Der Zehnte – wem gehört er und warum?

Eine Bibelstudie  über das Prinzip und die Praxis des Zehnten von Paul Schüle

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Wüsten- und Berglandschaft im Wadi Rum -(Foto:  P. Schüle  6. November 2014).

In der Wüste Sinai gab Gott dem Mose Gebote und Ordnungen für das Volk Israel, so zum Beispiel die Verordnung des Zehnten. Alle Zehnten im Lande, vom Ertrag des Landes und von den Früchten der Bäume, gehören dem HERRN und sollen dem HERRN heilig sein (3Mose 27,30). Dieses Gebot hat auch im Reich Gottes seine Gültigkeit und Zweckbestimmung, allerdings nicht mehr eingeschränkt auf den Buchstaben und die Zahl.

Der Zehnte – wem gehört er und warum?

Inhaltsverzeichnis

A. Woher kommt die Idee und Praxis des Zehnten?                                                                     B. Die Praxis des Zehnten in Israel                                                                                                    C. Wie stand Jesus zu der Verordnung des Zehnten?                                                                   D. Die Praxis der ersten Jünger Generation                                                                                    E. Der Zweck, die Begründung und Bedeutung des Opferns                                                       F. Schlussfolgerungen und Anwendung

 

Fruchtfeld bei Herrenberg-IMG_5441

Ein reifes Fruchtfeld (Foto: P. Schüle am 1. August 2016).

 

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Eine ungewöhnlich reiche Kirschernte (Foto: P. Schüle  am 11. Juli 2016).

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Dieser Anblick verspricht eine reiche Apfelernte (Foto: P. Schüle am 11. August 2007).

 

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Eine Schafherde, die in einem Olivenhain weidet (Foto: P. Schüle am 17. August 2011).

 

 

A. Woher kommt die Idee und Praxis des Zehnten?

 

Die Praxis, Gott ein Dankes-Opfer darbringen, finden wir schon bei Abel und Noah (1Mose 4 und 8). Die erste Erwähnung und Abgabe des Zehnten fand rund zweitausend Jahre v. Chr. statt, also viele Jahrhunderte vor der Gesetzgebung am Berg Sinai durch Mose. In 1Mose 14,18-20 lesen wir:

Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein heraus. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat. Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.

Melchisedek, ein Priesterkönig Gottes, vaterlos, mutterlos, stammbaumlos, eine durchaus geheimnisvolle Person und doch ist sie voller symbolischer Bedeutungen. Durch seinen Namen werden ein Titel und ein Charakterzug deutlich: ´Melchi´ ist das hebräische Wort für König, ´Sedek´ bedeutet Gerechtigkeit. Da er die Stadt Salem regiert, ist er auch König des Friedens. Salem (hebräisch: Schalom) bedeutet Friede. Nach jüdischer Überlieferung handelt es sich um die spätere Stadt Jerusalem. Melchisedek ist als Höherer der Aktive, der zuerst Handelnde, er kommt Abraham entgegen und segnet ihn. Durch diese Segnung, welche er nicht von sich aus, sondern von Gott her ausspricht „gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott“, wird sein priesterlicher Dienst, als Vermittler göttlichen Segens deutlich. Als Priester kommt er Abraham mit Brot und Wein entgegen. Dies sind Elemente mit Symbolkraft – Erlösung und Leben, beides ist später durch Jesus, den ewigen Hohenpriester, Realität geworden und wurde von ihm im Abendmahl wieder aufgegriffen und für die Gemeinde aller Zeiten als wiederholbare Handlung festgelegt.

