhle des Ackers in Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. So ging der Acker mit der Höhle darin als Erbbegräbnis von den Hetitern auf Abraham über.“ (1Mose 23,19-20).

 

Einleitung

Diese Bibelstudie über die verschiedenen Bestattungsgeschichten in der Bibel enstand aufgrund einer Anfrage der Gemeindeleitung Pforzheim-Büchenbronn. Dabei geht es nicht in erster Linie um eine Beweisführung über die biblischste Bestattungsart, sondern zunächst um eine Bestandsaufnahme. Das Ziel jedoch ist, dass jeder sich rechtzeitig mit dieser Frage auseinandersetzt, damit es den Hinterbliebenen in der Frage der Bestattungsart einfacher ist die richtige und angemessene Entscheidung zu treffen.

 

Inhaltsverzeichnis

Bestattungsberichte in der Bibel 1

Einleitung. 1

Inhaltsverzeichnis. 2

  1. Vor der Sintflut 3
  2. In der Zeit der Patriarchen. 3

2.1 Der Tod und die Bestattung von Sara. 3

2,2 Der Tod und die Bestattung von Abraham.. 4

2.3 Der Tod von Debora und ihre Bestattung. 4

2.4 Der Tod Rahels und ihre Bestattung. 4

2.5 Der Tod Isaaks und seine Bestattung. 5

2.6 Der Tod und die Bestattung von Jakob. 5

2.7 Das Vermächtnis und der Tod Josefs. 6

  1. In der Zeit der Wüstenwanderung. 7

3.1 Der Tod und die Bestattung der Erstgeburt in Ägypten. 7

3.2 Der Tod der Ägypter im Schilfmeer 7

3.3 Gott bestraft das murrende Volk. 8

3.4 Die Rotte Korahs. 8

3.5 Der Tod und das Begräbnis von Mirjam.. 8

3.5 Der Tod und die Bestattung von Aaron. 8

3,6 Moses tod und Begräbnis. 9

  1. In der Richterzeit 9

4,1 Josuas Tod und Begräbnis. 10

4.2 Der Tod Eleasars des Priesters und sein Begräbnis. 10

4,2 Der Tod und das Begräbnis von Samuel 10

  1. Zur Zeit der Könige. 10

5.5 Der Tod und die Bestattung des Königs Asa. 10

  1. Zur Zeit von Jesus. 10

6.1 Der Tod und die Bestattung von Johannes dem Täufer 10

6.2 Der Tod, bzw. Auferweckung des Jünglings von Nain. 11

6.3 Die Bestattung des reichen Mannes. 11

6.4 Die Bestattung, bzw. Auferweckung von Lazarus. 11

  1. Jesus und seine Bestattung. 12
  2. In der Zeit der Apostel und ersten Gemeindegeneration. 14

8.1. Die Bestattung von Stefanus. 14

 

 

 

1. Vor der Sintflut

Und Gott der Herr sprach zu Adam: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.“ (1Mose 3,19). Jahrtausende später nimmt der Prediger darauf Bezug: „Denn der Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.“ (Pred 12,7). Im 5. Kapitel des ersten Mosebuches unterstreicht der Autor das Ende der Urväter mit dem Satz: „dass sein ganzes Alter ward ??? Jahre, und starb“ (1Mose 5,5.8.11.14,17.20.27.31). Doch für die Zeit vor der Sintflut sind uns keine Hinweise auf Bestattung der Toten überliefert worden. Nur die Tatsache, dass alle damals noch lebende Menschen (ausgenommen der Familie von Noah) in den Fluten der Wasser ertrunken sind. Jesus nimmt auf das tragische Ende dieser vielen Menschen Bezug (Mt 24,39; Lk 17,27). Die Fluten der Wasser wurden ihnen zum Grab.

 

 

2. In der Zeit der Patriarchen

2.1 Der Tod und die Bestattung von Sara

Die erste und ausführliche Erzählung von der Bestattung einer Toten finden wir in 1Mose 23,1-20.

Sara wurde hundertsiebenundzwanzig Jahre alt. So lange lebte Sara. Und Sara starb in Kirjat-Arba – das ist Hebron – im Lande Kanaan. Da kam Abraham, dass er sie beklagte und beweinte. Danach stand er auf von seiner Toten und redete mit den Hetitern und sprach: Ich bin ein Fremdling und Beisasse bei euch; gebt mir ein Erbbegräbnis bei euch, dass ich meine Tote hinaustrage und begrabe. Da antworteten die Hetiter Abraham und sprachen zu ihm: Höre uns, lieber Herr! Du bist ein Fürst Gottes unter uns. Begrabe deine Tote in einem unserer vornehmsten Gräber; kein Mensch unter uns wird dir wehren, dass du in seinem Grabe deine Tote begräbst. Da stand Abraham auf und verneigte sich vor dem Volk des Landes, vor den Hetitern. Und er redete mit ihnen und sprach: Gefällt es euch, dass ich meine Tote hinaustrage und begrabe, so höret mich und bittet für mich Efron, den Sohn Zohars, dass er mir gebe seine Höhle Machpela, die am Ende seines Ackers liegt; er gebe sie mir um Geld, soviel sie wert ist, zum Erbbegräbnis unter euch. Efron aber saß unter den Hetitern. Da antwortete Efron, der Hetiter, dem Abraham vor den Ohren der Hetiter, vor allen, die beim Tor seiner Stadt versammelt waren, und sprach: Nein, mein Herr, sondern höre mir zu! Ich schenke dir den Acker und die Höhle darin und übergebe dir’s vor den Augen der Söhne meines Volks, um deine Tote dort zu begraben. Da verneigte sich Abraham vor dem Volk des Landes und redete mit Efron, sodass das Volk des Landes es hörte, und sprach: Hör mich doch, bitte, an! Ich gebe dir Geld für den Acker. Nimm es von mir, so will ich meine Tote dort begraben. Efron antwortete Abraham und sprach zu ihm: Mein Herr, höre mich doch! Das Feld ist vierhundert Schekel Silber wert; was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deine Tote! Abraham hörte auf Efron und wog ihm die Summe dar, die er genannt hatte vor den Ohren der Hetiter, vierhundert Schekel Silber nach dem Gewicht, das im Kauf gang und gäbe war. So ging Efrons Acker in Machpela gegenüber von Mamre in Abrahams Eigentum über, der Acker und die Höhle (gr. διπλῷ σπηλαίῳ – Doppelhöhle) darin mit allen Bäumen auf dem Acker ringsum, vor den Augen der Hetiter und aller, die beim Tor seiner Stadt versammelt waren. Danach begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Höhle des Ackers in Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. So ging der Acker mit der Höhle darin als Erbbegräbnis von den Hetitern auf Abraham über.“ (1Mose 23,1-20).

ANMERKUNGEN:

  • Die Hetiter hatten Höhlengräber, es waren Familiengräber
  • Als Fremdling und Beisasse bittet Abraham um den Kauf einer natürlichen Felsenhöhle zum Erbbegräbnis seiner verstorbenen Frau Sara. Da er wusste und glaubte der Verheißung Gottes –  einst das Land Kanaan zu erben, beginnt er mit dem Kauf eines Stück Landes mit einer Doppelhöhle darauf zum Erbbegräbnis.
  • Er rechnete damit, dass er in diesem Lande bleiben wird und seine Nachkommen das Land bekommen werden.

 

2,2 Der Tod und die Bestattung von Abraham

In 1Mose 25 lesen wir vom Tod Abrahams:

Das ist aber Abrahams Alter, das er erreicht hat: hundertfünfundsiebzig Jahre. Und Abraham verschied und starb in einem guten Alter, als er alt und lebenssatt war, und wurde zu seinen Vätern versammelt. Und es begruben ihn seine Söhne Isaak und Ismael in der Höhle von Machpela auf dem Acker Efrons, des Sohnes Zohars, des Hetiters, die da liegt östlich von Mamre auf dem Felde, das Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Da ist Abraham begraben mit Sara, seiner Frau. (1Mose 25,7-10).

