21. Frage: Was haben wir mit dir zu schaffen Sohn Gottes? Bist du, hierher gekommen uns vor der Zeit zu quälen?

Diese Doppelfrage ist ungewöhnlich, weil sie von Dämonen stammt und Jesus gestellt wurde. Der Ev. Matthäus schreibt: „Und als er an das jenseitige Ufer gekommen war, in das Land der Gadarener, begegneten ihm zwei Besessene, die aus den Grüften hervorkamen. (Sie waren) sehr bösartig, sodass niemand auf jenem Weg vorbeigehen konnte. Und siehe, sie schrien und sagten: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen? (Mt 8,28-29).

Diese Geschichte trug sich am Ostufer des Sees von Genezaret zu. Sie bietet Einblick in den Bereich der finsteren Mächte der von Gott abgefallenen Engel. In diesem Fall ihren qualvollen Einfluß auf diese beiden Menschen und deren Umgebung. Doch als sie Jesus erblicken, laufen sie ihm schreiend entgegen und fallen vor ihm nieder. Ihre Fragen zeigen ihr Wissen über Jesus als den Sohn Gottes sowie ihr Wissen um das bevorstehende Gericht und die Angst schon jetzt gequält zu werden.

Der erste Teil der Frage ist eine bekannte Redewendung (Joh 2,4) und klingt wörtlich übersetzt:  „was uns und dir?“. Sie bedeutet so viel wie: Was ist das zwischen uns und dir? Durch diese Aussage wird innere Ablehnung und Distanz ausgedrückt. Sie sind unzufrieden darüber, dass Jesus in das von ihnen beherrschte Gebiet eingedrungen ist. Sie befürchten  den Verlust ihres Einflusses und eine vorzeitige Bestrafung.

Auf ihre Fragen geht Jesus nicht ein. Seine Antwort drückt sich in seinem souveränen Handeln aus. Er gebietet mit seinem vollmächtigen Wort den Dämonen auszufahren. Die zwei Menschen werden frei und können zu ihren Familien zurückkehren. Jesus beauftragt sie Gottes Wohltat und Erbarmen zu bezeugen bei den ihren und im ganzen Umland.

Durch seinen Dienst, sein Sterben und Auferstehen hat Jesus die Macht des Teufels und seiner Dämonen gebrochen und sie besiegt. Diese Mächte können nicht ohne weiteres in einen Menschen fahren, seinen Geist und Körper besetzen. Wer sich jedoch mit okkulten Praktiken wie Astrologie, Magie und Spiritismus jeglicher Art beschäftigt, kommt unter den Einfluss unreiner Geister mit negativen Folgen für Leib und Geist. Befreiung davon ist nur möglich, wenn diese Dinge bekannt und ans Licht gebracht werden. Jesus sagte; „Wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei“ (Joh 8,36).

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20. Frage: Lehrer, kümmert es dich nicht das wir umkommen?

Diese Frage stellten die Jünger Jesus bei der nächtlichen Überfahrt von Kapernaum an das gegenüberliegende Ostufer des Sees von Genezaret. Der Ev. Markus schreibt: „Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns ans andre Ufer fahren. Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm. Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde. Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Lehrer, kümmert es dich nicht,  dass wir umkommen?“ (Mk 4,35-38).

Im hinteren Teil des Bootes, wo er sich hinlegen konnte, findet Jesus Ruhe und Schlaf, Er ist so sehr erschöpft von den vielen Diensten des Tages. dass er von dem Ungewitter nichts mitbekommt. Das plötzliche Auftreten von Stürmen auf diesem See ist bis heute ein gefürchtetes Phänomen. Eigentlich wäre es für die Jünger nichts ungewöhnliches, fuhren sie doch gerade nachts hinaus auf den See zum Fischfang. Doch diesmal war es ein großer Sturmwind genannt `Λαΐλαψ – Lailaps`  so dass sie in Panik gerieten, was ihre vorwurfsvolle Frage an Jesus verrät. Auf diese Frage antwortet Jesus auf zweifache Weise:

Erstens: Durch sein vollmächtiges Handeln: „Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.“ (Mk 4,39). Dem Mitschöpfer des Universums sind auch die Naturgewalten untergeordnet, für die Jünger eine neue Erfahrung.

Zweitens: Mit einer Doppelfrage: „Was  seid ihr so furchtsam (wörtlich: feige)? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4,40). Furcht und Schrecken überfiel die Jünger, die Folge war Verzagtheit und Feigheit. Mit der zweiten Gegenfrage trifft Jesus den eigentlichen Schwachpunkt bei den Jüngern. Was haben sie in der Gegenwart ihres Meisters nicht schon alles gesehen und erlebt? Und jetzt sehen sie sich dem Untergang nahe. Dies würde nicht geschehen, weil Jesus mit im Boot ist.

Mit Fragen im Stil der Jünger werden auch wir heute Gott keineswegs gefallen, wohl aber durch mutiges Vertrauen in seine Gegenwart, seine  weise Voraussicht und seine uneingeschränkte Macht. Das Ergebnis dieser Erfahrung war: „Und sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!“ (Mk 4,41). Die Furcht der Jünger hat nun eine neue Ausrichtung bekommen, sie ist nun auf den gerichtet, der die Vollmacht über die Naturkräfte besitzt. Gottes Sohn ist bei ihnen im Boot in der Gestalt des Menschensohnes.

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19. Frage: Sollen wir hingehen und das Unkraut ausjäten?