Als Antwort oder Reaktion auf desse Segnung und Gaben, gibt Abraham den Zehnten von allem an Melchisedek. In 1Mose 14,20 steht pauschal „den Zehnten von allem“, so auch in Hebr 7,2. In Hebräer 7,4 nur „den Zehnten von der eroberten Beute.“ Die Gabe des Zehnten ist an einen Höheren (Melchisedek) entrichtet und bringt zugleich auch die Anerkennung der Hoheit und Priesterwürde zum Ausdruck (vgl. Hebr 7,4). Diese zunächst einmalige Handlung wurde später auch zum festen Bestandteil im Leben von Jakob, Abrahams Enkel. So lesen wir in 1Mose 28,22: „Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden; und von allem, was du mir gibst, will ich dir den Zehnten geben.“ Auch bei Jakob ist der Zehnte (zunächst in seinem Gelübde) eine Antwort auf die Segnungen Gottes, bei denen er Schutz und Bewahrung seines Lebens besonders hervorhebt. Wie, wo und an wen Jakob seinen Zehnten gegeben hat, ist nicht ganz klar. Es ist gut möglich, dass auch die Patriarchen (die Söhne Jakobs) Gott auf irgendeine Weise den Zehnten gaben, zum Beispiel durch Brandopfer, wie bei Abel. Nach der Erfahrung der Hungerzeit in Kanaan hatten sie gelernt mit anderen, die Not litten, zu teilen.

 

 

B. Die Praxis des Zehnten in Israel

 

In 2Mose 16,33 finden wir einen ersten Hinweis zum ´zehnten Teil´: „Und Mose sprach zu Aaron: Nimm ein Gefäß und tu Manna hinein, den zehnten Teil eines Scheffels, und stelle es hin vor den HERRN, dass es aufbewahrt werde für eure Nachkommen.“ Das Manna war eine lebensnotwendige, materielle Segnung für das Volk Israel und der Krug mit dem Himmelsbrot sollte für die späteren Generationen ein Erinnerungszeichen sein.

Doch das eigentliche Gebot des Zehnten finden wir erst in 3Mose 27,30-32:

Alle Zehnten im Lande, vom Ertrag des Landes und von den Früchten der Bäume, gehören dem HERRN und sollen dem HERRN heilig sein. Will aber jemand seinen Zehnten ablösen, der soll den fünften Teil darüber hinaus geben. Und alle Zehnten von Rindern und Schafen, alles, was unter dem Hirtenstabe hindurchgeht, jedes Zehnte davon soll heilig sein dem HERRN.

Mit diesem Zehnten wurde also der Ertrag des Landes und des Viehs belegt. Man bedenke, dass die Israeliten zu jener Zeit keine Händler, bzw- Kaufleute waren. Sie führten einige Jahrhunderte ein Hirtenleben. Bis zur Landnahme unter Josua betrieben sie sporadisch auch Agrarwirtschaft (1Mose 26,12; 46,32). Dies waren wohl die beiden Haupteinnahmequellen der Leviten. In 4Mose 18,24 ordnete der Herr an: „denn den Zehnten der Israeliten, den sie dem HERRN als Opfergabe geben, habe ich den Leviten zum Erbgut bestimmt; darum habe ich zu ihnen gesagt, dass sie unter den Israeliten kein Erbgut besitzen sollen.“ So ging der Zehnte der elf Stämme an den Stamm Levi, weil sie kein Landerbteil erhielten, sondern für Dienste an dem Heiligtum und am Volk zur Verfügung stehen sollten. In 4Mose 18,26 ordnete der Herr an: „Sage den Leviten und sprich zu ihnen: Wenn ihr den Zehnten nehmt von den Israeliten, den ich euch von ihnen bestimmt habe als euer Erbgut, so sollt ihr davon eine heilige Abgabe dem HERRN geben, je den Zehnten von dem Zehnten.“ So auch in 4Mose 18,28 „So sollt auch ihr die heiligen Abgaben dem HERRN geben von allen euren Zehnten, die ihr nehmt von den Israeliten, und sollt diese heilige Abgabe für den HERRN dem Priester Aaron geben.“ Die Leviten mussten ihrerseits ihren Zehnten an die Priesterschaft abgeben. Auch die Priester waren von der Abgabe nicht ausgeschlossen, sondern auch sie mussten Gott einen Teil als Opfer darbringen. Dadurch wurde folgendes zum Ausdruck gebracht:

  • Die Abhängigkeit von Gott, der das Gedeihen gibt,
  • Dankbarkeit gegenüber Gott für die erfahrenen Segnungen,
  • Anerkennung der Dienste der Priester und Leviten.

So sah Gott es vor und damit ist die Abgabe des Zehnten nach dem Gesetz in Israel begründet.