ANMERKUNGEN:

  • Abraham starb als er lebenssatt war
  • Er wurde von seinen beiden Söhnen Ismael und Isaak bestattet
  • Er wurde in der zwiefachen Höhle Machpela östlich von Hebron beigesetzt (beigelegt).

 

2.3 Der Tod von Debora und ihre Bestattung

In 1Mose 35,8 wird uns der Tod von Debora der Amme Rebekkas  beschrieben:

Da starb Debora, die Amme der Rebekka, und wurde begraben unterhalb von Bethel unter der Eiche; die wurde genannt die Klageeiche.“

Anmerkungen:

  • Debora wurde nicht in einer Höhle beigesetzt, sondern unter einer Eiche begraben.
  • Man nannte diese Eiche – die Klageeiche. Diese Bezeichnung verrät die tiefe Trauer der Familie über diese treue Frau mit ihrem lebenslangen Dienst.
  • Ob es sich dabei um eine Bestattung direkt in der Erde handelte, ist nicht sicher aber möglich.

 

2.4 Der Tod Rahels und ihre Bestattung

Wir lesen weiter von Jakobs Reisen durchs Land Kanaan:

Und sie brachen auf von Bethel. Und als es noch eine Strecke Weges war bis Efrata, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der Geburt. Da ihr aber die Geburt so schwer wurde, sprach die Hebamme zu ihr: Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen Sohn haben. Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben musste, nannte sie ihn Ben-Oni, aber sein Vater nannte ihn Ben-Jamin. So starb Rahel und wurde begraben an dem Wege nach Efrata, das nun Bethlehem heißt. Und Jakob richtete einen Stein auf über ihrem Grab; das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag. (1Mose 35,16-20).

 

Abbildung 2 Das sogenannte Grabdenkmal Rahels am Wege nach Bethlehem, das von Pilgern aller drei Religionen besucht wird (Foto: April 1986).

 

Anmerkungen:

  • Obwohl das Höhlengrab (Familiengrab) in Mamre bei Hebron nur etwa 40 Kilometer entfernt war, zog Jakob es vor seine Lieblingsfrau Rahel hier am Wege nach Efrata/Bethlehem zu bestatten.
  • Es fällt auf, dass das Grab nicht abseits, sondern am Wegesrand war. Der Gedanke könnte gewesen sein, dass die Reisenden an die Person und die damit verbundene Geschichte erinnert werden.
  • Oben drüber (oder davor) richtete er einen Stein auf als Gedenkmal (gr. στήλη – stélē – Säule).

2.5 Der Tod Isaaks und seine Bestattung

In 1Mose 35,27-28 wird mit knappen Worten das Lebensende von Isaak beschrieben:

Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, das ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge gelebt hatten. Und Isaak wurde hundertachtzig Jahre alt, verschied und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern, alt und lebenssatt. Und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn. (1Mose 35,27-28).

Anmerkungen:

  • Rebekkas Tod wird nicht ausdrücklich erwähnt, doch geht aus dem Text hervor, dass sie bei der Rückkehr von Jakob höchstwahrscheinlich nicht mehr lebte.
  • Isaak starb in Hebron und auch er wurde von seinen beiden Söhnen in der zwiefachen Höhle Machpela bestattet.
  • Bereits in Ägypten und kurz vor seinem Tod erinnerte Jakob seine Söhne an den Bestattungsort Machpela in Hebron mit den Worten: „Da haben sie Abraham begraben und Sara, seine Frau. Da haben sie auch Isaak begraben und Rebekka, seine Frau. Da habe ich auch Lea begraben.“ 1Mose 49,31).

Anmerkungen:

  • Die Bestattung auch von Rebekka und Lea im Familiengrab Machpela, wird durch diese Erinnerungsrede Jakobs bestätigt.

 

2.6 Der Tod und die Bestattung von Jakob

Und Jakob gebot ihnen und sprach zu ihnen: Ich werde versammelt zu meinem Volk; begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem Acker Efrons, des Hetiters, in der Höhle auf dem Felde von Machpela, die gegenüber von Mamre liegt im Lande Kanaan, die Abraham kaufte samt dem Acker von Efron, dem Hetiter, zum Erbbegräbnis. Da haben sie Abraham begraben und Sara, seine Frau. Da haben sie auch Isaak begraben und Rebekka, seine Frau. Da habe ich auch Lea begraben in dem Acker und der Höhle, die von den Hetitern gekauft ist. Und als Jakob dies Gebot an seine Söhne vollendet hatte, tat er seine Füße zusammen auf dem Bett und verschied und wurde versammelt zu seinen Vätern. (1Mose 49,29-33).

Anmerkungen:

  • Jakob lebte in Ägypten noch 17 Jahre und sah Josef und dessen Kinder
  • Als er spürte, dass er sterben würde, versammelte er seine Söhne
  • Sein letzter Wunsch war ein Gebot an seine Söhne: in dem Familiengrab seines Vaters und Großvaters beigesetzt zu werden. Begründet war diese Haltung durch die Verheißung, welche Gott seinen Vätern aber auch ihm selbst gegeben hat, nämlich, das Land Kanaan zu erben.

Der weitere Text berichtet von den Vorbereitungen und der Überführung seines Leichnams nach Kanaan und die Beisetzung in der Höhle Machpela östlich von Hebron.

Da warf sich Josef über seinen Vater und weinte über ihm und küsste ihn. Und Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, dass sie seinen Vater zum Begräbnis salbten. Und die Ärzte salbten Israel, bis vierzig Tage um waren; denn so lange währen die Tage der Salbung. Und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage. Als nun die Trauertage vorüber waren, redete Josef mit den Leuten des Pharao und sprach: Hab ich Gnade vor euch gefunden, so redet mit dem Pharao und sprecht: Mein Vater hat einen Eid von mir genommen und gesagt: Siehe, ich sterbe; begrabe mich in meinem Grabe, das ich mir im Lande Kanaan gegraben habe. So will ich nun hinaufziehen und meinen Vater begraben und wiederkommen. Der Pharao sprach: Zieh hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm geschworen hast. Da zog Josef hinauf, seinen Vater zu begraben. Und es zogen mit ihm alle Großen des Pharao, die Ältesten seines Hauses und alle Ältesten des Landes Ägypten, dazu das ganze Haus Josefs und seine Brüder und die vom Hause seines Vaters. Allein ihre Kinder, Schafe und Rinder ließen sie im Lande Goschen. Und es zogen auch mit ihm hinauf Wagen und Gespanne, und es war ein sehr großes Heer. Als sie nun nach Goren-Atad kamen, das jenseits des Jordans liegt, da hielten sie eine sehr große und feierliche Klage. Und Josef hielt Totenklage über seinen Vater sieben Tage. Und als die Leute im Lande, die Kanaaniter, die Klage bei Goren-Atad sahen, sprachen sie: Die Ägypter halten da große Klage. Daher nennt man den Ort Abel-Mizrajim; er liegt jenseits des Jordans. Und Jakobs Söhne taten, wie er ihnen befohlen hatte, und brachten ihn ins Land Kanaan und begruben ihn in der Höhle auf dem Felde von Machpela, dem Acker, den Abraham zum Erbbegräbnis gekauft hatte von Efron, dem Hetiter, gegenüber Mamre. Als er ihn begraben hatte, zog Josef wieder nach Ägypten mit seinen Brüdern und mit allen, die mit ihm hinaufgezogen waren, seinen Vater zu begraben. (1Mose 50,1-14).

Anmerkungen:

  • Als Jakob starb, warf sich Josef über ihn und küsste ihn
  • Jakob wurde auf Josefs Befehl von den ägyptischen Ärzten und nach der Weise der Ägypter vierzig Tage lang einbalsamiert.
  • Die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage lang.
  • Danach wurde er höchstwahrscheinlich in eine Lade gelegt, wie man es später auch mit dem Leichnam von Josef gemacht hatte.
  • Die Überführung des Leichnams von Goschen nach Hebron (etwa 400km je nach Route) fand mit allen nur erdecklichen Ehren statt.
  • .