Auf die dritte Frage im Gleichnis antwortete der Hausherr mit: „Nein, auf dass ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet. Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt in meine Scheune.“ (Mt 13,29-30). Es ist die zweite Hälfte des Gleichnisses vom Unkraut auf dem Acker und auch das  erklärte Jesus seinen Jüngern auf deren ausdrücklichen Wunsch. Das im griechischen verwendete Wort für Unkraut beschreibt ein weizenähnliches Gewächs. Beim Ausjäten desselben könnte auch der unreife Weizen ausgerissen werden. Erst bei voller Reife soll das Aussortieren erfolgen. Und nun folgt die Deutung des Gleichnisses. Die Ernte ist das Ende der Weltzeit. Was für ein treffender Vergleich. Dutzende Male wird im NT vom Ende dieser Schöpfung geschrieben.  Die Schnitter sind die Engel. Niemand wird vergessen oder übersehen, alle werden vor den Richterthron Christi gestellt werden. Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird’s auch in der Vollendung des Zeitalters gehen. Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die, die die Gesetzlosigkeit tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappern.“ (Mt 13,39-42). Der Menschensohn ist Jesus Christus selbst, der als Richter  erscheinen wird. Niemand wird vergessen oder übersehen werden, alle werden vor dem Richter der Welt erscheinen müssen, die Lebenden und die Toten. Das Gericht wird gehalten und jeder wird individuell beurteilt und gerichtet werden. Der Feuerofen, das Heulen und Zähneklappern sind alles Bilder, die schon für sich abschreckend genug sind, als dass sie noch weiter  ausgemahlt werden brauchen.

Für Jesus gibt es nur zwei Gruppen von Menschen. Von den Gerechtgesprochenen sagt Jesus: „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre!“ (Mt 13, 43). Groß und gewaltig ist der Vergleich mit der Sonne als Leuchtkörper. Unvorstellbare Herrlichkeit erwartet die, welche in ihrem Leben Jesus als ihren Erlöser annahmen. Daher wundert es nicht, dass Jesus zum aufmerksamen Hören auffordert.

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18. Frage: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?

Diese Doppelfrage stellten Knechte ihrem Hausherrn in einem Gleichnis, das Jesus dem Volk erzählte. „Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon. Als nun die Halme wuchsen und Frucht brachten, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat (ein) Feind getan.“ (Mt 13,24-28).

Auf ausdrücklichen Wunsch der Jünger erklärte Jesus den Sinn dieses Gleichnisses. „Der Menschensohn ist’s, der den guten Samen sät. Der Acker ist die Welt. Der gute Same, das sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen. Der Feind, der es sät, ist der Teufel.“ (Mt 13,37-39).

Jesus erklärt in einer Kürze und Präzision die einzelnen Aspekte des Gleichnisses. Dabei gibt er die Antwort auf die im Gleichnis gestellte Doppelfrage. Der Feind im Gleichnis wird von Jesus mit dem Teufel identifiziert. Wer die Existenz der gottfeindlichen Macht und das Böse leugnet oder verharmlost, wird von Jesus eines Besseren belehrt, Der Teufel  ist, so die Bedeutung der griechischen Bezeichnung `diabolos`, der Durcheinanderbringer, er richtet Chaos an. Er ist der Böse in Person (1Joh 5,18), er ist der Versucher (Mt 4,3), er ist der Verführer (1Mose 3,1ff), er ist der Lügner und Menschenmörder (Joh 8,44). In ihm ist keine Wahrheit, er lügt auch dann, wenn er Richtiges sagt (Mt 4,6; Mk 1,24), Darum erkenne den Feind und auch deinen Zustand im Lichte des Gleichnisses – guter Same oder Unkraut, Kind Gottes oder Kind des Bösen? Der Mensch ist nicht hilflos dem Einfluss des Bösen ausgeliefert. Jesus hat die Macht des Feindes gebrochen und durch den Glauben an ihn als Retter und Erlöser wechselt der Mensch aus dem Machtbereich des Teufels in den Bereich des Reiches Gottes. Fortsetzung bei der nächsten Fragestellung.

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17. Frage: Und als er allein war fragten sie ihn was das Gleichnis bedeutet?

Es war der erweiterte Kreis der Jünger, die nach der Bedeutung des Gleichnisses vom Sämann nachgefragt haben (Mk 4,10). Dadurch kommen auch wir heute in den Genuss diese bildhafte Rede zu verstehen. Jesus leitet ein mit den Worten: „Der Sämann sät das Wort.“ (Mk 4,14). In Mt 13,37 präzisiert er: „Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen.“ Und nun folgt die Deutung der vier so genannten Ackerböden (Mk 4,3-9). Es sind Menschenherzen in die der gute Same des Wortes Gottes durch das Hören hineingesät wird.

  1. Der Same fällt auf den Weg, die Vögel picken ihn schnell auf. Die Deutung: „Bei denen das Wort gesät wird und, wenn sie es hören, kommt sogleich der Satan und nimmt das Wort weg das in sie hineingesät worden ist.“ (Mk 4,15). Das Herz des Menschen gleicht einem festgefahrenen Weg. Ohne das Zusammenwirken von hören, horchen und gehorchen, bleibt der Same des Wortes Gottes an der harten Oberfläche und ist schnell von anderen Einflüssen verschlungen.
  2. Der Same fällt auf das Felsige (Steinige), wo es nur wenig Erde hat. Die Deutung: „Wenn sie das Wort gehört haben, nehmen sie es sogleich mit Freuden auf, aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, so kommen sie alsbald zu Fall“ (Mk 4,16-17). Dabei geht es um die schnellen Ja Sager, die sich kurzfristig begeistern lassen, die die Kosten nicht überschlagen. Daher hält der Glaube bei ihnen auch nicht lange an.
  3. Der Same fällt unter die Dornen und die Dornen ersticken`s. Die Deutung: „Die haben das Wort gehört, und die Sorgen der Welt und der trügerische Reichtum und die Begierden nach allem andern dringen ein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.“ (Mk 4,18-19). Dornen und Disteln wachsen von allein – die natürlichen Neigungen zur Unzufriedenheit und Habgier ersticken schnell den Samen des Wortes Gottes.
  4. Der Same fällt auf guten Ackerboden und bringt Frucht hervor. Die Deutung: „„Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld, einige dreißigfach und einige sechzigfach und einige hundertfach.“ (Lk 8,15; Mk 4, 21).