Sehr oft haben die Israeliten diese Ordnung nicht eingehalten, sie reagierten mit Undankbarkeit für die zugeteilten Segnungen Gottes und haben ihm ihre Anerkennung als Gott und Erlöser vorenthalten. Auch in den späteren Jahrhunderten (nach dem Exil etwa 520 v. Chr.) mussten die Propheten das Volk immer wieder an die heilsame Verordnung Gottes erinnern. So lesen wir in Maleachi 3,8-10:

Ist’s recht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt? Ihr aber sprecht: »Womit betrügen wir dich?« Mit dem Zehnten und der Opfergabe! Darum seid ihr auch verflucht; denn ihr betrügt mich allesamt. Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

So können wir deutlich erkennen, dass die Praxis des Zehnten in Israel, deren Beziehung zu Gott deutlich wiederspiegelte. Ebenso war sie ein wesentlicher Bestandteil, von dem das Wohlergehen des Volkes und auch das gesamte gottesdienstliche Gefüge abhing. Wenn dieser Kreislauf durchbrochen wurde (was sehr oft geschah), so geriet das ganze Leben in Unordnung und Unsegen.

 

 

C. Wie stand Jesus zu der Verordnung des Zehnten?

 

Es ist auffallend, dass Jesus sehr wenig Bezug auf das in Israel übliche Gebot des Zehnten nimmt, und wenn er das tut, dann eher auf indirekte Weise. So lesen wir in Matthäus 23,23:

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte (muß) man tun und jenes (das Verzehnten) nicht lassen. (vgl. Lk 11,42).

Zur Zeit von Jesus wurde von den Pharisäern das Gebot des Zehnten besonders detailliert definiert und praktiziert, so dass es wichtigere Gebote verdrängte. Wir können hier jedoch feststellen, dass Jesus den Zehnten nicht abschaffte und auch nicht entwertete, sondern die  Einordnung oder richtige Reihenfolge bestimmter Gebote in Bezug auf ihre Priorität korrigierte. Trotzdem drängt sich die Frage auf, warum Jesus so wenig auf den Zehnten Bezug genommen hat, obwohl diese Abgabe in Israel eine Grundordnung und Sicherung des gesamten gottesdienstlichen Lebens bedeutete. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass er wusste, dass der Dienst der Leviten und Priester bald zum Abschluss kommen würde und damit auch die vom Gesetz vorgeschriebene Abgabe des Zehnten an die Leviten und das Aaronitische Priestertum. Dies trat auch mit der Zerstörung der Stadt Jerusalem und des Tempels im Jahre 70 n. Chr., ein. Schon bald würde Jesus als der wahre und ewige Hohepriester „nach der Ordnung Melchisedeks“ (Hebr 7,8) seinen Dienst als Mittler zwischen Gott und den Menschen antreten.

Stattdessen gibt Jesus seinen Jüngern eine Vielfalt an Möglichkeiten oder Varianten in Bezug auf das Geben und Opfern. Die meisten dieser Varianten sind in Geschichten enthalten und stellen somit gleich den Bezug zur Praxis des Gebens her.

 

Die erste Abgabe eines Opfers einschließlich der Anbetung an und für Jesus findet in Bethlehem statt, als dieser erst einige Monate alt war. Der Evangelist Mathäus schreibt: „und (die Weisen) gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ (Mt 2,11). Die Weisen aus dem Morgenland bringen dem neugeborenen König ihre

  • Anbetung und Opfergaben;
  • Sie huldigen ihm kniend;
  • Damit erkennen sie seine Hoheit an und als Zeichen dieser Anerkennung opfern sie königliche und priesterliche Gaben.

War dies ihr Zehnter?!

 

Weiter fällt auf, dass gerade Frauen in weitem Umfang Jesus und seine Mission unterstützten. Der Evangelist Lukas schreibt:

Und es begab sich danach, dass er durch Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit ihm, dazu einige Frauen, die er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben böse Geister ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe. (Lk 8,1-3).

Beachten wir den Dienst dieser Frauen – sie dienten Jesus und seinen Jüngern mit ihrer Habe. Es handelt sich hier nicht um eine einmalige Spende, sondern um eine kontinuierliche materielle/finanzielle Unterstützung der Menschen, welche sich für den Dienst am Evangelium freistellen ließen. Bedenken wir auch, dass es sich hier um die finanzielle Förderung der angebrochenen Königsherrschaft Gottes handelt. Es sind Opfer des

  • Dankes für die geschenkten Segnungen (Erlösung, Befreiung, Heilung);
  • Opfer der Anerkennung der Hoheit und Würde von Jesus als dem Messuas.