Anschließend fand ein Bekenntnis und Aussprache der Brüder Josefs statt, welche wegen der Gottesfrucht von Josef zur Versöhnung führte:

Die Brüder Josefs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war, und sprachen: Josef könnte uns gram sein und uns alle Bosheit vergelten, die wir an ihm getan haben. Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tode und sprach: So sollt ihr zu Josef sagen: Vergib doch deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, dass sie so übel an dir getan haben. Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters! Aber Josef weinte, als man ihm solches sagte. Und seine Brüder gingen selbst hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind deine Knechte. Josef aber sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Stehe ich denn an Gottes statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun nicht; ich will euch und eure Kinder versorgen. Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen. So wohnte Josef in Ägypten mit seines Vaters Hause und lebte hundertzehn Jahre und sah Ephraims Kinder bis ins dritte Glied. Auch die Söhne von Machir, Manasses Sohn, wurden dem Hause Josefs zugerechnet. (1Mose 50,15-23).

 

2.7 Das Vermächtnis und der Tod Josefs

Von den zwölf Söhnen Jakobs wird nur das Alter von Josef erwähnt, nämlich 110 Jahre (1Mose 50,23). Auch nur von ihm ist eine Art Vermächtnis an seine Brüder schriftlich festgehalten worden, sowie eine Beschreibung seines Todes und der nachfolgenden Bestattung.

Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe; aber Gott wird euch gnädig heimsuchen und aus diesem Lande führen in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zu geben geschworen hat. Darum nahm er einen Eid von den Söhnen Israels und sprach: Wenn euch Gott heimsuchen wird, so nehmt meine Gebeine mit hinauf von hier.  Und Josef starb, als er hundertzehn Jahre alt war. Und sie salbten ihn und legten ihn in einen Sarg (gr. ἐν τῇ σορῷ – d ) in Ägypten. (1Mose 50,23-26). Und in Josua 24,32 wird ergänzt, bzw. bestätigt: „Die Gebeine Josefs, die die Israeliten aus Ägypten gebracht hatten, begruben sie zu Sichem auf dem Stück Feld, das Jakob von den Söhnen Hamors, des Vaters von Sichem, für hundert Goldstücke gekauft hatte und das das Erbteil der Söhne Josef ward.“ (Josua 24,32).

Anmerkungen:

  • Auch Josefs Leichnam wurde nach ägyptischer Art einbalsamiert und in eine Lade, das heißt in einen Sarkophag gelegt.
  • Die Nachkommen der Israeliten nahmen beim Auszug aus Ägypten diese Lade mit dem Leichnam Josefs mit auf ihre Reise nach Kanaan. Einige Zeit nach ihrer Ankunft im Gelobten Land, bestatteten sie diesen Leichnam mit der Lade auf dem Felde bei Sichem. (Josua).
  • Das Stück Land kostete den Jakob damals 100 Goldstücke.

 

3. In der Zeit der Wüstenwanderung

dDie Tausenden Menschen, welche in den vierzig Jahren der Wüstenwanderung gestorben waren, sind an ganz unterschiedlichen Stellen bestattet worden. Nur von wenigen Personen wird das Begräbnis detailierter beschrieben.

 

3.1 Der Tod und die Bestattung der Erstgeburt in Ägypten

Man bedenke, dass es so gut wie kein Haus, bzw. Familie in Ägypten gab, die nicht betroffen gewesen wäre. So lesen wir in 2Mose 12,29-31:

Und zur Mitternacht schlug der HERR alle Erstgeburt in Ägyptenland vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron saß, bis zum ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis und alle Erstgeburt des Viehs. Da stand der Pharao auf in derselben Nacht und alle seine Großen und alle Ägypter, und es ward ein großes Geschrei in Ägypten; denn es war kein Haus, in dem nicht ein Toter war. (2Mose 12,29-31).

Am Ende der Wanderung erinnert Mose daran: „Sie zogen aus von Ramses am fünfzehnten Tag des ersten Monats, dem zweiten Tage des Passa, durch eine starke Hand, dass es alle Ägypter sahen, als sie eben die Erstgeburt begruben, die der HERR unter ihnen geschlagen hatte.“ (4Mose 33,5-6).

Anmerkungen:

  • Es bleibt kein Zweifel daran, dass Gott als Schöpfer und Richter die Vollmacht hat Menschen ins Leben zu rufen und auch ihnen ihr Leben wieder zu entziehen.
  • Die Bestattungsriten in Ägypten sind durch zahlreiche Reliefs in den Grabstätten dokumentiert worden.

 

3.2 Der Tod der Ägypter im Schilfmeer

Wenig Beachtung schenkt man beim Bibellesen der großen Streitmacht des Pharao, welche den ausziehenden Israeliten nachjagten und letzlich in den Fluten des Schilfmeeres ertranken und dort auch ihre Bestattung fanden.

Sogar der Hebräerbriefschreiber erinnert an dieses Ereignis in Hebr 11,29: „Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchte durchten die Ägypter auch und ertranken.“

Anmerkungen:

  • Besonders bei militärischen Handlungen sind viele Menschen ums Leben gekommen und dabei waren meistens geordnete und würdevolle Bestattungen nicht möglich.

 

3.3 Gott bestraft das murrende Volk

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3.4 Die Rotte Korahs

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3.5 Der Tod und das Begräbnis von Mirjam

Wir lesen in 4Mose 20,1 „Und die ganze Gemeinde der Israeliten kam in die Wüste Zin im ersten Monat, und das Volk lagerte sich in Kadesch. Und Mirjam starb dort und wurde dort begraben.“

Anmerkung:

  • Nur der Ort der Bestattung von Mirjam ist festgehalten worden – Kadesch-Barnea.
  • D

3.5 Der Tod und die Bestattung von Aaron

Aaron der erste Hohepriester starb nach dem Willen Gottes auf dem Berge Hor an der Grenze der Edomiter. So lesen wir in 4Mose 2o,22-29:

Und die Israeliten brachen auf von Kadesch und kamen mit der ganzen Gemeinde an den Berg Hor. Und der HERR redete mit Mose und Aaron am Berge Hor an der Grenze des Landes der Edomiter und sprach: Aaron soll versammelt werden zu seinen Vätern; denn er soll nicht in das Land kommen, das ich den Israeliten gegeben habe, weil ihr meinem Munde ungehorsam gewesen seid bei dem Haderwasser. Nimm aber Aaron und seinen Sohn Eleasar und führe sie auf den Berg Hor und zieh Aaron seine Kleider aus und zieh sie seinem Sohn Eleasar an. Und Aaron soll dort zu seinen Vätern versammelt werden und sterben. Da tat Mose, wie ihm der HERR geboten hatte, und sie stiegen auf den Berg Hor vor der ganzen Gemeinde. Und Mose zog Aaron seine Kleider aus und zog sie seinem Sohn Eleasar an. Und Aaron starb dort oben auf dem Berge. Mose aber und Eleasar stiegen herab vom Berge. Und als die ganze Gemeinde sah, dass Aaron tot war, beweinten sie ihn dreißig Tage, das ganze Haus Israel.. 29 Und als die ganze Gemeinde sah, dass Aaron tot war, beweinten sie ihn dreißig Tage, das ganze Haus Israel. (4Mose 20,22-29).

Anmerkungen:

  • Aaron wurde einhundertdreiundzwanzig Jahre alt.
  • Zum Sterben hieß ihn Gott auf den Berg Hor steigen.
  • Mose und Eleasar waren Zeugen seines Todes. Auch wenn über die Bestattung nichts geschrieben wurde, so ist doch höchstwahrscheinlich, dass Mose selbst aber auch sein Sohn Eleasar diesen Dienst übernahmen.
  • Aaron wurde anschließend von der ganzen Gemeinde Israel dreißig Tage lang beweint ().
  • ).

d.

 

 

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3,6 Moses Tod und Begräbnis

Der wohl ungewöhnlichste Tod, bzw. Bestattung wurde Mose zuteil. Wie bereits vorher bei seinem Bruder Aaron, so ordnete Gott selbst an, wo Mose zu sterben hat, nämlich auf dem Berge Nebo im Lande Moab. So lesen wir in 5Mose 32,48-50:

Und der HERR redete mit Mose am selben Tage und sprach: Geh auf das Gebirge Abarim, auf den Berg Nebo, der da liegt im Lande Moab gegenüber Jericho, und schaue das Land Kanaan, das ich den Israeliten zum Eigentum geben werde. Dann stirb auf dem Berge, auf den du hinaufgestiegen bist, und lass dich zu deinem Volk versammeln, wie dein Bruder Aaron starb auf dem Berge Hor und zu seinem Volk versammelt wurde. (4Mose 32,48-50).