Es geht um Menschen, die mit verlangendem, willigem Herzen Gottes Wort aufnehmen und anwenden. Dabei wird das Maß der Frucht unterschiedlich ausfallen, jeder nach seinem Vermögen. Doch am Ende zählt das, was im Leben durch den Glauben an Jesus Christus hervorgebracht wird. Es geht um ein Sinn erfülltes Leben zur Ehre des Schöpfers und Nutzen für die Mitmenschen. Darum entscheide dich (ähnlich  wie Jesus) `Brot für die Welt` zu sein.

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16 Frage: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?

Dies fragten die Jünger ihren Lehrer Jesus am Ende der Gleichnisrede über den Sämann (Mt 13,1-10). Jesus befand sich am Ufer des Sees von Genezareth, genauer, er redete von einem Boot aus und die Volksmenge stand am ansteigenden Ufer.

Auf die Frage seiner Jünger antwortete Jesus: „Euch ist’s gegeben, zu wissen (erkennen) die Geheimnisse des Reiches der Himmel, jenen aber ist’s nicht gegeben.“ (Mt 13,11). Bildhafte Reden ähneln einer Walnuss, sie muss geknackt werden um an den Inhalt  zu kommen. Doch sogar seine Jünger verstanden das Gleichnis vom Sämann erst nachdem Jesus es ihnen erklärte (Mt 13,18-23). Zunächst macht Jesus klar, wer der Geber der Erkenntnisse ist, nämlich Gott. Dann begründet er seine Aussage mit den Worten: „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Mt 13,12). Es handelt sich dabei um eine grundsätzliche Vorgehensweise Gottes als Reaktion auf die offene oder ablehnende Haltung eines Menschen. „Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen.“ (Mt 13,13a). Und Jesus sagt weiter: „Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. (Mt 13,13b). Dies zeigt, dass er die innere Haltung und Einstellung der Menschen kannte. Jesus zwingt den Kern der Botschaft denen, die nur an seinen physischen Gaben (körperliche Heilung oder Versorgung mit Brot) interessiert, doch in ihrem Herzen nicht bereit waren, ihr Denken zu verändern und umzukehren, nicht auf (Mt 11,20-23). Und dann begründet er seine Beobachtung mit einem Jesajazitat: (Jesaja 6,9-10) »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verfinstert, und mit ihren Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie geschlossen, auf dass sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, dass ich sie heile.« (Mt 13,14-16a). Dies ist also der Grund für Jesu Vorgehensweise in der Art seiner Verkündigung. Doch für seine Jünger (und es waren nicht nur die 12) hat er die Freiheit, sie in die Geheimnisse des Reiches der Himmel einzuführen. So sagte er: „Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören. Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben’s nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben’s nicht gehört.“ (Mt 13,16b-17). Die Jünger haben zwar auch nicht alles verstanden, was Jesus gesagt hat, aber durch ihr Nachfragen und eine grundsätzliche Bereitschaft zur Nachfolge wurde ihnen immer mehr gegeben, Denn wer nachfragt, bekundet demütig „ich habe es nicht verstanden, ich möchte es aber verstehen und anwenden“.

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15. Frage: Doch sagte niemand: Was suchst du? Oder: Was redest du mit ihr?

Hier geht es um Fragen der Jünger an Jesus, die sie zwar gedacht, aber (wohl aus Höflichkeit) nicht aussprachen. Dass Johannes diese gedachten Fragen aufgeschrieben hat, ist so bemerkenswert, dass wir auf sie eingehen wollen. So lesen wir in Johannes 4,27: „Indes kamen seine Jünger und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Dennoch sagte niemand: Was suchst du? Oder: Was redest du mit ihr?“ An den Gesichtern seiner Jünger konnte Jesus ihre Verwunderung ablesen, doch er sah auch was sie dachten. Immer wieder überraschte Jesus sie mit seinem Verhalten. Dass er den Weg nach Galiläa über Samarien wählte, war für sie bereits ungewöhnlich. Und das hatte zur Folge, dass sie bei den Samaritern Brot kaufen mussten. Und jetzt sehen sie ihren Lehrer auch noch in einem  Gespräch mit einer samaritischen Frau.

Jesus bricht Tabus in einer Gemeinschaft in der so gut wie alles geregelt war und festen Verhaltensmustern unterlag. Ja, Jesus mutet seinen Jüngern schon einiges zu. Sie sollen sehen und lernen, verachteten Menschen Wertschätzung entgegenzubringen. Sie erleben seinen unbefangenen Umgang mit dieser samaritischen Frau. Sie bekommen mit, wie er sich dieser Volksgruppe bewusst zuwendet. Und sie spüren seine Einstellung, den Nächsten mit den Augen und dem Herzen Gottes zu sehen und entsprechend zu behandeln. Die Auswirkungen seines Gespräches mit der samaritischen Frau bilden eine umfassende Antwort auf die Fragen der Jünger. Gerade diese Frau wird zur Verkündigerin der Frohen Botschaft von Christus. So heißt es von ihr: „Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!“ (Joh 4,28-29).  Während die Samariter sich auf den Weg machen, bereitet Jesus seine Jünger auf deren Kommen vor mit den Worten: „Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder: sie sind schon reif zur Ernte.“ (Joh 4,35). Damit wies Jesus auf die Samariter hin. „Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, dass er bei ihnen bleibe; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen. Und sie sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Retter.“ (Joh 4,40-42). Scheu dich nicht, deine Fragen an Jesus zu stellen, du wirst staunen über seine Antworten,

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Apokalypse: 3. Der Thron Gottes und seine Umgebung

3. Der Thron Gottes und seine Umgebung

(Bibeltext: Offb 4,1-5,14)

3.1 Der Blick in das himmlische Heiligtum

Nachdem Johannes den ersten großen Auftrag für die sieben Gemeinden erhalten hatte, wurde er erneut im Geist, diesmal in den himmlischen Bereich gerufen. So heißt es in Offenbarung 4,1:

Nach diesem sah ich: Und siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gehört hatte wie die einer Posaune, die mit mir redete, sprach: Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.