Diese Opfer könnten für den neutestamentlichen ´Zehnten´ angesehen werden.

 

Eine weitere Situation beschreibt uns Lukas, während Jesus bei dem Pharisäer Simon zum Essen eingeladen war. Es heißt in Lukas 7,44-47:

Und er (Jesus) wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast mir kein Wasser für meine Füße gegeben; diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Du hast mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn (im Zusammenhang kann auch übersetzt werden: „darum hat sie“) sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.

Es geht hier um die Opfergabe einer Frau, die nach den Worten Jesu sehr hoch und wertvoll ist.

  • Es ist eine echte Gabe der Liebe und des Dankes für die erfahrene Vergebung ihrer vielen Sünden.

Wiederum wird deutlich: die Gabe ist eine Antwort auf die empfangenen Segnungen Gottes. Diese Segnungen kann man nicht erkaufen, aber man kann sich für sie bedanken; in diesem Fall sind es Reue- und Dankestränen sowie Küsse der aufrichtigen Liebe. Die Frau opferte das, was sie hatte.

Dies war ihre Erstlingsgabe – ihr Zehnter!

 

Die Geschichte von der Salbung Jesu in Betanien durch Maria, die Schwester von Martha und Lazarus, gibt uns einen weiteren Einblick in das neutestamentliche Geben und Opfern für Jesus, den König und Hohenpriester. Maria salbt Jesu Haupt und Füße, somit ist sein ganzer Leib gesalbt. Sie war wohl die Einzige, die erkannte, was Jesus bevorstand, nämlich Tod und Begräbnis. Der Preis ihrer Opfergabe ist hoch (etwa ein Jahreslohn eines Tagelöhners), doch hätten wir niemals davon erfahren, wenn nicht Judas Iskariot den Wert angegeben hätte. In Johannes 12,7-8 lesen wir:

Da sprach Jesus (zu Judas): Lass sie in Frieden! Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit.

Jesus hat dieses Opfer angenommen und ihm sogar eine Bestimmung gegeben.

  • Es soll zeichenhaft auf sein Sterben und Begräbnis hinweisen;
  • Es ist auch eine Opfergabe der Liebe und des Dankes für die erfahrenen Segnungen durch den Dienst Jesu in ihrer Familie;
  • Es ist auch Anerkennung seiner Würde als Gottes Sohn und Herr.

Das war ihr ´Zehnter´!

 

Jesus macht Menschen nicht nur frei von ihren Sünden, sondern befähigt sie auch zur Wiedergutmachung und sogar zur Freigabe ihres Besitzes. In Lukas 19,8-10 lesen wir:

Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

  • Das Herz und das Leben des Zachäus gehen an Jesus über;
  • Sein materielles Opfer geht an die Armen;
  • Das durch Betrug erbeutete gibt er vierfach zurück (Wiedererstattung).

Dies ist eine weitere Variante des ´Zehnten´ im Reiche Gottes.

 

In seinen Lehren und Predigten ermutigt Jesus zum Geben und Opfern und zwar nicht nach einer Gesetzlichkeit, sondern prinzipiell großzügig und doch individuell verschieden. So schreibt der Evangelist Markus in Kapitel 10,21:

Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir nach!

Diesen jungen Mann will Jesus keineswegs in seinem materiellen Reichtum beschneiden, sondern er zeigt ihm eine neue, viel größere Perspektive auf für den Lebenssinn und die Lebensentfaltung, und zwar unter seiner Führung. Aber diese neue und auch andere Lebensqualität hat ihren Preis. Man kann nicht zur gleichen Zeit und mit gleicher Intensität Verwalter von Ländereien auf der einen und Missionar auf der anderen Seite sein. Auch diese Situation ist von Jesus ganz individuell bewertet worden und entsprechend eindeutig fiel seine Empfehlung an den jungen Mann aus. In diesem Fall entschied sich der reiche junge Mann für die materiellen Güter dieser Welt, er vorenthielt seinen Zehnten an Jesus und beraubte damit sich selbst all der göttlichen Segnungen, welche Gott für ihn vorgesehen hatte.

