3. Frage: Rabbi, wo wohnst du?

Jesus hält sich immer noch an der Taufstelle auf, am Ostufer des Jordan in der Nähe des Ortes Bethanien. Nachdem Johannes der Täufer  ihn als den Messias und das Lamm Gottes öffentlich vor dem Volk bezeugte, liefen zwei seiner Jünger Jesus hinterher. In Johannes 1,38-39 lesen wir:

Abbildung 5 Jordan – der Fluss änderte oft seinen Lauf, besonders wenn er Hochwasser hatte. (Foto am7. November 2014).

 

Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das wird übersetzt: Lehrer –  wo wirst du bleiben? Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm.

Fragen sind oft wie Schlüssel / Türöffner für den Beginn eines Gesprächs zum kennen lernen. Aus dem Kontext erfahren wir, dass einer der beiden Johannesjünger Andreas hieß. Der zweite (als Verfasser des Evangelienberichtes) nennt seinen Namen nicht. Das übliche war damals, dass angehende Schüler sich ihren Rabbi ausgesucht haben und ihm dann nachgefolgt sind. Mit der Frage: „Was sucht ihr“, übernimmt Jesus von sich aus die Initiative und leitet das Gespräch ein.  Ihre Antwort ist ebenfalls eine Frage: „Rabbi, wo bleibst du“ gemeint ist wahrscheinlich: „wo herbergst du?“ Doch diese Frage birgt in sich mehr als nur das bloße `wissen wollen` wo Jesus vorübergehend untergebracht ist. Nach dem Zeugnis des Täufers wollen sie  ihn persönlich kennen lernen. Mit den Worten: „kommt und seht“, lädt Jesus die beiden zu sich ein und gewährt ihnen Einblick in seine Person und seinen Auftrag.

Abbildung 6 In den frühen Jahrhunderten wurden Treppen zum Jordan hinab gelegt (Foto am 7. November 2014).

Denn nach diesem Treffen sucht Andreas seinen Bruder Simon auf und teilt ihm voller Begeisterung mit; „Wir haben den Messias gefunden!“ Und so erweiterte sich der Kreis von Jüngern bei Jesus. Damit lässt sich auch erklären, warum die beiden Brüderpaare – Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes zu einem späteren Zeitpunkt in Kapernaum am See Genezaret dem Ruf von Jesus sofort gefolgt sind. Haben sie doch bereits hier in Jesus den Messias Gottes erkannt. So hatte eine anfangs unscheinbare Frage zu solchen Beziehungen geführt. Ein Sprichwort lautet: „fragen kostet nichts“.  Ja, es stimmt, „wer fragt, bekommt Antwort und wer  sucht, der findet“.

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