 

Die Tür im Himmel

Johannes sieht eine geöffnete Tür im Himmel. Das Bild von der Tür begleitet den Bibelleser buchstäblich von 1Mose bis zur Offenbarung (1Mose 4,7 – Offb 3,20; 4,1). Etwa 67 Mal wird sie erwähnt und zwar sowohl im wörtlichen Sinne, als auch sinnbildlich. Hier einige Beispiele:

  • Joh 10,1-9:  „Ich bin die Tür der Schafe, …“.
  • Lk 13,25: „Wenn einmal der Hausherr aufgestanden ist und die Türe verschlossen hat …“.( ähnlich auch Mt 25,10).
  • 1Kor 16,9: „denn eine große und wirksame Tür ist mir geöffnet worden“ (2Kor 2,12;  Kol 4,3; Offb 3,8).
  • Offb 3,20: „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir.“

Die geöffnete Tür steht für Zugang, Eingang, freien Zutritt, das Betreten eines neuen Raumes, für Johannes der offene Einblick in den himmlischen Bereich.

 

Die erste Stimme

Die erste Stimme, ähnlich einer Posaune, erinnert an Kapitel 1,10. Dort ist es eindeutig die Stimme des Menschensohnes Jesus. So können wir annehmen, dass es auch hier dieselbe Stimme des Menschensohnes war. Da aber Jesus als das Lamm Gottes in dieser Vision erst später erscheint, ist es auch möglich, dass es die Stimme des Engels gewesen war, der den Auftrag hatte, Johannes die Offenbarung zu zeigen, bzw. zu übermitteln (Offb 1,1; 17,1; 19,10; 21,9; 22,8-9.16)

Johannees wird aufgefordert hinaufzusteigen, das heißt durch die geöffnete Tür in den himmlischen Bereich einzutreten und zwar im Geist. (Offb 4,2; 1,10). Dies könnte so verstanden werden, dass er nicht körperlich / physisch dort war, sondern im Heiligen Geist. Siehe auch die Parallelen dazu (Jes 6,1-8; Hes 1,1-28; Dan 7,9-14; Apg 7,56; 2Kor 12,1-5). Und nach Empfang der Offenbarung ist Johannes wieder zurück, sozusagen im physisch-geistigen Zustand. Doch für die Gläubigen ist der Zugang zu dem Thron der Gnade bereits jetzt im Glauben immer frei (Eph 2,18; Hebr 4,16).

 

Die Aussage: „was nach diesem geschehen muß“, baut auf das bereits gesagte und geschehene auf. Sie kann auch bedeuten, was nach Kapitel 4-5 gezeigt  und sich vollziehen wird. Das nach diesem sollte jedoch nicht überstrapaziert werden, denn es muss auch bedacht werden, dass in den vom Lamm geöffneten Siegeln Ereignisse bildhaft geschaut werden, die bereits vorher ihren Anfang nahmen und nun fortgesetzt werden. Die bildhafte Darstellung in der Offenbarung umfasst die gesamte Zeitspanne zwischen der Menschwerdung Jesu, seinem Erlösungswerk, der  Thronbesteigung und seiner Wiederkunft in Herrlichkeit.

 

Der Thron Gottes

Sogleich war (ward) ich im Geist: Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der da saß, war von Ansehen gleich einem Jaspisstein und einem Sarder, und ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich einem Smaragd. (Offb 4,2-3).

Johannes bekommt Einblick in die himmlische und göttliche Sphäre, in die Schaltzentrale Gottes. Die bildhafte Beschreibung der Herrlichkeit des Gottes Thrones durch materielle Dinge stößt an ihre Grenzen. Die Beschreibung dessen, was Johannes sieht folgt einer bestimmten Abfolge.

Allein in der Offenbarung kommt der Thron (Gottes) 40 Mal vor: 1,4; 3,21; 3,21; 4,2; 4,2; 4,3; .4,4; 4,5; 4,5; 4,6; 4,6; 4,6; 4,9; 4,10; 4,10; 5,1; 5,6; 5,7; 5,11; 5,13; 6,16; 7,9; 7,10; 7,11; 7,11; 7,15; 7,15; 7,17;  8,3;  12,5;  14,3; 16,17; 19,4; 19,5; 20,11; 20,12;  21,3; 21,5; 22,1; 22,3.  In den übrigen Texten des NT  weitere 9 Mal: Mt 5,34; 23,22; 25,31; Apg 2,30; 7,49; Hebr 1,8; 4,16; 8,1; 12,2. Es handelt sich um die Machtzentrale des gesamten Universums. Jes 40,22: „Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt“. Johannes sieht keine Gestalt auf dem Thron. Die schönsten und wertvollsten Edelsteine (Jaspis, Sarder) werden als Vergleiche genannt, um die Herrlichkeit dessen zu beschreiben, der auf dem Thron sitzt. Ausdrücklich wird betont, dass er sitzt, nicht steht,

 

Der Regenbogen rings um den Thron

ein Regenbogen war rings um den Thron, von Ansehen gleich einem Smaragd.