 

Jesus liegt viel daran, eine grundsätzliche Sinnesveränderung bei allen Menschen zu bewirken, weil er genau weiß, dass allein die ´Loslösung´ des Herzens von der inneren Bindung an materielle Dinge den Menschen wirklich frei macht und ihn erst dadurch befähigt zu einem brauchbaren Verwalter dieser materiellen und auch geistlichen Güter zu werden. So sagt er weiter in Lukas 12,33: „Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt, und den keine Motten fressen.“ Hier macht Jesus deutlich, dass es sich nicht lohnt, materielle Güter anzuhäufen, vielmehr ermutigt er, sie umzutauschen bzw. in unvergängliche, bleibende Werte zu investieren. So sehen wir auch bei den Jüngern, dass sie nicht buchstäblich alles verkauft haben (Haus, Boote, Netze), sondern dass sie alles, was sie hatten, dem Reich Gottes zur Verfügung stellten. „Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.“ (Lk 5,11). „Sie verließen alles“ heißt in diesem Fall, dass sie ihre Häuser, ihre Boote und Netze unter die Verwaltung anderer Menschen gestellt haben, ihre Zeit und Kraft jedoch zum Dienst für das Reich Gottes zur Verfügung stellten. Dies stellt eine weitere Variante dar, wie der Dank für Segnung und die Anerkennung der Herrschaft Jesu ausgedrückt werden kann.

 

Das Maß des Gebens wird nicht einfach von der Höhe der Gabe bestimmt, wie folgendes Beispiel deutlich macht, sondern von der Möglichkeit, der Bereitschaft und der Herzenseinstellung. Die Bewertung Jesu lautete: „Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluss zu den Opfern eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte.“ (Lk 21,4). Sollte man von dieser Witwe den Zehnten erwarten? Sie gab alles, was sie hatte! Und es ist unmöglich, dass Gott sie am nächsten Tag hungern ließ. Mit der Erwähnung dieser Geschichte hebt Jesus den noch gültigen Opferdienst am Tempel hervor, doch eigentlich macht er deutlich, wie und mit welchem Maß er die Opfergaben einschätzt.

Dies sind einige Geschichten, welche uns überliefert wurden und die zeigen, dass es nun im Reiche Gottes eine Vielzahl an Möglichkeiten gibt, wie Menschen ihren Dank an Gott für die erfahrenen Segnungen sowie die Anerkennung für den Priesterkönig zum Ausdruck bringen können.

 

Jesus ermutigt auch durch seine Worte und seine Lehren zum Geben und macht deutlich, welche Auswirkungen das Geben hat. „Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen“ (Lk 6,38).

Wer gibt, bekommt Freiräume, um wieder zu empfangen. Das versprochene Rückgabemaß ist hier nicht einfach mathematisch eins zu eins, sondern es kann bis hundertfach hoch sein, wie Jesu Antwort an Petrus deutlich macht. „Und wer Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlässt um meines Namens willen, der wird’s hundertfach empfangen und das ewige Leben ererben.“ (Mt 19,29).

Das Prinzip dieser Welt lautet: „Nimm, was dir zusteht.“ Viele gehen noch weiter und nehmen oder behalten, was ihnen gar nicht gehört.

Gott offenbart sein Prinzip in Jesus, seinem Sohn, von dem es immer wieder heißt: Er gab!

Am Vorabend seines Todes, begegnet Jesus seinen Jüngern mit Brot und Wein als Symbole für Erlösung und Leben. Durch die Hingabe seines Lebens in den Tod und nach der Erhöhung durch den Vater trat er seinen Dienst als wahrer und ewiger Hohepriester an und zwar nach der Ordnung Melchisedeks. Und nun gehört ihm der Zehnte und zwar in den verschiedensten Variationen. „Und hier nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, dort aber einer, dem bezeugt wird, dass er lebt.“ (Hebr 7,8).

 

 

D. Die Praxis der ersten Jüngergeneration

 

Grundsätzlich kann man von Folgendem ausgehen: So wie die Jünger ihren Meister Jesus, sein Leben und seine Lehren verstanden, so setzten sie diese neuen Wahrheiten in der Praxis um. Oder umgekehrt formuliert: die Praxis der Apostel unterstreicht die Gesinnung und Lehre von Jesus auch in der Frage des Gebens. Daher wollen wir uns nun der ersten Generation von Jüngern zuwenden und feststellen, wie sie das Gebot des Zehnten, bzw. das Opfern verstanden und in der Gemeinde umsetzten.