Der Grund auf den Berg Nebo zu steigen, war folgender: Mose wurde das Betreten des Gelobten Landes untersagt, er sollte es aber überblicken dürfen. So lesen wir weiter in 5Mose 34,1-12:

Und Mose stieg aus den Steppen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho. Und der HERR zeigte ihm das ganze Land: Gilead bis nach Dan und das ganze Naftali und das Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis an das Meer im Westen 3 und das Südland und die Gegend am Jordan, die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar. Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben. – Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber du sollst nicht hinübergehen. So starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande Moab nach dem Wort des HERRN. Und er begrub ihn im Tal, im Lande Moab gegenüber Bet-Peor. Und niemand hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag. Und Mose war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war nicht verfallen. Und die Israeliten beweinten Mose in den Steppen Moabs dreißig Tage, bis die Zeit des Weinens und Klagens über Mose vollendet war. Josua aber, der Sohn Nuns, wurde erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt. Und die Israeliten gehorchten ihm und taten, wie der HERR es Mose geboten hatte. Und es stand hinfort kein Prophet in Israel auf wie Mose, den der HERR erkannt hätte von Angesicht zu Angesicht, mit all den Zeichen und Wundern, mit denen der HERR ihn gesandt hatte, dass er sie täte in Ägyptenland am Pharao und an allen seinen Großen und an seinem ganzen Lande, und mit all der mächtigen Kraft und den großen Schreckenstaten, die Mose vollbrachte vor den Augen von ganz Israel. (5Mose 34,1-12).

Anmerkungen:

  • Mose wurde 120 Jahre alt, genau das Alter, welches Gott den Menschen nach der Sintflut als gewisses Maß zugemessen hat. „Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben.“ (1Mose 6,3).
  • Er starb nicht weil er alt und lebenssatt oder lebensmüde war.
  • Er behielt seine volle Kraft und Sehstärke.
  • Kein Mensch war Zeuge seines Todes.
  • Er wurde auch nicht von Menschen bestattet, sondern der Herr selbst tat es, so dass seine Grabstätte verborgen blieb.
  • Der Ort des Begräbnisses wird nur ungefähr angegeben – im Tal gegenüber Bet-Peor im Lande Moab.
  • Auch Mose wurde dreiíg Tage lang vom gesamten Volk Israel beweint.

 

4. In der Richterzeit

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4,1 Josuas Tod und Begräbnis

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So lesen wir in Josua 24,29: „Und es begab sich nach diesen Geschichten, dass Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des HERRN, starb, als er hundertzehn Jahre alt war. Und man begrub ihn in dem Gebiet seines Erbteils in Timnat-Serach, das auf dem Gebirge Ephraim liegt, nördlich vom Berge Gaasch. Und Israel diente dem HERRN, solange Josua lebte und die Ältesten, die noch lange Zeit nach Josua lebten und alle Werke des HERRN kannten, die er an Israel getan hatte.“ (Jos 24,29-31).

Anmerkungen:

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4.2 Der Tod Eleasars des Priesters und sein Begräbnis

Auch über den Tod von eleasar, dem Sohn Aarons, des Pristers wird nur die Tatsache seines Begräbnissesbeschrieben.

Josua 24,33: „Auch Eleasar, der Sohn Aarons, starb, und sie begruben ihn in Gibea, der Stadt seines Sohnes Pinhas, die ihm gegeben war auf dem Gebirge Ephraim.“ (Josua 24,33).

Anmerkung:

  • Auffällig ist, dass er in der Stadt seines Sohnes bestattet wurde. Es hängt damit zusammen, dass er der erste war, der in Kanaan bestattet wurde.
  • s

4,2 Der Tod und das Begräbnis von Samuel

Bei der Größe und Bedeutung des Propheten Samuel ist es sehr auffällig, dass über seinen Tod und Begräbnis nur wenige Worte geschrieben wurden. So steht in 1Samuel 25,1: „Und Samuel starb, und ganz Israel versammelte sich und hielt ihm die Totenklage. Und sie begruben ihn in seinem Hause zu Rama.“ (1Sam 25,1).

 

5. Zur Zeit der Könige

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5.5 Der Tod und die Bestattung des Königs Asa

Der König Asa begann seine lange Herrschaft recht gut, aber gegen Ende wandte er sich von Gott ab.

So legte sich Asa zu seinen Vätern und starb im einundvierzigsten Jahr seiner Herrschaft. Und man begrub ihn in seinem Grabe, das er sich in der Stadt Davids hatte aushauen lassen. Und sie legten ihn auf sein Lager, das man mit gutem Räucherwerk und allerlei kunstvoll zubereiteter Spezerei gefüllt hatte, und sie machten ihm zu Ehren einen sehr großen Brand. (2Chr 16,13-14).

Anmerkungen:

  • Noch zu Lebzeiten lies er sich in der Stadt Davids ein Grab (aus dem Felsen) aushauen.
  • Was bedeutet ein Brand?

6. Zur Zeit von Jesus

Die Evangelien berichten über mehrere Geschichten von Verstorbenen, welche entweder bestattet wurden und oder von Jesus auferweckt wurden.

6.1 Der Tod und die Bestattung von Johannes dem Täufer

Der Ev. Matthäus schreibt: „Da kamen seine Jünger und nahmen seinen Leichnam und begruben ihn; und sie kamen und verkündeten das Jesus.“ (Mt 14,12). Der Ev. Markus ergänzt: „Und da das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab (gr. ἔθηκαν αὐτὸ ἐν μνημείῳ – d ).“ (Mk 6,29). Das Begraben bei Matthäus wird von Markus ergänzt mit „sie legten ihn (den Leichnam) in ein Grab“. Grab (gr. μνημείον – mn¢meion). In der Regel handelte es sich um eine Felsenhöhle oder in den Felsen gehauenes Grab.

 

6.2 Der Tod, bzw. Auferweckung des Jünglings von Nain

Der Ev. Lukas schreibt:

Und es begab sich danach, dass er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seine Jünger gingen mit ihm und eine große Menge. Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der der einzige Sohn seiner Mutter war, und sie war eine Witwe; und eine große Menge aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter. Und Furcht ergriff sie alle, und sie priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein Volk besucht. Und diese Kunde von ihm erscholl im ganzen jüdischen Land und in allen umliegenden Ländern. (Lk 7,11-17).

Anmerkungen:

  • Der Tote wurde auf einer Tragbahre zur Stadt hinaus getragen. Geschlossene Särge (Sarkophage) waren in Israel nicht üblich.
  • Wegen der besonders verlustvollen familiären Situation (Witwe, einziger Sohn) nahmen sehr viele Menschen Anteil am Leid der Witwe.
  • Die Friedhöfe befanden sich immer außerhalb einer Siedlung.
  • In der Nähe des vermuteten Ortes Nain entdeckte man Felsengräber ().

 

6.3 Die Bestattung des reichen Mannes

Der Ev. Lukas schreibt:

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür, der war voll von Geschwüren und begehrte sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel, doch kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.“ (Lk 16,19-23).

Anmerkungen:

  • Im Gegensatz zu dem reichen Mann, nennt Jesus den Armen bei seinem Namen – Lazarus.
  • Von beiden wird gesagt, dass sie sterben.
  • Lazarus wird von den Engeln (in der Mehrzahl) emporgetragen in den Schoß Abrahams, wo er getröstet wird. Aber wo ist sein Leichnam? Jesus erwähnt seine Bestattung nicht. Spielt sie für Lazarus (der eigentlich in Abrahams Schoß ist) noch eine Rolle? Arme wurden eher notdürftig begraben.
  • Der Reiche (sein Leichnam) wird begraben (höchstwahrscheinlich in einem vornehmen Felsengrab). Doch, oh weh, eigentlich befindet er sich in der Hölle und litt Qualen. Spielt für ihn die Bestattungsart noch eine Rolle?