In 1Mose 9,13 sagte Gott Noah: „Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ 1Mose 9,14: „Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.“ 1Mose 9,16: „Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist.“ Der Prophet Hesekiel bekommt Einblick in den Thronbereich Gottes: „Wie der Regenbogen steht in den Wolken, wenn es geregnet hat, so glänzte es ringsumher. So war die Herrlichkeit des HERRN anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und hörte einen reden.“ (Hes 1,28). Der Regenbogen in den Wolken ist ein Abbild des himmlischen Regenbogens, der schon immer den Thron Gottes umgab. Dieses Bundeszeichen hat Gott nach der Sinflut Noah und seinen Nachkommen gegeben. Was für ein Gott, der an sich erinnern lässt (vgl. auch mit Sirach 43,12). In der Offenbarung kommt das Bild des Regenbogens neben 4,3 auch noch in 10,1 vor. An beiden Stellen wird er mit dem gr. Begriff  `ἶρις – iris` bezeichnet, kommt uns da etwas bekannt vor? Aus unserer Perspektive sehen wir den Regenbogen nur als Halbkreis. Bei Gott umgibt er den Thron als geschlossener Kreis. Ähnlich kreisförmig kann der Regenbogen unter einem bestimmten Winkel vom Flugzeug aus gesehen werden.

 

Die vierundzwanzig Ältesten um den Thron

Und rings um den Thron sah ich vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern, und auf ihren Häuptern goldene Siegeskränze. (Offb 4,4).

Wer sind diese 24 Ältesten um den Thron Gottes und was ist ihre Bestimmung? Um zu einer begründeten Erklärung zu kommen, untersuchen wir alle Texte, in denen diese Ältesten als Gruppe oder als Einzelne beschrieben werden und in Aktion treten. Danach suchen wir nach Parallelen in den übrigen Schriften. Zunächst aber die Statusbezeichnung `Älteste`, Der gr. Begriff dafür ist `πρεσβυτέροι – presbyteroi`, sie sind in der biblischen Offenbarung: Vorstände der Stämme und Sippen (5Mose 29,9; 1Kön 8,1); Der Rat der Siebzig (4Mose 11,16-25); Stadtälteste (5Mose 21,6);  Verantwortlich für das Gesetz, die Lehre (5Mose 31,9; 32,7); Gesamtleitung des Volkes Israels (Jos 8,33); Die Priesterschaft und der Rat der Ältesten (Mt 26,3); Im Neuen Bund erstreckt sich die Priesterschaft auf alle Gläubigen (1Petr 2,9). Die Leitung des Volkes Gottes obliegt nun den Aposteln und Ältesten (Apg 15,6. 22-23; Apg 20,28; 1Petr 5,1-4; Phil 1,1).

  • Die 24 Ältesten sitzen zunächst auf 24 Thronen im Kreis um den Thron Gottes. Das hebt ihre besondere Stellung hervor. Sie sind zuerst und vor allem dem Thron Gottes zugewandt.
  • Auf ihren Häuptern tragen sie goldene Siegeskränze. Ihre Beziehung zu Gott ist lauter / rein, sie sind geläutert, hielten Gott die Treue und sie haben ewiges Leben. Auch in Offb 14,14 ist ein Engel mit einem goldenen Siegeskranz geschmückt. Das Heer des Feindes dagegen trägt nur zum Schein goldene Siegeskränze (Offb 9,7).
  • Sie sind bekleidet mit weißen Gewändern. Diese Bekleidung ziert nicht nur die Erlösten, sondern auch die  Engel (Offb 3,4.5.18; 7,9.13; 15,6; 19,14 (Lk 2,13); Mt 28,1-8; Mk16,2ff; Lk 24,4).
  • Sie werfen sich und ihre Kränze nieder und beten den an der auf dem Thron sitzt. Alle ihre Herrlichkeit, Würde und hohe Stellung verdanken sie Gott.

Älteste in Aktion

  • Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, um das Buch und seine sieben Siegel zu öffnen.“ (Offb 5,5). Einer der Ältesten vor dem Thron spricht zu Johannes dem Apostel, der noch nicht im verklärten Leib dort ist und daher auf diese Information angewiesen war.
  • Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder, und sie hatten jeder eine Harfe und eine goldene Schale voll Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen. Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast (uns) für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen. und hast (uns /  sie) zu Königen (Königreich) und Priestern gemacht für unseren Gott, und (wir / sie) werden herrschen auf Erden.“ (Offb 5,8-10; Mt 5,5). Dieser Text wird unterschiedlich übersetzt, je nach der griechischen Vorlage. Zum Beispiel die Schlachter Übersetzung stützt sich auf den Textus Receptus, die anderen auf Nestle Aland, welchem ältere Handschriften zugrunde liegen. In Letzteren spricht der Älteste in der 3. Person, d.h. er gehört nicht zu der Schar der Erkauften.
  • Und einer von den Ältesten begann und sprach zu mir: Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind – wer sind sie, und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es. Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Bedrängnis kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel…;“ (Offb 7,13-15). In diesem Text spricht ein Ältester von den Erlösten eindeutig in der 3. Person (auch bei Schlachter), d.h. er gehört nicht zu dieser Gruppe.
  • „Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf ihrer Stirn. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie die Stimme großer Wasser und wie die Stimme eines lauten Donners, und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen. Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.“ (Offb 14,1-3). Auch hier scheint es eine deutliche Unterscheidung zu geben zwischen den 144000 als Erlösten von der Erde und den vier lebendigen Wesen samt den 24 Ältesten, die der Erlösung nicht bedurften.