 

  1. Durch das Beispiel der Apostel und die besondere Führung des Heiligen Geistes, haben die ersten Gläubigen in Jerusalem vielfältig und weit über den vom Gesetz geforderten Zehnten hinaus gegeben. Ihre Praxis sah so aus: „Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften Güter und Habe und teilten sie aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte“ (Apg 2,44-45; vgl. 2,46; 4,36f; 5,1ff).

Dieser und andere mit diesem Thema zusammenhängenden Texte geben uns folgendes Bild:

  • Alle beteiligten sich an dem sozialen Ausgleich innerhalb der Gemeinschaft;
  • Viele von ihnen verkauften buchstäblich ihre Häuser und/oder Äcker und stellten das Geld der Gemeinschaft zur Verfügung;
  • Das Geld verwalteten die Apostel, bzw. die durch die Apostel und Gemeinde beauftragten Mitarbeiter;
  • Einige von ihnen stellten ihre Häuser als Versammlungsräume zur Verfügung;
  • Es wurde sorgfältig darauf geachtet, dass niemand Geld oder Güter aus unlauterem Sinn opferte;
  • Einem jeden wurde zugeteilt, was sein Bedarf war;
  • Auch die Apostel als Verkündiger wurden von dieser Gemeindekasse unterhalten.

Die Frage nach dem wörtlichen, mathematischem Zehnten stellte sich hier gar nicht. Vielmehr wurde hier eine Vielfalt an Opfermöglichkeiten praktiziert. Es bleibt offen, wie die an Christus Gläubigen mit dem Gebot des Zehnten an die Leviten (Tempel) in dieser neuen Situation umgegangen sind. Höchstwahrscheinlich ist, dass sie auch weiterhin den Vorschriften des Gesetzes nachgekommen sind, wie später Jakobus im Zusammenhang mit dem Besuch des Paulus in Jerusalem deutlich macht: „Und alle (gemeint sind Judenchristen)  sind Eiferer für das Gesetz.“ (Apg 21,20).

 

  1. Bei den Gläubigen der Gemeinde in Antiochien (Syrien) bekommen wir keinen Einblick in deren interne Opferpraxis, wohl aber ihre Reaktion in Bezug auf die durch den Propheten Agabus angedeuteten und vorausgesagten Hungersnot, welche insbesondere die Gläubigen in Judäa hart treffen sollte. „Aber unter den Jüngern beschloss ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden.“ (Apg 11,29). Auch hier kann Folgendes festgehalten werden:
  • Ein jeder beteiligte sich an dem Opfer;
  • Jeder gab nach seinem Vermögen;
  • Die gesammelte Opfergabe (wahrscheinlich ein Geldbetrag) wurde durch Barnabas und Saulus (nicht durch Agabus und seine Begleiter aus Judäa) nach Jerusalem überbracht;

Auf diese Weise wurde den inzwischen verarmten Gläubigen in Judäa in drohender Not auf solidarische Weise geholfen. Wir sollten auch bedenken, dass diese materielle Hilfe die Gemeindeleiter und Verkündiger in Judäa mit einschloss, denn gerade diese hatten damals alles oder vieles wegen der Frohbotschaft aufgegeben.

 

  1. Sozialer Ausgleich unter den Gläubigen wurde zum Bestandteil der Mission; so legt Petrus dem Paulus ans Herz, er solle die Armen (in Judäa) nicht vergessen:

(…) und da sie die Gnade erkannten, die mir gegeben war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, dass wir unter den Heiden, sie aber unter den Juden predigen sollten, nur dass wir an die Armen dächten, was ich mich auch eifrig bemüht habe zu tun.“ (Gal 2,9-10).

Für diesen sozialen Ausgleich trat Paulus nicht nur in den von ihm gegründeten Gemeinden in Galatien ein, sondern auch in den Gemeinden der Provinz Mazedonien und Achaia. So schreibt er:

Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht: Wie ich in den Gemeinden in Galatien angeordnet habe, so sollt auch ihr tun!  An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, so viel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme. Wenn ich aber gekommen bin, will ich die, die ihr für bewährt haltet, mit Briefen senden, damit sie eure Gabe nach Jerusalem bringen. (1Kor 16,1-3).