 

6.4 Die Bestattung, bzw. Auferweckung von Lazarus

Der Ev. Johannes schreibt:

Da ergrimmte Jesus abermals und kommt zum Grab. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. Jesus spricht: Hebt den Stein weg! Spricht zu ihm Marta, die Schwester des Verstorbenen: Herr, er stinkt schon; denn er liegt seit vier Tagen. Jesus spricht zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sagte ich’s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst ihn gehen! (Joh 11,38-44).

Anmerkungen:

  • Lazarus war bereits vier Tage im Grab.
  • Damals wie heute wurden die Verstorbenen noch am gleichen Tag bestattet.
  • Der griechische Text spricht von einem Grab innerhalb einer Höhle, die mit einem Stein bedeckt war. „τὸ μνημεῖον· ἦν δὲ σπήλαιον καὶ λίθος ἐπέκειτο ἐπ αὐτῷ – kto mn¢meion ¢n de sp¢laion kai lithos epekeito ep autö“.
  • Der Leichnam des Lazarus war von Kopf bis zu den Füßen mit Leinentüchern eingewickelt.

 

7. Der Tod von Jesus und seine Bestattung

Die Bestattung von Jesus nimmt in unserer Bibelstudie einen besonderen Platz ein. Sie erfolgte nach Landesüblicher Tradition, hatte aber auch Züge der Einmaligkeit. Zunächst schauen wir uns die Texte aller vier Evangelisten an.

Der Ev. Markus schreibt:

Aber Jesus schrie laut und verschied. Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied (gr. ἐξέπνευσενexepneusen – aushauchte, den Geist aufgab), sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! Und es waren auch Frauen da, die von ferne zuschauten, unter ihnen Maria Magdalena und Maria, die Mutter Jakobus des Kleinen und des Joses, und Salome, die ihm nachgefolgt waren, als er in Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere Frauen, die mit ihm hinauf nach Jerusalem gegangen waren. Und als es schon Abend wurde und weil Rüsttag war, das ist der Tag vor dem Sabbat, kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr, der auch auf das Reich Gottes wartete; der wagte es und ging hinein zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Pilatus aber wunderte sich, dass er schon tot war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er schon länger gestorben wäre. Und als er’s erkundet hatte von dem Hauptmann, überließ er Josef den Leichnam. Und der kaufte ein Leinentuch und nahm ihn ab vom Kreuz und wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür. Abeer Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Joses, sahen, wo er hingelegt war. (Mk 15,36-47).

So schreibt der Ev. Lukas: „Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an (strahlte auf). Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ (Lk 23,54-56).So schreibt der Ev. Lukas: „Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an (strahlte auf). Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ (Lk 23,54-56). So schreibt der Ev. Lukas: „Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an (strahlte auf). Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ (Lk 23,54-56).So schreibt der Ev. Lukas: „Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an (strahlte auf). Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ (Lk 23,54-56).Der Ev. Lukas schreibt über die Grablegung von Jesus folgendes:

Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Ratsherr, der war ein guter, frommer Mann und hatte ihren Rat und ihr Handeln nicht gebilligt. Er war aus Arimathäa, einer Stadt der Juden, und wartete auf das Reich Gottes. Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu und nahm ihn ab, wickelte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch nie jemand gelegen hatte. Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an (strahlte auf). Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz. (Lk 23,50-56). Der Ev. Johannes bestätigt und ergänzt: „Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war.“ (Joh 19,39.41).

Anmerkungen:

  • Der Tod des Gekreuzigten Jesus musste von den römischen Behörden bestätigt und der Leichnam freigegeben werden.
  • Ein reicher Ratsherr: Josef aus dem Ort Arimathäa bittet den Statthalter Pilatus zum eine würdige Bestattung des gehenkten Jesus von Nazaret.
  • Er will Jesus einen letzten Liebesdienst erweisen, um ihn nach jüdischer Sitte möglichst schnell aber auch würdevoll zu bestatten.
  • Keine Zeit ist nun zu verlieren, denn der Tag neigt sich dem Ende zu und mit Sonnenuntergang bricht der Sabbat an.
  • Pilatus ist erstaunt über den ungewöhnlich schnellen Tod von Jesus und lässt sich diesen vom herbeigerufenem Hauptmann bestätigen. Dann erteilt er die Erlaubnis zur Herausgabe des Leichnams (Mk 15,44).
  • In der Eile vor dem anbrechenden Sabbat entschließt sich Josef zur Bestattung in seine, eigentlich für ihn selbst, vorgesehene Grabhöhle in der niemand zuvor bestattet war. So schreibt der Ev. Matthäus: „(…) und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen hatte hauen lassen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon.“ (Mt 27,60).
  • In der Regel wurden Grabhöhlen für Familienangehörige über Generationen hinweg benutzt.
  • Jesus war als erster in dieser neu in den Felsen gehauenen Grabhöhle bestattet worden.
  • Josef  (wahrscheinlich mit Hilfe von Nikodemus) nehmen den Leichnam von Jesus vom Kreuz, indem sie die  Nägel aus den Händen und den Füßen herausziehen.
  • Sie tragen ihn zur Grabhöhle, in einem Eilverfahren wird er dort gereinigt, gesalbt und ihn in ein Leinentuch gewickelt, sein Haupt mit einem Kopftuch umbunden wie später der Evangelist Johannes beschreibt (Joh 20,7).
  • Sie legen ihn auf eine flache Erhebung.
  • Die Frauen, die Jesus treu auch auf der letzten Strecke begleiten sind dabei – Maria aus Magdala und Maria, Mutter des Joses und andere Frauen beobachteten aus nächster Nähe, wo und wie der Leichnam bestattet wird. So schreibt der Ev. Lukas: „Und es war Rüsttag und der Sabbat brach an (strahlte auf). Es folgten aber die Frauen nach, die mit ihm gekommen waren aus Galiläa, und beschauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde. Sie kehrten aber um und bereiteten wohlriechende Öle und Salben. Und den Sabbat über ruhten sie nach dem Gesetz.“ (Lk 23,54-56).
  • Sie beschließen schon dort am Grab, später zu einer ordentlichen Salbung des Körpers hierher zurück zu kommen (denn die Männer hatten es unter Zeitdruck gemacht).
  • Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich auch Johannes der Jünger an der Abnahme des Leichnams vom Kreuz und der Bestattung beteiligte, hatte er sich bis jetzt nicht geschämt für seinen Meister, warum hätte er bei diesem Dienst tatenlos den anderen nur zugeschaut?
  • Zuletzt wird ein großer Stein vor den Grabeingang gerollt.

 

Abbildung 3 Ein großer Grabstein im sogenannten Gartengrab in Jerusalem. Dieses Grab in den Felsen gehauen wurde bei Ausgrabungen im Norden der Stadt entdeckt. Im krassen Gegensatz zu dem geschäftigen Treiben in der Grabeskirche, findet der Pilger hier Ruhe und Andacht (Foto: April 1986).

Auch über die Bestattung des Messias hat der Prophet Jesaja eine Aussage gemacht: „Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist.“ (Jes 53,9). Allerdings stellen wir zwischen der Prophetie des Jesaja und der Erfüllung einen Unterschied fest, denn Josef war zu diesem Zeitpunkt nicht gottlos und auch kein Übeltäter, es sei denn, dass damit die allgemeine Sündhaftigkeit und Gottferne aller Menschen (auch des Josef) hervorgehoben wird.

Bei Gottlosen“ (im Plural) meint vielleicht auch das allgemeine Umfeld der Begräbnisstätte `Golgotha – Schädelstätte` und nicht den Josef als Einzelnen, der mit seiner Tat seine Glaubensbeziehung zu Jesus bezeugte.