 

Parallelen und Vergleiche aus den übrigen Schriften

Im 1. Chronikbuch lesen wir von den 24 Abteilungen der Priester, die abwechselnd Dienst versahen am Hause des Herrn. Ebenso von den 24 Abteilungen der Sänger / Musiker aus den Leviten und 24 Abteilungen der Torhüter ebenfalls aus den Leviten (1Chr 24-27). Die Initiative dieser Ordnungen ging auf David zurück (2Chr 8,14; 2Chr 23,8). Diese 24 Abteilungen der Priester wurden nach dem Exil und beim Wiederaufbau des Tempels wieder eingesetzt (Esra 6,18). Sie waren noch  im Dienst zur Zeit der Geburt Jesu (Lk 1,5).

 

Als himmlische Geistwesen repräsentieren die 24 Ältesten durch ihre Zahl und ihren Status vor Gott die Gemeinde. Sie bilden sozusagen ein himmlisches Muster für die entstehende Gemeinde auf Erden. Dabei werden wir erinnert an die 12 Stämme + 12 Apostel des Lammes als Repräsentanten des gesamten erlösten Volkes Gottes auf Erden (Offb 21,12-14). In Hebräer 8,5 lesen wir von einer wichtigen Anordnung Gottes an Mose, bei der es um den Bau das irdischen Heiligtums mit deren Einrichtungen ging:  .Sie (diese Einrichtungen) dienen aber als Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er das Zelt errichten sollte (2. Mose 25,40): »Sieh zu«, heißt es, dass du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.“ Das heißt: Im Himmel gibt es eine reale geistliche Vorlage, ein Muster göttlicher Schöpfung für das, was Gott in dieser Welt entfaltet. Dabei ist Israel mit seinem Priestertum, Stiftshütte, Opferdienst, Königtum als vorläufige Einrichtung zu sehen. Die Gemeinde, welche das gesamte Volk Gottes umfasst als Neuschöpfung, die bei der Wiederkunft von Jesus vollendet wird und für immer bestehen bleibt.

 

Blitze, Stimmen, Donner

 Und aus dem Thron gehen hervor Blitze und Stimmen und Donner;“ (Offb 4,5).

Es erinnert an die Offenbarung Gottes am Sinai (2Mose 20,18. An die gewaltige Stimme Gottes aus der Höhe (Jer 25,30). „Und der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen“ (Ps 18,14). „Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen.“ (Joh 12,29). Es sind Ausdrucksformen des Redens Gottes (Offb 8,5.13; 10,3.4; 11,15.19; 14,3; 16,18; 19,6). Dabei kommt etwas Konkretes in Bewegung, denn wenn er spricht, so geschieht`s (Ps 33,9).

 

Die sieben Feuerfackeln

und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind.  (Offb 4,5).

Dieses Bild weist auf den Heiligen Geist Gottes hin und ist uns bereits aus Kapitel 1,4; 3,1; 5,6 bekannt. Es ist auch ein Hinweis auf die Allgegenwart des Heiligen Geistes, der alles durchleuchtet und durchdringt (Joh 16,8-11).

 

Das kristallne Meer

Und vor dem Thron war es wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. (Offb 4,6).

Das Bild vom gläsernen Meer kommt noch zweimal in Kapitel 15,2 vor. Dort wird es beschrieben als „mit Feuer vermengt“. Die Umschreibung mit `gläsern` weist auf seine Durchsichtigkeit und Reinheit hin, wie die zwei Stellen aus Offenbarung 21,18 und 21,21 erkennen lassen. Auch dafür gibt es eine Entsprechung im Bereich der Stiftshütte und zwar in dem kupfernen Waschbecken zwischen dem Brandopferaltar und dem Eingang in das Heilige. Es kann als ein Abbild des gläsernen Meeres gesehen werden (2Mose 38,8; 30,18-20). „Wenn sie in die Stiftshütte gehen, sollen sie sich mit Wasser waschen, dann werden sie nicht sterben, so soll es auch sein, wenn sie an den Altar treten, um zu dienen und ein Feueropfer zu verbrennen für den HERRN.“ (2Mose 30,19-20). Das dem Kristall ähnliche Meer erstreckt sich rund un den Thron. Das ist ein Hinweis dafür, wer dem Thron nahen will, muss durch dieses Meer hindurch, so wie der Priester, wenn er sich Gott im Heiligtum nahen wollte. Der Hebräerbriefschreiber greift diesen Gedanken auf: „gewaschen am Leib mit reinem Wasser“ (Hebr 10,22).

 

Die vier lebendigen Wesen rings um den Thron

und inmitten des Thrones und rings um den Thron vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten. Und das erste lebendige Wesen war gleich einem Löwen und das zweite lebendige Wesen gleich einem jungen Stier, und das dritte lebendige Wesen hatte das Angesicht wie das eines Menschen, und das vierte lebendige Wesen war gleich einem fliegenden Adler. Und die vier lebendigen Wesen hatten, eines wie das andere, je sechs Flügel und sind ringsum und inwendig voller Augen, und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!“ (Offb 4,6b-8).

Das Wesen und die Bestimmung dieser 4 lebendigen Wesen zu verstehen ist ebenfalls eine Herausforderung. Wir beginnen mit den Hinweisen aus der Offenbarung und dann suchen wir nach Parallelen aus den übrigen Schriften.

Die gr. Bezeichnung für diese vier lebendigen Wesen ist  `ζῷα – Zöa – Lebewesen`  (im Pl.). Der Begriff wird für alle Lebewesen verwendet, in denen Odem / Hauch oder Geist des Lebens ist (1Mose 6,17; 7,15.22).

Diese vier lebendigen Wesen werden in der Offenbarung als Gruppe oder als Einzelne insgesamt 21 Mal genannt (4,6.7.8.9; 5,6.8.14; 6,1.3.5.6.7; 7,11; 14,3; 15,7; 19,4). Was sie tun, zeugt von ihrem Wesen und Stand.