Folgende wichtige Details in der Opferpraxis dieser Gemeinden werden deutlich:

  • Die Fürsorge der materiell bessergestellten Gläubigen für die Armen wurde zum Standart bei der Mission. In 2Korinther 9,1 wird dies als „Dienst für die Heiligen“ bezeichnet;
  • Die Opfersammlungen wurden durch die Apostel (Petrus/Paulus) eingeführt (angeordnet) und entsprechend begründet. Diese Anordnung unterlag nicht dem Belieben des Einzelnen oder einer einzelnen Gemeinde. Die Empfehlungen oder Anordnungen der Apostel schlossen jedoch die  Freiwilligkeit der Geber mit ein;
  • Die Sammlungen fanden wöchentlich statt, nämlich am ersten Tag der Woche (also am Auferstehungstag des Herrn); vielleicht geschah dies in Anlehnung an den Wochenlohn der Arbeiter. Aus einigen Gleichnissen geht hervor, dass zum Beispiel bei Tagelöhnern der Lohn am gleichen Tag, bzw. nach getaner Arbeit ausgezahlt wurde (Mt 20,1-15);
  • Gegeben wurde nach den Möglichkeiten des Einzelnen;
  • Bewährte Mitarbeiter wurden von der Gemeinde beauftragt, die Opfersammlung nach Jerusalem (Judäa) zu überbringen;
  • Bei der Überbringung des Geldes wurden Begleitschreiben der Gemeinde mitgeführt.

 

 

E. Der Zweck, die Begründung und Bedeutung des Opferns

 

Das Opfern, Geben und Mitteilen im Leben des Gläubigen und der Gemeinde ist so wichtig, dass Paulus diesem Thema zwei ganze Kapitel widmet (2Kor 8+9). Hier einige Auszüge:

Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, damit ihr durch seine Armut reich würdet. (2Kor 8,9).

Hier liegt der Schlüssel zu einem begnadeten, gesegneten und fruchtbarem Dienst. Jesus war reich, aber er wurde arm um unsertwillen; die Apostel haben niemals Reichtum angestrebt. Bewusst haben sie sich in die Abhängigkeit von Gott und Menschen gestellt. Und so waren auch sie angewiesen auf die Opferbereitschaft der Gläubigen, wie folgendes Beispiel von Paulus deutlich macht:

Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie’s mir auch geht. Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. Doch ihr habt wohl daran getan, dass ihr euch meiner Bedrängnis angenommen habt. Denn ihr Philipper wisst, dass am Anfang meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein. Denn auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt für meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal. Nicht, dass ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht, damit sie euch reichlich angerechnet wird. Ich habe aber alles erhalten und habe Überfluss. Ich habe in Fülle, nachdem ich durch Epaphroditus empfangen habe, was von euch gekommen ist: ein lieblicher Geruch, ein angenehmes Opfer, Gott gefällig. Mein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. (Phil 4,11-19).

Auf diese Weise bekommen wir Einblick in das Missionarsleben des Paulus, der neben gelegentlicher selbstständiger Tätigkeit als Zeltmacher, sehr oft auf die materielle Unterstützung von Gläubigen angewiesen war und diese auch dankbar in Anspruch nahm. Bei diesen Opfern werden mehrere Aspekte deutlich gemacht:

  • Die Geldspenden der Philipper an Paulus werden als Frucht des Glaubens bewertet, welche ihnen von Gott reichlich angerechnet wird. Hier sind wir bei dem Prinzip der Investition von materiellen Gütern in geistliche Werte;
  • Solche Gaben sind ein lieblicher Geruch, ein angenehmes Opfer für Gott;
  • Und schließlich waren sie ein Bekenntnis zum Evangelium, weil dadurch die Ausbreitung der Frohen Botschaft ermöglicht wurde, zum Beispiel in Mazedonien und Achaia.

Paulus befand sich zu der Zeit im Gefängnis und er war auf Menschen angewiesen, die den Mut hatten, sich durch ihre Besuche bei ihm mit dem Nötigsten zu versorgen (Phil 2,30;  2Tim 1,17).