Auch der Apostel Paulus bestätigt später, dass Jesus begraben wurde gemäß den Schriften (1Kor 15,4). Jesus hat bereits während seines Dienstes in Galiläa den kritisch eingestellten Pharisäern von seiner Grablegung vorausgesagt und erinnert an die einmalige Geschichte des Jona (Mt 12,40; Jona 2,1). Dann erklärte er, dass der Menschensohn ebenso drei Tage und drei Nächte inmitten der Erde sein wird. Die Wendung „drei Tage und drei Nächte“ bedeutet nicht zwingend volle 72 Stunden. Jeder noch nicht zu Ende gegangener Nacht/Tag sowie gerade begonnener Nacht/Tag wird als voller Nacht/Tage gerechnet (der Vergleich von Mt 16,21 mit Mk 8,31 sowie Mt 27,63 macht dies deutlich).

Für den Bibelleser kann es etwas verwirrend sein, wenn es um die Tageszeiten geht, welche die Evangelisten angeben. Folgende Erklärung kann eine Orientierung geben. Der jüdische Tag beginnt (auch heute noch) mit dem Sonnenuntergang. So lesen wir in 1Mose 1,2ff: „Da war aus Abend und Morgen der erste Tag.“ Den lichten Teil des Tages zählte man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, was etwa 12 Stunden ausmachte. So sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Hat nicht der Tag zwölf Stunden?“  (Joh 11,9). Daher geben die meisten Autoren der neutestamentlichen Schriften diese lichte Tageszeiten an. So ist die dritte Stunde des Tages = ca. 9 Uhr morgens, die elfte Stunde ca. 17 Uhr (Mt 20,3-9; Apg 2,15). Ähnlich rechnete man auch für die zwölf Stunden der Nacht, so in Apostelgeschichte 23,23: „dritte Stunde der Nacht“ = zwischen 21-22 Uhr. Nur der Evangelist Johannes scheint gelegentlich von dieser Tageszählweise wegzukommen (Joh 19,14).

 

Demnach war Jesus nur ca. 38 Stunden Tot und verbrachte ca. 35 Stunden im Grab. Schon der Psalmist David sagte durch den Heiligen Geist voraus dass der Messias nicht wie andere Menschen der Verwesung überlassen wird: „Darum freut sich mein Herz, und meine Seele ist fröhlich; auch mein Leib wird sicher liegen. Denn du wirst mich nicht dem Tode überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe (verwese).“ (Psalm 16,9-10; Apg 2,25; 13,35).

 

(Bibeltexte: Mt 27,62-66)

Bei dieser Geschichte kommt nur der Evangelist Matthäus zu Wort, er schreibt:

Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, kamen die Hohenpriester mit den Pharisäern zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.“ (Mt 27,62-66).

Am folgenden Tag (das heißt am Sabbat) melden sich noch mal die jüdischen Leiter (Hohepriester und Pharisäer) bei Pilatus. Sie erinnern sich an Worte des getöteten Rabbis Jesus: „Ich will nach drei Tagen auferstehen.“ (Mt 27,63). Woher haben sie diese Information? Wenn Jesus über seinen Tod und Auferstehung sprach, tat er es meistens im Kreis seiner Jünger. Seine bildhafte Rede in Bezug auf seinen Tod und Auferstehung aus Johannes 2,19 haben sie ja nicht verstanden. Doch bei einer anderen Gelegenheit bekamen sie von Jesus selbst (wenn auch nur einen indirekten) Hinweis zu seinem Begräbnis und seiner Auferstehung: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein“ (Mt 12,39-40; 16,1.4; Mk 8,11-12; Lk 11,29-30). Natürlich glaubten sie nicht daran, doch aus der Verdorbenheit ihres eigenen Herzens lasten sie den arglosen und völlig verängstigten Jüngern etwas an, was sie wahrscheinlich in deren Situation selber tun würden. Sie wollen damit einer für sie bösen Überraschung vorbeugen. Dass sich ihre Vorsorge und Sicherheitsmaßnahme gegen sie selbst als Falle heraustellen wird, kam ihnen zu dem Zeitpunkt nicht in den Sinn.

Für die Bewachung des Grabes hätten sie genug eigenes Wachpersonal von der Tempelwache beauftragen können, doch die Gekreuzigten sind von den Römern verurteilt worden und somit waren diese auch für deren Leichname zuständig. Pilatus zeigt sich auch hier großzügig, lässt sich nicht auf Diskussionen ein und stellt den jüdischen Führern eine Wachmannschaft zur Verfügung. Die Soldaten werden vor dem Grab postiert und zusätzlich wird der Stein am Eingang zum Grab versiegelt. Die ganze Aktion, einschließlich der Versiegelung des Grabes, ist eigentlich Arbeit am Sabbat, doch gegenüber sich selbst sind die Pharisäer und Hohenpriester nachsichtig, nicht so gegen andere (Joh 5,10). Im Gegensatz zu ihnen ist das Verhalten der Frauen gesetzeskonform (Lk 23,56).

 

Schlußfolgerungen:

  • Seit Abraham war in Israel die Bestattungsart in Felshöhlen allgemeine Praxis. Diese Bestattungsart war auch für Jesus die optimale.
  • Auch für die vorgezogene Auferstehung vieler Gläubigen gleich nach der Auferstehung von Jesus, war diese Bestattungsart in Felshöhlen optimal, denn dort heißt es, dass die Felsen zerbarsten und die Gräber sich öffneten.

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8. In der Zeit der Apostel und ersten Gemeindegeneration

 

8.1. Die Bestattung von Stefanus

Der Ev. Lukas schreibt: „Es bestatteten aber den Stephanus gottesfürchtige Männer und hielten eine große Klage über ihn.“ (Apg 8,2).

 

  1. Das Meer gab die Toten

Bestattungsgeschichten in der Bibel

Diese Studie

Abbildung 2 Das sogenannte Grabdenkmal Rahels am Wege nach Bethlehem, das von Pilgern aller drei Religionen besucht wird (Foto: April 1986).

Abbildung 3 Grabstein im sogenannten Gartengrab in Jerusalem. Dieses Grab in den Felsen gehauen wurde im Norden der Stadt entdeckt und ausgegraben. Im krassen Gegensatz zu dem geschäftigen Treiben in der Grabeskirche, findet der Pilger hier Ruhe und Andacht (Foto: April 1986).

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ER LEBT

ER LEBT

Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens. (Apg 5,19).

Einleitung – wegen Jesus im Gefängnis und vor dem Hohen Rat

Abbildung 1 Modell von Jerusalem auf dem Gelände des `Holy Land` Hotels. So kann es im 1. Jahrhundert ausgesehen haben. Im Südosten der Stadt befand sich der heilige Bezirk mit dem Tempel. Im Westen der Stadt sind die öffentlichen Gebäude der Palast des Hohenpriesters und der Palast des Herodes zu suchen. Wo sich damals das öffentliche Gefängnis befand, ist nicht sicher, wohl aber in einiger Entfernung vom Palast des Hohenpriesters. (Foto: April 1986).

Der Ev. Lukas schreibt: „Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Gruppe der Sadduzäer, von Eifer erfüllt, und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens. Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. Die Diener gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen zurück und berichteten: Das Gefängnis fanden wir sicher verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin. Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, wurden sie ratlos und wussten nicht, was das noch werden sollte. Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und holte sie, doch nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, dass sie gesteinigt würden.

Abbildung 2 Modell des sogenannten Herodianischen Tempels auf dem Gelände des Holy-Land Hotels in Jerusalem (Foto: April 1986).

Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,17-29).

Der Palast des Hohenpriesters Hannas und Kaiphas (Apg 4,6) mit dem ihn umgebenden Hof ist uns bereits aus der Geschichte vom nächtlichen Verhör Jesu bekannt (Mt 26,3). Dort findet nun das Verhör der zwölf Apostel statt. Die gesamte Elite des jüdischen Volkes ist dort versammelt. Es steht eine grundsätzliche Entscheidung an. Denn die neue Lehre wurde von den Aposteln im großen Umfang verbreitet, unterstützt durch Zeichen und Wunder, die Gott durch sie wirkte. Die Zahl der Gläubigen an Jesus ging in viele Tausende. Dazu kam, dass das Volk von dieser Bewegung begeistert war und darüber positiv redete. Es gab noch weitere Gründe für die Reaktion der Führung.