 

Der erste Hymnus

Der vorrangige Dienst der 4 Lebewesen besteht in der ununterbrochenen Anbetung Gottes und des Lammes. So heißt es von ihnen: „und sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!“ (Offb  4,8; ähnlich auch in  4,9; 5,8.14; 7,11; 19,4). Unwillkürlich werden wir dabei an das drei Mal `heilig` aus Jesaja 6,3 erinnert. Der Herr, Gott ist der Allmächtige (Pantokrator – Allgewaltiger) der immer Seiende und der Kommende (1Mose 21,33; Röm 16,26; 1Tim 6,15-16; Offb 1,4).

 

Sie haben Augen vorne und hinten und je sechs Flügel

Diese Ausstattung ermöglicht ihnen den Blick sowohl zum Thron hin als auch in den Außenbereich. Die Flügel deuten auf ihre Bewegungsfreiheit für ihren Dienst. Sie sind aufmerksame Wächter der Heiligkeit Gottes. Ungewöhnlich scheint, dass diese vier Lebewesen nicht nur um den Thron stehen, sondern sich auch in der Mitte des Thrones  befinden. Sie haben demnach unmittelbaren Zugang zu Gott.

 

Zur weiteren Identifizierung dieser Wesen suchen wir nach Parallelen in den Texten des AT. Beginnen wir ganz am Anfang der Geschichte Israels. Der Bau der Stiftshütte wurde nach einem bestimmten Muster gefertigt (2Mose 26,30; 27,8; Hebr 8,5). Dabei geht es uns um die Details, welche sich im Innersten des Heiligtums befanden. Es war die Bundeslade mit dem Sühnedeckel darauf und die beiden Cherubime darüber (2Mose 25,18-22; 26,1.31; 37,7-9; 4Mose 7,89). Die Bundeslade mit dem Sühnedeckel darauf ist ein Abbild für den Thron der Gnade Gottes, die durch Sühnung der Sünden wirksam wird (Eph 2,18; Hebr 4,16; 9,7; 2,17). Die 2 Cherubime der Herrlichkeit  mit den ausgebreiteten Flügeln, einander zugewandt, jedoch auf den Sühnedeckel blickend, sind ein Abbild für die himmlischen lebendigen Wesen (Hebr 9,5). Es ist die Gruppe der Engel, die ständig um den Thron Gottes sind, auch wenn ihre Anzahl varriert. Bemerkenswert ist auch, dass sowohl die Teppiche über der Stiftshütte, als auch die Vorhänge am Eingang zahlreiche Muster von Cherubimen aufwiesen. Ähnliche Parallelen finden wir auch im Tempel Salomos (1Kön 6,23-32; 7,29-32; 8,6-7;  2Kön 19,15; Ps 99,1).

Weitere Parallelen zu den vier Lebewesen aus der Offenbarung finden wir auch in der Vision, die Gott dem Propheten Jesaja gegeben hatte (Jes 6,1-8). Auch hier ist der Herr (HERR) auf dem Thron umgeben von mindestens zwei `Serafimen` mit jeweils sechs Flügeln. Ihr Rufen: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“ lässt die Parallele zu Offb 4,8 deutlich erkennen (dazu auch Jes 37,16: Cherubim).

Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede sehen wir in den Visionen des Propheten Hesekiel (Hes 1,1-28; 10,1-20; Hes 41,18). Dies alles lässt eine Kontinuität erkennen in Bezug auf die Beschreibung der unmittelbaren Umgebung des Thrones Gottes.

 

Die vergleichende Darstellung der himmlischen Lebewesen im Aussehen wie Löwe, Stier, Mensch, fliegender Adler, weist auf Gott den Schöpfer und seine Schöpfung hin.

  • Gleich einem Löwen, dieser kommt etwa 128 Mal in der Bibel vor. Wegen seiner besonderen Stellung unter den Tieren des Feldes und seiner Eigenschaften ist er Sinnbild für den Stamm Juda (1Mose 49,9-10; Offb 5,5). Für das Volk Israel (4Mose 23,24). Er ist bekannt für seine Unerschrockengeit (Jes 31,4). Sinnbild für den Herrn: „Der HERR wird brüllen aus der Höhe und seinen Donner hören lassen aus seiner heiligen Wohnung. Er wird brüllen über seine Fluren hin; wie einer, der die Kelter tritt, wird er seinen Ruf erschallen lassen über alle Bewohner der Erde hin“ (Jer 25,30). Er ist nicht zu überhören: „Der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Gott der HERR redet, wer sollte nicht Prophet werden?“ (Am 3,8). Weitere Stellen: Hos 5,14; Mi 5,7).
  • Gleich einem jungen Stier. DerStier kommt etwa 105 Mal vor. in den meisten Texten als Opfertier (2Mose 29,3-11;  3Mose 4,4- 22,27). „Auch sollst du täglich einen Stier zur Sühnung als Sündopfer darbringen und den Altar entsündigen, indem du Sühnung an ihm vollziehst, und du sollst ihn salben, um ihn zu heiligen.“ (2Mose 29,36).
  • Gleich einem Menschen. Der Mensch, Krone der Schöpfung Gottes wird etwa 931 Mal genannt. So lesen wir in 1Mose 1,26: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen[20] machen als unser Bild, uns ähnlich!“
  • Gleich einem fliegendem Adler. Der Adler kommt in der Bibel etwa 29 Mal vor. Selbst Gott der Herr und die, welche auf Gott vertrauen, werden wegen seiner besonderen Eigenschaften mit dem Adler verglichen. 5Mose 32,11: „Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und trug ihn auf seinen Flügeln.“ Ps 103,5 – vom Frommen; Jes 40,31: „aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Weitere Textstellen zu Adler: Offb. 12,14; Offb 8,13;Hes 1,10 und 10,14.