Doch Paulus sprach nicht nur von sich oder den Mitarbeitern im überörtlichen Dienst, sondern er sorgte sich auch um die Verantwortlichen innerhalb der Gemeinde, welche sich für den Dienst an der Gemeinde freigestellt hatten. Dabei zitiert er Jesus im Zusammenhang der Aussendung der 70 Jünger. „So hat auch der Herr befohlen, dass, die das Evangelium verkündigen, sich vom Evangelium nähren sollen.“ (1Kor 9,14; Lk 10,7; 1Kor 9,1-11; vgl. 1Tim 5,18; Gal 6,6).

Die Gaben und Opfer im Neuen Testament dienen somit auch für die Förderung des geistlichen Wohlergehens der Gemeinde durch den Dienst der freigestellten Mitarbeiter.

Eine weitere wichtige Begründung der Opfer und Gaben war folgende: es sollte eine Art Ausgleich geschehen. So wie im Bereich des Geistlichen alle Glieder für einander verantwortlich sind und einander dienen, so auch im Materiellen – es sollte zu einem Augleich kommen zwischen denen, die materielle Güter hatten und denen, die Not litten. So schreibt Paulus in 2Korinther 8,13-15:

Nicht, dass die andern gute Tage haben sollen und ihr Not leidet, sondern dass es zu einem Ausgleich komme. Jetzt helfe euer Überfluss ihrem Mangel ab, damit danach auch ihr Überfluss eurem Mangel abhelfe und so ein Ausgleich geschehe, wie geschrieben steht (2.Mose 16,18): »Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel.“

Auch ist die Praxis des Teilens ein Ausdruck der Liebe zu Gott, so in 1Johannes 3,17: „Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt dann die Liebe Gottes in ihm?

Paulus ermutigt zu großzügigem Geben, aber er grenzt die Gläubigen im Geben nicht ein, er fixiert die Höhe des Opfers nicht einfach auf der prozentuellen Skala, sondern lässt dem Einzelnen Geber doch einen weiten Spielraum, so in 2Korinther 9,6-8:

Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk.

Dies sind insgesamt gute Aussichten, denn Gott ist ein großzügiger Geber. Und „alle gute und vollkommene Gabe kommt von Gott“. In Psalm 112,9 steht geschrieben: „Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.“

 

 

F. Schlussfolgerungen und Anwendung

 

Seit dem Kommen des Reiches Gottes gehört der Zehnte Jesus, dem wahren Priester-König!

  • als Zeichen der Anerkennung seiner Hoheit und Würde als König,
  • als Dankeszeichen für die Segnungen durch seinen priesterlichen Mittler-Dienst,
  • zur Deckung der Bedürfnisse in seinem Leib, nämlich in der Gemeinde,
  • und damit der Dienst für diese Welt nach Gottes Plan ausgeführt werden kann.

Die positive Erfahrung mit dem buchstäblichen Zehnten in alttestamentlicher Zeit sowie die grundsätzliche Bejahung des Zehnten durch Jesus begründen die heutige finanzielle Praxis vieler Freikirchen und Gemeinden; doch geben uns Jesus und auch die Apostel eine größere Vielfalt an Möglichkeiten des Opferns, die individuell betrachtet einen noch höheren Wert haben als die Fixierung auf den mathematisch berechneten ´Zehnten´.

Daher wäre es für das Reich Gottes förderlich, die geistliche Haushalterschaft und Verantwortung über alle Arten von materieller Werte (Zeit, Geld, Häuser/Wohnungen, Gärten, Autos, Arbeitsfähigkeit, Freizeit, Gaben, erlernte Fähigkeiten, Erfahrungen etc.) bei Gläubigen aufzuzeigen und gleichzeitig auf die vielfältigen Möglichkeiten des Opferns und Gebens der vorhandenen Werte hinzuweisen, eben ähnlich wie Jesus und die Apostel es lehrten und die erste Gemeindegeneration es praktizierte.

Ein Bekenntnis:

  • Ich gebe im Rahmen meiner Möglichkeiten,
  • Ich gebe bewusst regelmäßig,
  • Ich gebe freiwillig,
  • Ich gebe mit fröhlichem Herzen und lauterem Sinn.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  1. Ausgabe Juli 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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