  • Dass die neue Lehre beim Volk gut ankam, weckte in ihnen Eifersucht und Neid. Sie fürchteten den Verlust an Ansehen und Anerkennung Seitens des Volkes und bewegte sie zur offenen Verfolgung der Apostel (Apg 4,21; 5,17);
  • Die Apostel übten zivilen Ungehorsam – sie dachten auch nicht im Geringsten daran sich an die Anordnung der Führung zu halten (Apg 4,17; 5,28).
  • Die Führung ärgerte, dass die Apostel als nicht anerkannte Rabbiner, im Tempel öffentlich das Volk lehrten (Apg 4,2);
  •  Es ärgerte sie auch, dass die Apostel von dem auferstandenen Jesus lehrten. Denn gerade die Sadduzäer, zu denen auch die Priesterschaft gehörte, glaubten nicht an eine Auferstehung von den Toten (Apg 4,2; Mt 22,23).
  • Sie unterstellten den Aposteln: „Ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen“ (Apg 5,28; Mt 27,27).

Der Ev. Lukas berichtet weiter über die mutige Antwort des Petrus: „Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland (Retter), um Israel Buße (Umdenken, Sinnesänderung) und Vergebung der Sünden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen. Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie wollten sie töten.“ (Apg 5,30-33).

Erneut hörten sie die Aussage: „den hat Gott auferweckt“ nun zum vierten Mal (Apg 2,24; 3,15; 4,10; 5,30). Die Wahrheit über falsches und ungerechtes Handeln schmerzt und fordert zur Entscheidung heraus. Das der Tod von Jesus vorrangig durch die Führung vorangetrieben wurde, war allen bekannt und diese Tatsache musste man auch niemandem bewiesen. Doch mit dem klaren Zeugnis der Auferstehung Jesu, bekam die Offenlegung der Schuld ihr wahres Gewicht. Spätestens hier fällt uns auf, dass die Botschaft von der Auferstehung Jesu aus den Toten, den zentralen Platz in der Verkündigung der Apostel einnimmt.

1.  Er lebt, weil er von den Toten auferstanden ist

 1.1 Die Auferstehung von Jesus ist im AT vorausgesagt worden

Der Ap. Petrus bezeugt und begründet die Auferstehung von Jesus in seiner Predigt am Pfingsttag mit den Worten:

Den hat Gott auferweckt und hat ihn befreit aus den Wehen des Todes, denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde. 25 Denn David spricht von ihm (Psalm 16,8-11):  »Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke. Darum ist mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockt; auch mein Leib wird ruhen in Hoffnung. Denn du wirst meine Seele nicht dem Reich des Todes überlassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe. Du hast mir kundgetan die Wege des Lebens; du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht

29 Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag. 30 Da er nun ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott geschworen hatte mit einem Eid, dass ein Nachkomme von ihm auf seinem Thron sitzen sollte, 31 hat er vorausgesehen und von der Auferstehung des Christus gesagt: Er ist nicht dem Reich des Todes überlassen, und sein Leib hat die Verwesung nicht gesehen. 32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeugen. 33 Da er nun durch die rechte Hand Gottes erhöht ist und empfangen hat den verheißenen Heiligen Geist vom Vater, hat er diesen ausgegossen, wie ihr seht und hört. 34 Denn David ist nicht gen Himmel gefahren; sondern er sagt selbst (Psalm 110,1): »Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine  Feinde zum Schemel unter deine Füße lege

36 So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.“ (Apg 2,24-36).

 

Auch der Ap. Paulus bezeugt die Auferstehung von Jesus in der Synagoge der Juden im Pisidischen Antiochia durch die Schriften des Alten Testamentes:

Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben steht, nahmen sie ihn von dem Holz und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten; und er ist an vielen Tagen denen erschienen, die mit ihm von Galiläa hinauf nach Jerusalem gegangen waren; die sind jetzt seine Zeugen vor dem Volk. Und wir verkündigen euch die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht (Psalm 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« Dass er ihn aber von den Toten auferweckt hat und ihn nicht der Verwesung überlassen wollte, hat er so gesagt (Jesaja 55,3): »Ich will euch die Gnade, die David verheißen ist, treu bewahren.« Darum sagt er auch an einer andern Stelle (Psalm 16,10): »Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger die Verwesung sehe.« Denn nachdem David den Menschen seiner Zeit gedient hatte, ist er nach dem Willen Gottes entschlafen und zu seinen Vätern versammelt worden und hat die Verwesung gesehen. Der aber, den Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen. So sei euch nun kundgetan, ihr Männer, liebe Brüder, dass euch durch ihn Vergebung der Sünden verkündigt wird; und in all dem, worin ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden konntet, ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt.“ (Apg 13,29-39).

 

1.2 Vorbilder der Aufersetehung von Jesus im AT

Die Opferung von Isaak (1Mose 22,1-18);

Die Geschichte des Jona, der nach drei Tag/Nächten wieder das Licht der Welt erblickte (Jona 2,11).

 

2.  Er lebt – Jesus selbst hat seine Auferstehung vorausgesagt

  • Mt 12,40: Das Zeichen des Jona
  • Mt 16,21: In Cesaräa Philippi
  • Mt 17,22-23: Während des Aufenthalts in Galiläa
  • Mt 20,18-19; Auf dem Weg von Jericho nach Jerusalem
  • Mk 14,27-28; Joh 16,16-32: Am Vorabend seines Leidens

 

3.  Er lebt – seine Auferstehung wurde von vielen bezeugt

  • Die himmlischen Boten im geöffneten Grab bezerugen den Frauen die Auferstehung von Jesus (Mt 28,2-7; Lk 24,6-7);
  • Die römischen Wachsoldaten berichten den Hohenpriestern was geschehen war (Mt 28,11-15);
  • Jesus begegnet Maria aus Magdala in Grabesnähe. Diese bezeugt den Jüngern den Auferstandenen (Joh 20,11-18);
  • Jesus begegnet mehreren Frauen auf dem Weg zwischen Grab und der Stadtmauer von Jerusalem. Diese bezeugten seinen Jüngern den Auferstandenen (Mt 28,9-10);
  • Im Laufe des ersten Tages der Woche begegnete Jesus dem Simon Petrus (Lk 24,34);
  • Am Spätnachmittag offenbarte sich Jesus den beiden Emmausjüngern (Lk 24,13-33);
  • Am Abend des ersten Tages offenbarte sich Jesus einer Gruppe von Jüngern (ohne Thomas Joh 20,19ff);
  • Er offenbarte sich dem Jakobus (1Kor 15,13);
  • Nach einer Woche offenbarte sich Jesus den Jüngern, diesmal war Thomas dabei (Joh 20,26ff);
  • Danach offenbarte sich Jesus am Ufer des Sees von Tiberias in unmittelbarer Nähe der Stadt Kapernaum sieben von seinen Jüngern (Joh 21,1-14);
  • Dann zeigte sich Jesus auf einem Berg in Galiläa seinen Jüngern (möglich dass die mehr als 500 Brpder auch dabei waren). Es kann sich aber auch um eine gesonderte Begegnung gehandelt haben (Mt 28,16-20);
  • Danach fand ein Treffen in Jerusalem statt und zwar in dem Haus, wo die Jünger pflegten sich aufzuhalten (Apg 1,13);
  • Dann führte Jesus seine Jünger aus der Stadt hinaus auf den Ölberg in die unmittelbare Nähe des Dorfes Bethanien. Er segnete sie und fuhr auf gen Himmel (Lk 24,50-51).
  • Nach etwa 3 Jahren offenbarte sich Jesus dem Saulus/Paulus vor Damaskus
  • Als der Jünger Johannes in der Verbannung auf der Insel Patmos war, offenbarte sich Jesus ihm in einer besonders eindrucksvollen Vision. So lesen wir in Offenbarung 1,17-18: „Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

4.  Er lebt – wer an ihn glaubt, wird auch leben

    • Eine geistliche Wiedergeburt (Joh 5,24-25; 3,3-7. 16-17).
    • Er bekommt Vergebung seiner Sünden, er wird gerechtgesprochen,
    •  Er wird gerettet und erlöst von der Macht der Sünde und deren Folgen – dem Tod und der ewigen Verdammnis,
    • Er bekommt neues ewiges Leben jetzt und heute und die Zusicherung (Garantie) der Auferstehung des Leibes, bzw. Verwandlung in einen Körper, der dem auferstandenen Körper von Jesus ähnlich sein wird.
    • Er bekommt die Gabe des Heiligen Geistes, das heißt den Geist Gottes selbst als Siegel der Erlösung (Apg 2,38; Eph 1,13),
    • Er bekommt den Status eines Kindes Gottes (Joh 1,12),
    • Er wird in den Leib Christi eingefügt und bekommt seinen Dienstplatz zugewiesen durch den Heiligen Geist.