Damit stehen die vier lebendigen Geistwesen repräsentativ für die Schöpfung Gottes. In ihnen werden die vier zentralen schöpferischen Gedanken Gottes deutlich erkennbar (/2.Kor. 5,19). „Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!“ (Ps 150,6).

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14. Frage: Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat?

Es liegt im Verhalten von Jesus, dass die samaritische Frau mutig und auch selbstbewusst auftreten kann. Er liefert ihr die Vorlagen zu ihren Fragen. Und so lautet ihre dritte Frage: „Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh.“ (Joh 4,12). Die Frau kennt sich in der mündlichen Überlieferung gut aus. Die Zugehörigkeit zu den Traditionen dieses Landes und dieser Glaubensgemeinschaft, die wie die Juden, auf den Messias warteten, formten auch ihre Identität. Dass sie jedoch um diese Zeit ganz allein gekommen war um Wasser zu schöpfen, ist ungewöhnlich.

Ihre Frage birgt in sich zwei Überlegungen. Erstens: Der Erzvater Jakob genießt bei ihr und den Samaritern hohes Ansehen. Zweitens: Die Segensgabe – der Jakobsbrunnen, hat sich über Jahrhunderte hindurch bewährt. Äußerlich sieht es aus, als ob sie sich mit ihrer Lebenssituation arrangiert hätte. Doch aus dem weiteren Verlauf dieser Unterredung lässt sich ableiten: Wenn Jesus mehr ist als Jakob und eine bessere Gabe anbieten kann als die des Jakobsbrunnen, wäre sie dafür offen. Nun ist Jesus dran sich deutlicher zu erklären. Er antwortete ihr: „Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm gebe werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ (Joh 4,13-14). Das Erstaunliche bei diesem Gespräch ist, dass Jesus so lange in der Bildersprache redet. Die nachfolgende Bitte der Frau  macht deutlich, dass sie Jesus immer noch nicht versteht. „Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!“ (Joh 4,15). Immerhin ist sie einen Schritt weiter, denn jetzt bittet sie um das lebendige Wasser. „Spricht er zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her!  Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast richtig gesagt: »Ich habe keinen Mann.« Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt.“ (Joh 4,16-18). Hätte Jesus gleich zu Beginn diesen wunden Punkt angesprochen, wäre die Frau wegen Einmischung in ihre Privatsphäre verletzt worden und wahrscheinlich empört davongelaufen. Doch nun fängt sie an zu begreifen, um was es Jesus geht und welchen Durst er in ihr geweckt hat, eine Sehnsucht nach geordneten Beziehungen. Ja, Jesus ist mehr als Jakob, er ist der Urheber und Repräsentant des geistlichen Volkes Gottes. Das wahre Leben, das seit dem Garten Eden verloren gegangen war, ist in der Person von Jesus zu finden. Wenn er Probleme anspricht, dann nicht um zu verletzen oder bloßzustellen, sondern um zu heilen. Diese lebendige Quelle ist Jesus selbst, sie ist nicht ortsgebunden und sie ist bis heute nicht versiegt

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13. Frage: Herr, woher hast du denn lebendiges Wasser?

Durch die Wertschätzung, die Jesus dieser samaritischen Frau entgegen bringt, lebt sie förmlich auf. Sie ist an dem Gespräch so sehr interessiert, dass sie (so scheint es) vergisst, dem Fremden seine Bitte zu erfüllen. Und so wendet sich Jesus erneut an sie mit den Worten: „Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.“ (Joh 4,9-10). Jesus will sich zu erkennen gebent und was er hat, bietet er auch an. Doch, dass in der Person des zuvorkommenden und freundlichen Juden der Messias selbst vor ihr ist, kann sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennen. Anmerkung: Auch die Samariter erwarteten den durch Mose verheissenen Messias / Retter (5Mose 18,15). Und die Gabe Gottes ist für die Frau zunächst der Jakobsbrunnen, der seit etwa 18 Jahrhunderten sein Wasser gab und das natürliche Überleben der Menschen sicherte. Es war eine lebenswichtige, aber doch nur materielle Gabe / Segnung Gottes.

Abbildung: Brunnen in Schilo (Foto am 22. Januar 2019).

Die zweite Frage der Frau beginnt mit einer sachlichen Feststellung: „Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser?“ (Joh 4,11). Respektvolle Anrede und logisches Denken zeichnet die Frau aus. Ja, zu dieser Wasserquelle hat Jesus keinen Zugang und ist daher auf Hilfe anderer angewiesen. Das Gespräch verläuft immer noch auf unterschiedlichen Verständnisebenen, denn was Jesus mit seinem `lebendiges Wasser` meint, versteht die Frau nicht, daher ihre Skepsis. Unter der Bezeichnung `lebendiges Wasser` verstand man damals Quellwasser. Im Gegensatz dazu wurde Regenwasser in den aus dem Fels gehauenen Zisternen gesammelt. Der Jakobsbrunnen war zeitweise bis zu 50 Meter tief und wurde durch eine unterirdische Quelle gespeist. Jesus erklärt die göttlichen Wahrheiten durch Bilder aus der Natur und dem Alltag der Menschen. Es erstaunt, wie viel Zeit er in eine einzelne Person investiert. Er gibt  der Frau die Möglichkeit um ihn durch weiteres Nachfragen zu verstehen. Er zwingt seine Gabe nicht auf, auch er will darum gebeten werden. Das war der Grund warum er durch Samarien reisen musste. Er will sich zu erkennen geben und die Gabe Gottes `das Wasser des ewigen Lebens` sowohl dieser Frau als auch den Samaritern in Sychar anbieten.

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