 

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Herodes Antipas sucht Jesus zu sehen

7.4 Herodes sucht Jesus zu sehen

(Bibeltexte: Mt 14,1-2; Mk 6,14-16; Lk 9,7-9)

 

Der Ev. Lukas schreibt: „Es kam aber vor Herodes, den Landesfürsten (Vierfürsten), alles, was geschah; und er wurde unruhig, weil von einigen gesagt wurde: Johannes ist von den Toten auferstanden; von einigen aber: Elia ist erschienen; von andern aber: Einer von den alten Propheten ist auferstanden. Und Herodes sprach: Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, über den ich solches höre? Und er begehrte ihn zu sehen.“ (Lk 9,7-9). Der Ev. Matthäus ergänzt, indem Herodes eine bestimmte Version des Volkes übernimmt und diese zu seiner eigenen Meinung umformuliert: „Zu der Zeit kam die Kunde von Jesus vor den Landesfürsten (Vierfürsten) Herodes. Und er sprach zu seinen Knechten: Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, und darum wirken solche Kräfte in ihm.“ (Mt 14,1-2; ähnlich auch Mk 6,14-16). Herodes Antipas führt offiziell den Titel ´τετράρχης tetrarch¢sVierfürst´, er beherrscht in etwa den vierten Teil des Territoriums seines Vaters. Warum der Ev. Markus ihn mit dem Titel ´βασιλεύς basileus König´ nennt, ist nicht klar, es könnte seinem Wunschdenken entsprechen und beeinflusste auf diese Weise seine Untertanen, so dass es nach Jahrzehnten seiner Herrschaft im Volk zur Standartbezeichnung wurde.

Der Ev. Matthäus vermerkt (14,1), dass Herodes in jener Zeit mitbekommt, was Jesus tut. In jener ´Zeit´ (gr. καιρώ kairö) meint nicht einen genauen Zeitpunkt, sondern bezieht sich auf einen Zeitraum nach dem Tod von Johannes dem Täufer und in einer Zeit in dem die Inhalte und Ereignisse durch das Wirken von Jesus und seiner Jünger immer öffentlicher wurden. Trotzdem kann man in etwa an die Vorpassazeit des Jahres 32 n,Chr. denken (vgl. Mt 14,12-13 mit Joh 6,4). Wir können jedoch annehmen, dass schon früher allgemeine Informationen zu Herodes gelangten. So lesen wir in Markus 3,6: „Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.“ Das griechische Wort `συμβούλιον symboulion`  weist auf die Beratung der Pharisäer mit Vertretern des Herodes hin. Die Initiative für ein Komplott geht in diesem Fall von den Pharisäern aus. Es erscheint uns unwahrscheinlich, dass die Vertreter/Beamten des Herodes eigenmächtig, ohne Wissen ihres Fürsten, ein Todesurteil über Jesus hätten fällen können. Hier wird mal wieder deutlich, dass sich die Religionsführer des Öfteren der weltlichen Macht bedienen, um ihre Ziele zu erreichen (Mt 27,2; Apg 13,50ff; 17,6ff; 18,12ff; 24,1ff). Herodes sah in Jesus (im Gegensatz zu seinem Vater) keinen Konkurrenten, wie die spätere Episode des Verhörs deutlich macht (Lk 23,8ff). Johannes der Täufer dagegen war ständig in seinem Blickfeld, weil jener ihn immer wieder auf seine unmoralische Lebensführung hinwies.

Nun aber ist der lästige Mahner nicht mehr da und Jesus ist im dritten Jahr seines Dienstes bereits so bekannt, dass immer mehr Nachrichten von und über seine Taten zum Vierfürsten durchdringen. Und nun wird Jesus und seine Jünger Gesprächsthema am Hof des Fürsten. Er stellt wohl auch laut die Frage: Wer ist dieser, von dem ich solches höre?“ Jetzt werden die verschiedenen Versionen, welche über die Person und Identität von Jesus kursieren gehört und analysiert. Der Ev. Lukas vermerkt, dass Herodes „in Verlegenheit geriet, unruhig wurde, weil von einigen gesagt wurde:

„Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden…“ (Lk 9,7).

Er ist Elia“ (Mk 6,15;  Lk 9,8;  Mal 3,23-24).

Er ist Jeremia“ (nur bei Mt 16,14).

Er ist ein Prophet wie einer der Propheten“ (Mk 6,15;  Lk 9,8).

Bis dahin hört sich Herodes die Meinungen der Leute an. Nun aber fängt er an zu überlegen: „Johannes, den habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, über den ich solches höre“ (Lk 9,9). Dann entschließt er sich für die Version, welche ihm am meisten passt: „Das ist Johannes der Täufer; er ist von den Toten auferstanden, darum tut er solche Taten.“ (Mt 14,2; Mk 6,16). Warum entschließt er sich für diese Meinungsvariante? Warum sucht er nach einer Möglichkeit, um Jesus zu sehen, so der Ev. Lukas schreiben kann: „Und er begehrte (suchte) ihn zu sehen“ (Lk 9,9). Vielleicht hoffte er, sein belastetes Gewissen zu beruhigen, wenn er feststellt, dass Johannes wieder lebt? Ob er  bewusst an die Auferstehung der Toten glaubte, ist offen, doch äußerlich steht er der Auferstehungstheologie der Pharisäer nahe (Apg 23,8). Gibt es nicht auch heute Menschen, welche bestimmte theologische Standpunkte bejahen, aber ihr Leben ist voll von Selbstsucht, Wankelmütigkeit und Eitelkeit? Herodes hatte Johannes den Täufer nicht aus eigener Überzeugung enthaupten lassen. Er war wankelmütig und eitel. Nun blieb sein Suchen nach Jesus zunächst erfolglos, denn Jesus wollte keine Begegnung mit dem Landesfürsten. Es war die Zeit, in der er immer wieder weiter entferntere Gegenden aufsuchte.

Im weiteren Verlauf äußert Herodes noch zwei Mal Interesse an Jesus – wenn auch aus unlauteren Motiven (Lk 13,31-32; 23,7-12). Und so verweigert sich Jesus einem Menschen, der ihn aus unlauteren Motiven sucht zu sehen.

 

Fragen / Aufgaben:

  1. In welchen zeitlichen Zusammenhang fällt das Interesse des Herodes an Jesus?
  2. Wie bildeten sich damals Meinungen in Bezug auf die Person von Jesus?
  3. Welche Meinungen/Ansichten über die Person von Jesus gibt es heute? Was sagen wir, wer Jesus sei? Für wen halten wir ihn?
  4. Wie reagiert Herodes auf die Meinungen des Volkes und welche Meinung machte er sich zu seiner eigenen und warum?
  5. Warum suchte Jesus nicht den Kontakt zu dem Landesfürsten? Welche Vorteile haben Christen durch gute Beziehungen zu Regierungsbeamten und wo liegen die Gefahren?
  6. Was hältst du von den Aussagen: „Die Leute sagen, die Geschwister meinen …“? Aus welchen Quellen bilden wir unsere eigenen Meinungen und Standpunkte?
  7. Das Gewissen des Herodes ist belastet und entsprechend reagiert er. Zu welchen Überlegungen kann auch uns das schlechte/belastete Gewissen führen? Oder sind die Christen heute immer ehrlich?
  8. Wie sieht Machtmissbrauch in Gesellschaft, Familie und Gemeinde aus? Was ist Manipulation?
  9. Warum verweigert sich Jesus dem Herodes, sogar dann, als er vor jenen gestellt wird?
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